Vor- und Nachbereitung

Aus BCC Contest- & Technik-Lexikon
Version vom 12. Februar 2022, 09:32 Uhr von Dl1mgb (Diskussion | Beiträge)
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Was sollte ich vor dem Contest machen?

  • Lies die Contestregeln und entscheide Dich für eine der Teilnahme-Klassen.
  • Überprüfe die Station und alle Antennen. (Siehe auch Punkt 6.4).
  • Günstig ist es, sich über die Ausbreitungsbedingungen zu informieren und einen Plan zu machen, wann man auf welchem Band wohin funken sollte (den Plan wird man wahrscheinlich anpassen müssen).
  • Informiere Dich über Frequenzbereiche, die laut Bandplan nicht für Conteste genutzt werden sollen.
  • Besorge etwas Contest-Nahrung (ich bevorzuge Bananen und Leitungswasser).
  • Bereite den Computer vor, insbesondere stelle den Contest im Log-Programm ein und kontrolliere, ob die Schnittstellen zur Station korrekt funktionieren.
  • Versuche vor dem Contest ordentlich zu schlafen. Eine ruhige Woche vor dem Contest ist auch zu empfehlen, auch wenn viele das nicht realisieren können.

Muss ich die Contestregeln lesen?

Nein, es steht nicht im Amateurfunkgesetz. Aber es erspart manch peinlichen Irrtum. Wenn man nach flüchtigem Zuhören im ARRL-Contest vermutet, dass Seriennummmern vergeben werden, so wird man spätesten beim ersten QSO mit seiner 599001 auf Unglauben stossen. Denn in den Regeln steht, dass man seine Sendeleistung gibt. Außerdem gilt nicht in allen Contesten "Jeder darf jeden arbeiten" - es gibt auch genug, in denen DLs z.B. nur für US-Stationen Punkte bekommen oder nur für außereuropäische Stationen (WAE CW/SSB) oder nur für Stationen aus dem Veranstalterland des jeweiligen Contests (z.B. SP, HB9, F). Auch ist es nicht verkehrt zu wissen, wieviel Punkte ich für welches QSO bekomme oder wie die Multiplikatoren ermittelt werden.

Was sollte ich nach dem Contest machen?

Um in die Ergebnisliste aufgenommen zu werden, muss man sein Log einschicken. Dies sollte im Cabrillo- oder beim DARC auch im STF-Format sein. Heutzutage kann man hierzu eigentlich immer E-Mail nutzen. Es gibt einen Einsendeschlusstermin, der in den Ausschreibungen angegeben ist. Diesen sollte man tunlichst einhalten. Am besten ist es, das Log gleich nach dem Ende eines Wettbewerbs einzusenden - dann kann man es nicht mehr vergessen.

Die Logs als E-Mail sollten in der Betreffzeile das eigene Call enthalten. Zudem wird erwartet, dass die eigentliche Logdatei im Anhang (Attachment) den Dateinamen in der Form CALL.LOG hat. Manche Veranstalter fordern es ausdrücklich. Oft kommt auch eine automatisch erstellte Nachricht, die über die Annahme des Logs oder Fehler bei der Annahme informiert. Wenn gar keine Bestätigung über den Logeingang kommt, sollte man später noch einmal versuchen, das Log erneut einzureichen.

Unabhängig davon sollte in jedem Fall möglichst ein Log eingereicht werden, auch wenn es nur als Checklog (Kontrolllog) beim Veranstalter ankommt. Das wird in der Regel auch nach dem Einsendeschluss entgegengenommen. Hintergund ist die Arbeit der Auswerter, bei der sehr oft (immer?) alle Logs maschinell miteinander verglichen werden. Gerade bei wenigen QSOs werden diese dann oft als Hörfehler klassifiziert (siehe UBN), was bei Vorliegen eines Checklogs nicht passieren kann. Deshalb sollte man auch oder gerade bei wenigen QSOs ein Kontrolllog einsenden. Jeder Veranstalter freut sich auch über kleine maschinenlesbare Logs!

Wie lange muss ich auf die Ergebnisliste warten?

