Technik für den Einstieg

Aus BCC Contest- & Technik-Lexikon

Komplett überarbeiten ... das ist 12 Jahre alt

Wie kann ich meinen Computer mit der Station verbinden?

Es gibt einige gute Gründe, Station und Computer zu verbinden. Zunächst ist die automatische CW-Erzeugung zu nennen. Hierbei wird meist die COM-Schnittstelle (RS232, oder RS232 aus USB) oder die LPT-Schnittstelle genutzt. Ein einfaches Interface kommt mit einem Transistor und einem Widerstand aus. Es gibt einige Abhängigkeiten zu beachten. Beispielsweise unterstützt nicht jedes Betriebssytem die direkte Hardwareansteuerung der Schnittstellen - wichtig für einfache Interfaces oder für 2 Interfaces an einer Schnittstelle. USB-Emulatoren/Adapter machen mehr Probleme als direkt eingebaute Schnittstellen, z.B. bei der CW-Tastung über das RTS-Pin. Gerade um eine "ruckelnde" Ausgabe von CW unter Windows zu verhindern, wurde die Hardware WinKey entworfen.

Gerade bei CW-Tastung mit Computer: bitte die vorhandenen Timer richtig einstellen! Der Sender sollte besser computergesteuert wenige Millisekunden vor dem ersten Zeichen (Dit) hochtasten. Das gilt besonders, wenn noch eine PA dahintersteht ("heißes Schalten"). Nichts ist hässlicher, als wenn das ersten Zeichen von einer VOX "angefressen" wird ("... war es DM oder SM...?").

Die Erzeugung und Dekodierung von PSK31 und RTTY erfolgt durch den Computer. Hierfür sind die NF-Ein- und Ausgänge mit der Soundkarte zu verbinden. Dies kann direkt geschehen oder - besser - mit galvanischer Trennung und Pegelanpassung, um eine Zerstörung der empfindlichen Soundkartenelektronik durch HF-Einstrahlungen zu verhindern. Auch das „Mithören“ von CW mit dem Computer ist dann möglich, erlaubt aber keinen wirklich flüssigen Contestbetrieb.

Die meisten Transceiver verfügen über eine CAT-Schnittstelle (CAT steht für Computer Aided Transceiver-Control), über die VFO- und Betriebsarteneinstellungen in beide Richtungen ausgetauscht werden können. Teilweise werden zusätzliche CAT-Interfaces benötigt, die zwischen Transceiver und Computer geschaltet werden. Die CAT-Steuerung macht besonders viel Sinn im Zusammenhang mit einem Contestprogramm, das diese z.B. für DX-Cluster und Band Maps nutzt.

Benötige ich einen Beam, um am Contest teilzunehmen?

Nein, aber ein Beam kann das Ergebnis deutlich verbessern. Allerdings kann man gerade auf den unteren Bändern in Europa auch mit Drahtantenen viele QSOs fahren und viele Multiplikatoren sammeln. Mit Monoband-Groundplanes hat man auf den oberen Bändern gut strahlende Antennen. Erfahrungen zeigen, dass auch mit Groundplanes Spitzenplätze möglich sind, z.B. im IOTA-Contest oder im WAG.

Benötige ich eine Antennenfarm, um am Contest teilzunehmen?

Nein, aber eine kleine Auswahl passender Antennen kann das Ergebnis deutlich verbessern. Mit einer FD4, W3DZZ oder einer G5RV mit Antennentuner für alle KW-Bänder gut brauchbar, kann man viele schöne QSOs fahren. Mit zwei Dipolen und drei Angelruten-Groundplanes ist man schon oben dabei. Für ein Contestwochenende kann man schon mal einige provisorische Antennen aufbauen. Das macht Spaß und lohnt sich. Schließlich ist nicht jede Antenne bei jedem Contest gleich nützlich: die etwas erhöht aufgebaute Angelruten-Groundplane für 40 m hilft beim WAE für die verlangten DX-QSOs - im Weihnachtswettbewerb ist sie vor allem für Stationen in der Mitte DLs auf den notwendigen Kurzdistanzen von weniger als 500 Kilometern einem niedrigen Dipol unterlegen. Generell sind passende Antennen angematchten "Irgendwie-Antennen" vorzuziehen. Zwar kann man mit dem Antennentuner fast immer den TRx überzeugen, die volle Leistung abzugeben - aber meist strahlt dann die Zuleitung ordentlich Leistung in die Erde. Das zieht Hamster an :-)

Welche Art von Station benötigt man und worauf muss ich achten, um teilzunehmen?

