Sport, Regeln

Aus BCC Contest- & Technik-Lexikon
Version vom 19. Februar 2021, 20:06 Uhr von Dl1mgb (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Wie wird der Gewinner ermittelt?

Der Gewinner in jeder Kategorie ist die Station mit den meisten Punkten. Der jeweilige Veranstalter (ein Verband, ein Verein, eine Zeitschrift...) sammelt alle eingehenden Logs, vergleicht sie miteinander, streicht falsche oder nicht bestätigbare Verbindungen und berechnet dann nach den Regeln für jeden Teilnehmer die tatsächliche Punktzahl. Die Platzierungen stehen deshalb oft erst Monate nach dem Einsendeschluss fest und werden fast immer auch im Internet veröffentlicht. Oft gibt es weitere Auswertungen nach Kontinent, Land oder Distrikt. Eine bestimmte Anzahl von Platzierten hinter dem oft mit einer Plakette oder einem Pokal ausgezeichneten Gewinner bekommt meistens noch Urkunden.

Wie werden die Punkte im KW-Contest gezählt?

Jedes QSO bringt eine bestimmte Punktzahl. Diese hängt auch vom QTH des QSO-Partners ab. In vielen Contesten zählt ein DX-QSO mehr als ein QSO mit dem eigenen Kontinent. Beispielsweise erhält man im CQ-Worldwide-DX-Contest für ein DX-QSO 3 Punkte und für ein Europa-QSO 1 Punkt. Im IOTA-Contest zählen Inseln besonders viel, im Russian-DX-Contest solche mit russischen Stationen. In manchen Contesten gibt es Punkte in Abhängigkeit von der Betriebsart oder vom Frequenzband.

Wie werden die Punkte im UKW-Contest gezählt?

In UKW-Contesten wird die überbrückte Entfernung zur Berechnung der Endpunktzahl herangezogen. Dabei zählt 1 km = 1 Punkt. Grundlage der Entfernungsberechnung ist das Maidenhead-QTH-Locator-System. Der Abstand zwischen QTH-Locator JO62QM (Berlin Mitte) und JN58TD (München Nord-Ost) beträgt 502 km. Ein QSO zwischen Stationen mit diesen QTHs würde 502 Punkte zählen.

Wie berechne ich meinen Maidenhead-QTH-Locator für UKW-Conteste?

Viele Logbuchprogramme bieten diese Möglichkeit, aber auch im Internet findet man über Suchmaschinen viele Webseiten, auf denen man anhand von GPS-Koordinaten seinen QTH-Locator berechnen kann. Zudem bieten alle handelsüblichen GPS-Empfänger die Möglichkeit, die aktuelle Position im "Maidenhead-Format" anzuzeigen.

Kennt man seine geographischen Koordinaten, so kann man auf der Amsat-Webseite seinen Locator berechnen lassen.

Noch komfortabler geht es über die Google-Maps-Webseite von OM Laurent, F6FVY. Dort kann man auf einer Karte einfach auf das eigene Haus klicken und bekommt den zugehörigen Locator angezeigt. Leider ist diese Funktion seit einiger Zeit aus lizenzrechtlichen Gründen nicht mehr zugänglich. Eine Alternative ist die Seite von K2DSL.

Was ist ein Multiplikator? (KW)

Genau so wie man für jedes QSO Punkte bekommt, gibt es in nahezu allen Contesten Multiplikatoren für bestimmte QSOs. Beispielsweise erhältst Du in vielen Contesten für jedes neu erreichte DXCC-Gebiet auf jedem einzelnen Band einen Multiplikator. Das Endergebnis wird dann durch Multiplikation der Summe der QSO-Punkte mit der Summe der Multiplikatorpunkte ermittelt.

Beispiel: Du hast 100 Stationen mit 2 Punkten pro QSO gearbeitet und dabei 20 Multiplikatoren erreicht. Dann ist Dein Endergebnis 200 x 20 = 4000 Punkte.

