Single-Operator-Betrieb

Aus BCC Contest- & Technik-Lexikon
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Betriebstechnik

(aus dem BCC-Handbuch, überarbeiten!)

Single Operator ist nicht nur die älteste, sondern auch die meist verbreitete Klasse aller Conteste. Man genießt die ungeteilte Freude eines Erfolgs, ist aber auch der Alleinschuldige, falls es nicht so gelaufen ist, wie geplant. Eine besondere Herausforderung ist es, als Single Operator in der Low Power-Klasse – üblicherweise ist dabei die Ausgangsleistung auf 100 W begrenzt – teilzunehmen. Darüber, worauf auf dem Weg zu einer erfolgreichen Contest-Teilnahme als SOLP zu achten ist, handelt das nächste Kapitel. Freilich, die eine oder andere Ausführung wird man mit Sicherheit auch in der High Power-Klasse hilfreich finden.

Low Power

Jeder von uns hat es sicher schon so oder ähnlich erlebt; man diskutiert mit einem befreundeten OM über den Funker-Gott und die Welt und auf die Frage, ob er nicht bei einem der kommenden Conteste teilnehmen möchte, bekommt man die Antwort »Nee, ich habe nur 100 W und auch keine gescheite Antenne«. Muss man, um an einem Contest erfolgreich teilzunehmen, gleich eine große PA und für jedes Band einen 5-Element Monobandbeam haben?

Es gibt OMs, die die Teilnahme an einem Contest mit Low Power mit Leiden gleichsetzen oder sogar es als Masochistenfunkerei bezeichnen. Vielleicht sollten sie es erst ein paarmal probieren, denn ich finde es nicht nur abwechslungsreicher, als von einer High Power-Station zu funken, sondern auch die Anforderungen an den Operator sind vielseitiger.

Ich nehme an Contesten seit gefühlten 100 Jahren teil. Allerdings hat in allen den Jahren selten der QSO-Zähler die Grenze von 100 QSOs pro Contest überschritten. Als ich mich, dank einer geänderten Freizeitgestaltung, vor wenigen Jahren entschlossen habe, mich dem Contesten ernster zu widmen, hat sich auch für mich die o. g. Frage gestellt. Zumindest der erste Teil der Frage war sofort beantwortet. Wenn man mit 100 W die DXCC-Liste fast vollständig abgearbeitet hat, wird es wohl kaum einen Grund geben, warum man mit dieser Leistung nicht auch das Contesten angehen sollte. Die zweite Hälfte der Frage ist freilich schon schwieriger zu beantworten, aber dazu später mehr. An meine ersten ernst gemeinte Conteste bin ich mit viel Begeisterung herangegenangen, um schnell belehrt zu werden, dass die Begeisterung alleine wohl nicht reichen wird, um sich im vorderen Teil des Feldes zu platzieren. Um diese Zeit ist mir ein sehr lesenswerter Artikel [36] von Ilkka/OH1WZ in die Hände gekommen, in dem er seine Versuche beschreibt, den CQWW EU-Rekord auf 80 m zu brechen. Seine Akribie hat mich beeindruckt, mir viele Anregungen gegeben und auch zu der Erkenntnis geführt, dass alleine durch eine gute Vorbereitung wohl kaum ein Contest zu gewinnen ist, aber ohne wird kein gutes Ergebnis zu erreichen sein! Es gibt verschiedene Möglichkeiten an einem Contest teilzunehmen. Man kann nur die fehlenden Stationen für ein Diplom suchen, man möchte seine Station oder die Bedingungen testen, man möchte nur für ein paar Stunden die Atmosphäre eines Wettbewerbs schnuppern u. v. a. Nachfolgend werde ich mich allerdings ausschließlich mit dem Thema beschäftigen, welche Vorgehensweise geeignet ist, um sich im vorderen Teil der Teilnehmerliste zu platzieren.

Motto

Falls der eine oder andere Leser erwartet, dass ich hier den Zaubertrick beschreibe, wie man mit Low Power in einem Contest auch die großen Stationen schlagen kann oder mit Ansage einen Contest gewinnen kann, darf er bereits an dieser Stelle aufhören zu lesen. Denn, falls es so einen Trick gibt, ich kenne den nicht! Meine Contest-Philosophie basiert eher auf dem Ansatz, wenn ich durch zehn Kleinigkeiten mein Ergebnis jeweils um 1 % verbessern kann, dann liege ich auch schon 10 % vor der Konkurrenz.