Du kannst Deinen normalen Transceiver benutzen. Jeder typische 100-Watt-Transceiver bietet gute Voraussetzungen. Wenn man sich einen speziellen Contest-Transceiver anschaffen möchte, muss man vor allem auf die Empfängereigenschaften achten. Im Contest muss man noch leise Signale in unmittelbarer Nachbarschaft dicker Signale aufnehmen können.

Günstig ist es, für die einfache Bedienung wichtiger Funktionen entsprechende Knöpfe auf der Frontplatte zu haben. Wenn man für die Änderung einer Einstellung durch drei Menü-Ebenen navigieren muss, geht Zeit verloren. Oder man hat später im Contest, wenn die Konzentration nachlässt, keine Lust mehr dazu, eine wichtige Einstellung zu modifizieren, um ein leises Signal hörbar zu machen. In diesem Sinne sind IC-706 und Co. nur bedingt zu empfehlen, auch wenn sie sonst einen guten Job machen.

Weiterhin wichtig sind ordentliche Filter, möglichst weit vorn im RX-Zweig. Schmale Filter helfen, im belegten Band besser zu hören. In CW benötigt man zwingend ein 500-Hz-Filter. Auch ein 250-Hz-Filter ist sehr nützlich. In SSB hilft ein steilflankiges 2,1 oder 1,8-kHz-Filter, auch wenn die Audioqualität eingeschränkt wird.

Wichtig ist ausserdem, keinen Störaustaster (Noise blanker) einzuschalten, denn starke Nachbarstationen erzeugen in den meisten (eigenen) Empfängern "Geister"-Splatter, die überhaupt nicht vorhanden sind!

Nur gute HF-Vorverstärker möglichst nahe an der Antenne sind bei dünnen Signalen (vor allem im VHF- und UHF-Bereich) sinnvoll. Und nur um die Dämpfung in den Kabeln, Kupplungen, Antennenschaltern, Steckern usw. zwischen Antenne und RX auszugleichen. Nicht mehr! Deshalb sollten diese Verstärker einstellbar (variable gain) sein. Gerade so, dass das S-Meter ohne Empfangssignal (nur vom Antennenrauschen) leicht von 1 anhebt. Bei zu hoher Verstärkung (leider sind viele Vorverstärker fest und oft zu hoch eingestellt!) könnten sonst im eigenen RX durch starke Stationen nebenan Probleme auftreten. Also dann nicht gleich diesen starken Stationen, deren Nutzsignal ohne Vorverstärker schon über S9 liegt, Splatter und ähnliches "in die Schuhe schieben"!

Die derzeit bevorzugten Transceiver sind Elecraft K2, Icom IC-756 Pro 3, Ten-Tec Orion and Yaesu FT-1000 (D, MP, Mark V) oder der inzwischen schon recht betagte Kenwood TS-850. Leider wird oftmals übersehen, dass sogar ein sogenannter "guter" TX eine breite Rauschglocke (auch bei Betrieb über Transverter auf den UHF- und VHF-Bändern) erzeugen kann, die dem Betreiber selbst oft nicht bekannt ist. Diese lässt sich nur mit sehr guten Spektrum-Analysern feststellen, weil sie oft unter der Empfindlichkeitsgrenze dieser Spekys liegt! Aber sie verhindert oft noch in weiter Entfernung und oft übers gesamte Band, dass andere Stationen sehr dünne Signale, die in dieser Rauschglocke liegen, aufnehmen können! Also bitte vorher mit einer Station testen, bei der Du mit mindestens S9+25, maximal mit S9+40 (Dein eigenes richtig ausgesteurtes SSB-Nutzsignal) ankommst. Wenn dann Deine Kontrollstation in seinem RX während Deines eingeschalteten TX in SSB-Stellung, aber zugedrehtem(!) Mike, einen Rauschanstieg bei mehr als +-10 kHz Abstand von Deinem Nutzsignal wahrnimmt, ist dieser T(R)X für Konteste nicht zu empfehlen!