Was zählt als Multiplikator? (KW)

Das hängt vom einzelnen Contest ab. Hier einige Beispiele:

  • WAG-Contest (DL): Summe der auf jedem Band erreichten DXCC/WAE-Gebiete
  • WAG-Contest (nicht DL): Summe der auf jedem Band erreichten DARC-Distrikte
  • Weihnachtscontest: Summe der auf jedem Band erreichten Präfixe<ref>Präfix: Der vordere Teil eines Rufzeichens inklusive der Ziffern, also z.B. DL1, DL2, DL3, W4, DR2006 sind alles verschiedene Präfixe. Eine genaue Definition des CQ-WPX-Contests findet man unter http://www.cqwpx.com/rules.htm</ref> und DOK
  • CQ-WW-DX-Contest: Summe der auf jedem Band erreichten DXCC-/WAE-Gebiete und CQ-Zonen
  • CQ-WPX-Contest: Summe der unabhängig vom Band (!) erreichten Präfixe
  • IARU-HF-Weltmeisterschaft: Summe der auf jedem Band erreichten ITU-Zonen, HQ-Stationen (Sonderstationen der Mitgliedsverbände) und Repräsentanten der IARU.

Eine für die meisten Contestprogramme verwendbare Länderdatei <ref>Aktuelle CTY.DAT: siehe http://www.country-files.com/cty</ref> wird von OM Jim Reisert, AD1C, regelmäßig gepflegt. Diese Datei liegt im Textformat vor, so dass sie ggf. vom Nutzer von Hand editiert werden kann, um Sonderrufzeichen oder kurzfristig angekündigte Expeditionen zu berücksichtigen.

Beachte den Unterschied zwischen DXCC- und CQ-WW-Gebieten, aber auch die R-150-S-Liste.

Gibt es Multiplikatoren auch im UKW-Contest?

In einigen regionalen Contesten zählt die Anzahl der gearbeiteten Großfelder (JO41, JO42, ...) als Multiplikator. Auch der Abstand zwischen dem eigenen Großfeld und dem der anderen Station kann als zusätzlicher Multiplikator zählen. Gleiches Großfeld zählt 1 Punkt, Großfelder, die direkt an das eigene angrenzen zählen 2 Punkte, Großfelder, die neben denen liegen, die an das eigene angrenzen, zählen 3 Punkte usw. Im Nordic-Activity-Contest erhält man pauschal für jedes QSO oberhalb von 23 cm einen oder mehrere Multiplikatorpunke. Je höher das Band, desto höher der Multiplikator. Bei den DARC-UKW-Contesten gibt es solche Multiplikatoren nicht.

Was ist ein (DXCC)-Gebiet?

Gebiete entsprechen ungefähr Ländern oder administrativen Gebieten. Es gibt aber auch eine Reihe von Inseln oder sogar Riffen, die als Gebiete zählen. Grundlage für die DXCC-Länderliste sind die Kriterien der ARRL, die das DX-Century-Club-Diplom (DXCC) herausgibt. Es gibt dort auch etliche Länder, die aus Tradition DXCC-Status haben wie beispielweise Schottland, England, Wales und Nordirland. Hingegen zählen Freistaaten wie Bayern, Sachsen oder Thüringen nicht als eigene DXCC-Länder. In vielen Contesten zählen für Europa zusätzliche Länder der WAE-Länderliste wie die Shetland-Inseln oder Sizilien.

Weiterführende Informationen unter <ref>Webseite des DXCC-Programms der ARRL: http://www.arrl.org/dxcc</ref><ref>WAE ist das vom DARC herausgegebene Diplom Worked All Europe; Basis für dieses Diplom sind die Länder Europas, die im wesentlichen mit den DXCC-Ländern in Europa identisch sind; zusätzlich kommen hinzu: IT9 (Sizilien), GM/S (Shetland-Inseln), 4U1VIC (UN Wien), JW/B (Bäreninsel) und der europäische Teil der Türkei (TA1). Die aktuelle WAE-Länderliste ist auf den Webseiten des DARC-DX-Referats veröffentlicht.</ref>.

Was ist eine CQ-Zone und was ist eine ITU-Zone ?

Die Welt wurde 1947 von der amerikanischen Amateurfunkzeitschrift CQ für das WAZ-Diplomprogramm<ref>Webseite des WAZ-Diplomprogramms der Zeitschrift CQ: http://www.cq-amateur-radio.com/cq_awards/cq_waz_awards/index_cq_waz_award.html</ref> in 40 sog. CQ-Zonen unterteilt, die in einigen Contesten als Multiplikator dienen.

Das Ganze ist nicht zu verwechseln mit den von der ITU definierten 90 ITU-Zonen.