Die offiziellen Ergebnisse gibt es nach einigen Wochen oder Monaten, je nach Contest. Kurz nach dem Einsendeschluss werden für viele Conteste die „Claimed Scores“ veröffentlicht. Das sind die Ergebnisse, die die Teilnehmer für sich selbst an Hand ihrer Logs errechnet haben. Diese können aber durch Hörfehler oder sogar Rechenfehler niedriger oder höher sein, so dass es zu Verschiebungen im Endergebnis kommt. Schon kurz nach dem Contest veröffentlichen viele Contest-Teilnehmer ihre Ergebnisse mit oft sehr interessanten, lehrreichen oder amüsanten Kommentaren in den E-Mail-Reflektoren 3830, BCC oder RRDXA.

Was soll ich tun, wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich ein Call korrekt aufgenommen habe?

Wenn man auf CQ-Rufe antwortet, sollte man erst rufen, wenn man das Call sicher hat. Wenn man selbst CQ ruft, sollte man nachfragen, bis das Call sicher ist. In CW geht das kurz und knapp mit "CALL?" oder schlicht mit "?". Bei schlechten Bedingungen muss man ggf. mehrfach nachfragen. Das ist aber besser, als durch ein falsch gehörtes Rufzeichen Punkte oder einen Multi zu verlieren oder sogar mit Strafpunkten (Penalties) bestraft zu werden.

Was ist ein "UBN-Report"?

In einem UBN-Report listet der Contest-Veranstalter und -Auswerter die bei der Logkontrolle erkannten Fehler auf. Die wesentlichen Fehler sind:

  • U (Unique callsign) – Du hast ein Rufzeichen in Deinem Log, das kein anderer Contestteilnehmer gearbeitet hat. Dies ist ein Indiz für einen Hörfehler. Es ist aber auch gut möglich, dass es sich um ein reguläres QSO handelt, beispielweise um den freundlichen Punkt eines Nachbarn. Laute oder seltene Stationen haben oft viele Uniques. Uniques werden üblicherweise nur dann gestrichen, wenn sich ihnen ein korrektes Rufzeichen zuordnen läßt. Überdurchschnittlich hohe Unique-Raten sind oft ein Indiz für viele Hörfehler.
  • B (Bad callsign) – Du wertest ein QSO für ein Rufzeichen, das definitiv falsch ist und nicht im Contest aktiv war. Dies kann ein illegales Call wie Y28VG sein, oder es war ein Teilnehmer, den Du falsch geloggt hast (Hörfehler). Diese QSOs werden in der Regel gestrichen. In einigen Contesten gibt es Strafpunkte.
  • N (Not in log) – Du wertest ein QSO mit einer Station, die im Contest aktiv war und ein Log eingereicht hat. Dein QSO steht aber nicht in ihrem Log. Auch hier wird das QSO nicht gewertet, evtl. gibt es Strafpunkte. Stellt der Auswerter allerdings fest, dass Dein Rufzeichen fast richtig im Log der anderen Station ist, wird davon ausgegangen, dass der Fehler nicht bei Dir liegt. Du bekommst keinen Abzug – allerdings die Gegenstation.

Wegen der wesentlichen Fehler U, B und N wird der Bericht UBN-Report genannt. UBN-Reports wurden im Zuge der elektronischen Contestauswertung bei den CQWWDX-Contesten eingeführt; inzwischen bieten fast alle großen Wettbewerbe diese Auswertungen an.

Weiterführende Informationen unter: CQWW Public Log Checking Reports.

Was ist "NIL"?

NIL ist die Abkürzung für "Not In Log" - Du bist also nicht im Log der Station, die Du denkst, gearbeitet zu haben. Das kann zwei Gründe haben:

  1. Du hast Dich getäuscht und es wurde in Wirklichkeit eine andere Station gearbeitet
  2. Die Gegenstation hat Dein Call falsch aufgenommen und so steht bei der Gegenseite z.B. DL6MWH statt DL6MHW im Log

Was sind diese ungewöhnlichen Rufzeichen im Contest?

Es gibt zwei Gründe dafür, dass Contester ungewöhliche Rufzeichen benutzen.