Ein eingeschalteter Sprach-Prozessor erhöht beim QSO-Partner die Silbenverstädlichkeit gerade bei schwachen Signalen erheblich. Jedoch sollte der Kompressionsgrad nicht zu hoch eingestellt sein (ca. 6 bis 10 dB ist ein guter Wert). Sehr empfehlenswert sind solche, die zusätzlich die Sprachspitzen kappen (begrenzen). Damit wird verhindert, dass die nachfolgenden Stufen (z.B. eine PA) auch nur kurzzeitig übersteuert werden und dadurch Splatter erzeugen. Sehr gut bewährt haben sich sogenannte HF-Clipper, die im ZF-Zweig des Senders (oder als separate Geräte zwischen Mike und TX) arbeiten. Sie erzeugen ausserdem wesentlich geringere NF-Verzerrungen.

Fast jeder moderne TX hat eine sogenannte ALC-Anzeige (Automatic Load Control). Diese zeigt an, wie hoch der Sender ausgesteuert werden darf. Der Maximalwert sollte keinesfalls überschritten werden, da ansonsten durch Übersteuerung der Endstufe(n) die Modulation verzerrt wird und sogar Splatter auftreten könnten. Sollte Deine eventuell zusätzlich betriebene Endstufe (PA) einen ALC-Ausgang haben, ist dieser mit der entsprechenden Buchse (falls vorhanden) am TX unbedingt zu verbinden. Damit ist sichergestellt, dass auch die PA nicht übersteuert wird. Während des Sendebetriebs empfiehlt es sich, die ALC-Anzeige immer im Blick (eingeschaltet) zu haben - besonders bei Operator-Wechsel in Contesten kann und soll so jeder OP gemäss seinem "Organ" den Mike-Gain-Regler auf seine Bedürfnisse einstellen.

Beachte bitte noch eines: Fair play! Das bedeutet auch, dass die maximal zulässige TX-Ausgangsleistung (gegebenenfalls aller gleichzeitig angesteuerten PAs zusammen) nicht überschritten wird! In DL 750 Watt.

Ich habe wenig Geld. Wofür sollte ich es ausgeben?

Angenommen, Du besitzt bereits eine einfache Station. Für die Verbesserung des Contestergebnisses solltest Du

  • einen Computer anschaffen. Es muss kein neuer sein. Die meisten drei Jahre alten Windows-PCs sind völlig ausreichend. Oft kann man einen solchen Komplett-PC mit Röhren-Monitor für wenig Geld bekommen. Auch ein altes DOS-Notebook kann im Contest sehr gute Dienste leisten. Monochrom-Monitore stören oft weniger als Farbmonitore. Manchmal muss man auch die (Anzeige)Fenstergrösse etwas ändern, um einen Rörenmonitor dazu zu bewegen, ein paar kHz "QSY" zu machen.
  • dann die Antennenanlage verbessern. Ordentliche Vertikals sind gute DX-Antennen und mit billigen Glasfibermasten und etwas Draht schnell aufgebaut. Ein CB-Funk-Beam kann für 10 m umgerüstet werden. Einfache, hohe Dipole gehen besser als Vertikals.
  • dann die Station verbessern. In CW benötigt man sicher ein Filter. Für den SSB-Betrieb sind Headset und Fußtaste sinnvoll, denn mit dem Handmikrofon fehlt eine Hand.

Bei VOX-Betrieb mit Headset hat man beide Hände und die Füsse frei und ist somit nicht abhängig von einer bestimmten Sitzposition, die auf Dauer ermüdend ist und zu Verkrampfungen führen kann. Eine teure Endstufe kann man sich sparen, denn oft gibt es 100-Watt-Klassen.