Welche Bänder kann ich im Contest benutzen? (KW)

Das hängt vom konkreten Contest ab. Es gibt Einband-Conteste, z.B. den DARC-10-m-Contest. Viele Conteste erlauben Funkbetrieb auf den klassischen KW-Bändern von 10 m bis 80 m, oder sogar bis 160 m. Dabei sollte man aber auch, im Interesse eines freundlichen Miteinanders mit den "Nichtcontestern" auch die von der IARU empfohlenen contestfreien Bereiche repektieren. So ist für Contestbetrieb im 80-m-Band für Telegrafie nur der Bereich von 3510 - 3560 kHz, in SSB von 3600 - 3650 und von 3700 - 3800 kHz vorgesehen. Auch auf dem 20-m-Band gibt es solche Empfehlungen. Hier ist der CW-Bereich von 14000 bis 14060 kHz und der der SSB-Sektor für Conteste von 14125 bis 14300 kHz festgelegt. Auf den WARC-Bändern 30 m, 17 m und 12 m gibt es keine Conteste.

Welche Bänder kann ich im Contest benutzen? (UKW)

Auch hier hängt das vom jeweiligen Contest ab. Ein Blick in die Auschreibungen hilft da weiter. Die DARC-UKW-Conteste finden in der Regel auf allen Bändern ab 2 m aufwärts statt. Ausnahmen sind hier der DARC-Mikrowellenwettbewerb (23 cm und höher), der UKW-Sommerfieldday (2 m bis 6 cm) und die IARU-Region-1-VHF/UHF-Conteste (nur VHF / 70 cm und höher / VHF CW). Es gibt aber auch Kurzconteste, die erst 3 Stunden auf 2 m und dann 3 Stunden auf 70 cm stattfinden. Die wöchentlich stattfindenden Nordic-Activity-Conteste sind Einband-Wettbewerbe, d.h. es wird nur auf 6 m, 4 m, 2 m, 70 cm oder 23 cm gefunkt. Allerdings werden alle Mikrowellenbänder oberhalb von 23 cm in einem Wettbewerb zusammengefasst.

Was sind die WARC-Bänder?

Die WARC-Bänder sind 30 m, 17 m und 12 m. Sie sind nach der World Amateur Radio Conference 1979 benannt, die diese Bänder für den Amateurfunk erschlossen hat. Die WARC-Bänder werden nicht für Conteste benutzt.

Kann ich eine Station mehrfach arbeiten?

Im Allgemeinen kann man eine Station einmal pro Band und/oder Band-Betriebsart arbeiten. Beispielsweise sind so im WAE-SSB-Contest 5 Verbindungen mit KC1XX erlaubt, also auf jedem Band eine. In einigen Mixmode-Contesten kann man jede Station auf jedem Band einmal in CW und einmal in SSB arbeiten. Es gibt aber Conteste, wie z.B. der Holyland-Contest, wo ausdrücklich jede Station je Band, je Mode gearbeitet werden darf. ( also 1* CW, 1*SSB, 1* RTTY usw. auf jedem Band)

Was passiert, wenn ich eine Station mehrmals auf dem selben Band in der selben Betriebsart arbeite?

Doppelverbindungen (Dupes) werden nicht gewertet, sollten aber - wenn passiert - auf jeden Fall geloggt werden. In den meisten Contesten wird heute das Cabrillo-Format verwendet und die Punktebewertung geschieht beim Auswerter. Dieser erkennt Doppelverbindungen automatisch, es entsteht einem kein Nachteil durch das Doppel-QSO.

Dupes sollten auf keinen Fall im Log gelöscht werden, ebenso sollte man (wenn man selbst CQ ruft) anrufende Stationen, die bereits (u.U. nur vermeintlich) auf dem Band gearbeitet wurden, wiederholt arbeiten und nicht mit "sri, QSO before" etc. abspeisen. Einerseits ist dies in der Regel wesentlich schneller, andererseits besteht eine hohe Chance, dass das eigene Rufzeichen bisher im Log der Gegenstation gar nicht oder falsch stand. Dafür gibt es etliche Gründe - von Vertippen über Computerabsturz mit Datenverlust bis zum nicht so seltenen Fall, dass ein CQ-Rufer einen knapp neben seiner Frequenz liegenden Anruf und Rapport für sich loggt, obwohl er gar nicht gemeint war.