  • Zunächst sind das Kurzrufzeichen, die im Contest Zeit sparen helfen, wie etwa DK3W.
  • Der zweite Grund liegt darin, dass ein aussergewöhnlicher Präfix viele Anrufer anlockt, insbesondere wenn Präfixe als Multiplikator zählen, wie im CQ-WPX-Contest.

Für manchen Einsteiger ungewöhnlich sind auch die Rufzeichen mancher DX-peditionsstationen, die dem Landeskenner des besuchten Landes das eigene Rufzeichen nach- bzw. voranstellen:

  • MM/DL6MHW aus Schottland
  • DL3ABL/C6A von den Bahamas

Gerade solche Rufzeichen sind oft das Multiplikatorsalz in der Contestsuppe. Achte also auf ungewöhnliche Rufzeichen!

Muss ich für Contest-QSOs QSL-Karten schicken?

Es kann für einen aktiven Contester recht aufwendig und teuer werden, jedes QSO zuvorkommend mit einer QSL-Karte zu beantworten. Oft wird die QSL-Karte nicht gewünscht, weil auf der anderen Seite ebenfalls ein Contester sitzt, der vor allem am QSO und weniger an der QSL interessiert ist. Es sollte jedoch selbstverständlich sein, eingehende QSL-Wünsche zu beantworten. Dies ist nicht nur eine Geste der Höflichkeit. Eine QSL-Karte trägt auch dazu bei, im nächsten Contest wieder angerufen zu werden. Eine Alternative, seiner QSL-Pflicht nachzukommen, ist das von der ARRL organisierte Logbook of the World. Diese elektronische Bestätigung von QSOs ohne Karte wird für Diplome anerkannt, die die ARRL unterstützt - wie DXCC, WAS oder WAC. Für die Anmeldung ist u.a. eine per Post verschickte Kopie der Lizenzurkunde und Personalausweis oder Führerschein nötig. (https://lotw.arrl.org/lotw/docreq)

Was ist die WRTC?

WRTC steht für World Radiosport Team Championship. Es ist eigentlich ein Contest im Contest und wird während der IARU HF World Championship (im Juli) ausgetragen, allerdings nur alle vier Jahre. Hierzu reisen Contestteams in das jeweilige Land, dessen Amateurfunkclub die Ausrichtung dieses Wettbewerbes übernommen hat. 2006 war das Brasilien. Dort hatten alle Mannschaften ihr Contest-QTH in der selben Region und auch die Antennen und Endstufen werden vom Veranstalter gestellt. Damit soll gewährleistet werden, dass alle Wettkämpfer, zumindest was die geografischen Bedingungen, Antennen und Sendeleistungen angeht, gleiche Voraussetzungen haben. Damit hier auch keiner schummelt, werden alle Teams von Schiedsrichtern beobachtet. Ist die IARU HF World Championship gelaufen, ist auch die WRTC vorbei. Allerdings gibt es noch einen Unterschied zwischen den beiden Wettbewerben: die Ergebnisse der WRTC müssen bereits einen Tag nach Contestende vorliegen, damit eine Siegerehrung vorgenommen werden kann. Aus diesem Grund werden auch alle Teilnehmer an der IARU HF World Championship gebeten, ihr Contestlog auch an die Auswerter der WRTC zu schicken.

Wie finde ich heraus, welcher Contest gerade läuft?

Eine gute Quelle ist der Contestkalender des DARC Referats Conteste. Hier gibt es meist auch die Regeln sowie Links zu den Seiten des jeweiligen Veranstalters mit früheren Ergebnissen und aktuellen Informationen zu dem Contest.

Ähnlich gestaltet aber weitaus umfangreicher ist der 8-Tage Contest Calendar von WA7BNM.

Was machen Contest-Clubs?

Was ist der Bavarian Contest Club (BCC)?

Der BCC ist ein Zusammenschluss von Funkamateuren, die am Contesten und DXen interessiert sind. Ziel ist der Sieg in den Clubwertungen großer Conteste. In den letzten 15 Jahren konnte der BCC viele dieser Wertungen für den CQ-WW-DX, den RDXC, den WPX, den WAE und den CQ-WW-160-m-Contest sowie die CQ RTTY Conteste gewinnen.

Darüber hinaus bietet der BCC über seine Website www.bavarian-contest-club.de und dem für alle offenen E-Mail-Reflektor Hilfestellungen zu allen Fragen rund ums Contesten (Software, Technik, Betriebsdienst etc.) und noch viel mehr. Neben verschiedenen BCC-Bauprojekten für Contester ist das BCC-Handbuch inzwischen ein Standardwerk in der deutschen Contesterszene.

Die BCC-Mitglieder treffen sich einmal jährlich zum "Heilige-Drei-Könige"-Treffen im Januar. Dazu kommen verschiedene monatliche Stammtische und natürlich der gemeinsame Messestand mit der RRDXA auf der HAMRADIO in Friedrichshafen.

Der BCC hat über 340 Mitglieder, die nicht nur aus Bayern kommen... Mitglied werden kann jeder mit Interesse und Spaß am Contesten. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 10 €.

Der BCC ist Mitglied des RTA (Runder Tisch Amateurfunk).

Was ist die Rhein Ruhr DX Association (RRDXA)?

Die RRDXA ist ein lockerer Zusammenschluß von Contest- und DX-interessierten Funkamateuren mit dem Ziel der gemeinschaftlichen Teilnahme in der Clubwertung von Contesten. Die Teilnahme an den Contesten des CQ Magazines (CQWW-DX-Contest) sind die Jahreshöhepunkte der Mitglieder, aber auch an vielen anderen Contesten wird aktiv teilgenommen. Hierzu zählen unter anderem die vom DARC ausgerichteten Conteste WAEDC (Worked All Europe DX Contest) und WAG (Worked All Germany), der RDXC (Russian DX Contest) der Union der russischen Funkamateure und der International DX Contest der American Radio Relay League. Weitere Aktivitäten sind der Austausch von technischen und contestrelevanten Informationen über die Mailing-Liste und auf mehreren Treffen pro Jahr sowie eine Vorstellung des Clubs auf der Messe HAMRADIO in Friedrichshafen zusammen mit dem BCC.

Namensgeber der Rhein Ruhr DX Association ist das Gebiet, aus welchem ein Grossteil der Mitglieder kommt. Dieses Gebiet umfasst im wesentlichen Nordrhein-Westfalen sowie Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen, aber auch Belgien, die Niederlande und Luxemburg. Mitglieder der RRDXA kommen darüber hinaus aber auch aus anderen zumeist europäischen Ländern und Regionen Deutschlands. Chairman der RRDXA ist Uws Koennecker, DL8OBF. Auf dem Frühjahrstreffen im April 2008 wurde der Mitbegründer der RRDXA, Walter Skudlarek, DJ6QT (sk) zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Mitglied der RRDXA kann jeder DX- oder contestinteressierte OM/YL werden. Der einfachste Weg ist auf dem Deckblatt seines Logs für einen der genannten Conteste bei der Clubzugehörigkeit die "Rhein Ruhr DX Association" anzugeben. Die Mitgliedschaft besteht dann mindestens fünf Jahre und wird durch jede neue Teilnahme verlängert. Es wird kein Mitgliedsbeitrag erhoben. Die RRDXA finanziert sich durch Spenden der Clubmitglieder.

Die RRDXA ist Mitglied des RTA (Runder Tisch Amateurfunk).

Weitere Informationen kann man unter http://rrdxa.eu abrufen.

Wo bekomme ich mehr Informationen?


Diskussionsforen:

  • CQ-Contest-Reflektor: Viele Diskussionen zu fast allen Aspekten des Contestens mit einem leichten W-Schwerpunkt und einem sehr nützlichen per Volltextsuche abfragbaren Archiv
  • 3830: Hier posten viele Contester ihre Ergebnisse. Wertvoll vor allem wegen der Fülle von Erfahrungsberichten; verfügt ebenfalls über ein monatsweise angelegtes Archiv und die Möglichkeit der Volltextsuche