Bevor man sich konkret die Möglichkeiten anschaut, sollte man die Frage klären, was ist denn anders daran mit Low Power als mit High Power zu contesten? Die überraschende Antwort lautet, es ist nicht jedermanns Sache Low Power zu machen! Denn wie sonst im Leben, es gibt auch Schattenseiten und nur dann, wenn man die Vorteile höher als die Nachteile schätzt, wird man auch mit »Low Power« mit Freude an einem Contest teilnehmen. Was sind aber die Seiten, die den Reiz von Low Power ausmachen? Es ist vor Allem die Tatsache, dass sich die Aufgaben des Operators vom Schwerpunkt reiner Betriebstechnik in die Bereiche Vorbereitung, Taktik und Kreativität verlagern. Es kann zwar einem Unbehagen bereiten, wenn man eine Seriennummer empfängt, die dreimal so groß ist als die eigene, aber gerade dann soll man sich an folgendes Motto erinnern:

Ich kämpfe gegen Stationen, die auch keine bessere QSO-Rate als ich schaffen können und sie tun sich genauso schwer wie ich einen umlagerten Multiplikatoren zu erreichen.

Keiner von uns ist ohne Fehler und auch eine Traumstation wird für die meisten von uns eben nur ein Traum bleiben. Um in einem Contest trotzdem eine Chance auf Erfolg zu wahren, ist das zweite Motto dabei sicher hilfreich:

Die eigenen Stärken und die Stärken der Station müssen dort eingesetzt werden, wo sie die meisten Punkte bringen und die Schwächen sollen möglichst nicht zur Geltung kommen.

Vor dem Contest

Erfahrung

Es gilt nicht nur beim Contesten, dass die Erfahrung einen maßgeblichen Beitrag zum Erfolg liefern kann. Es ist nicht nur die allgemeine funkttechnische Erfahrung, die einem beim Abwickeln eines QSO, bei der Wahl des Bandes, bei der Beurteilung der Ausbreitungsbedingungen oder bei der Vorbereitung der Taktik hilft. Es ist auch die contestspezifische Erfahrung, die die gewinnbringenden Hinweise geben kann. Als schönes Beispiel kann man den Weihnachtscontest des DARC anführen. Wer nicht weiß, dass fast alle in diesem Contest auf 80 m anfangen, um nach genau der Hälfte des Contests auf 40 m zu wechseln, wird wahrscheinlich die entscheidende Zeit auf dem falschen Band verbringen. Und auch eine Low Power-Erfahrung ist etwas, was man sich zuerst erarbeiten muss.

Oft hat man keine 24 oder sogar 48 Stunden Zeit an einem Contest vollzeit teilzunehmen, aber bereits eine oder zwei Stunden Teilnahme können einem für das nächste Jahr, in dem man vielleicht voll teilnehmen möchte, die entscheidenden Hinweise für eine erfolgreiche Teilnahme liefern.

Vorbereitung

Die Vorbereitung auf einen Contest geht mit dem Studium der Ausschreibung los. Denn schon die erste Entscheidung, in welcher Klasse man teilnimmt, kann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Als Beispiel für eine falsche Entscheidung kann der CQWW dienen. Die Assisted-Klasse ist dort unabhängig von der benutzten Leistung ausgeschrieben (Stand 2009), d. h. falls ich in dieser Klasse teilnehme, trete ich dort mit 100W gegen Stationen mit erlaubter Leistung von 1500 W an. Dann hilft auch die beste Taktik und Technik wenig und eine gute Platzierung ist kaum zu erreichen.

Neben der Leistungsfähigkeit der eigenen Station, der Antennensituation, der verfügbaren Zeit, der angenommenen Ausbreitungsbedingungen, der eigenen Ziele sollte man auch die eigene Leistungsfähigkeit sowie die KonkurrenzSituation nicht außer Acht lassen. Die Contest-Ausschreibungen sind vielfältig und mit der Wahl der Klasse legt man eigentlich bereits auch das eigene Ziel fest. Ein wichtiger Punkt der Vorbereitung ist die Einbeziehung der eigenen Erfahrung. Bei der ersten Teilnahme an einem Contest ist man oft von bestimmten, für den Contest spezifischen, Eigenschaften des Contests überrascht. Die Erkenntnisse der vergangenen Jahre soll man als einen der wichtigsten Punkte in die Vorbereitung und die Taktik einfließen lassen. Dazu können auch das letztjährige Log und sogar der UBN-Report als Ergänzung gute Dienste leisten.

Es gehört ebenso zur Vorbereitung, dass man das Logprogramm an den Contest und die eigenen Gewohnheiten und Vorlieben einstellt, die Station und die Antennen überprüft und das Shack vorbereitet. Es ist schon unangenehm, wenn z. B. das Telefon eingeschaltet bleibt und jemand versucht alle 5 Minuten den Funkenden mit großer Ausdauer zu erreichen. Es hat sich bei mir bewährt, eine Checkliste mit allen solchen Punkten für die Vorbereitung zur Hand zu haben und die sukzessiv vor dem Contest abzuarbeiten. Denn eine Sache ist unbestritten, jede Störung, jede Notwendigkeit an der Station was zu ändern oder sie zu verlassen, um z. B. etwas zum Trinken zu holen, kostet im Laufe des Contests Zeit oder zumindest Aufmerksamkeit, die zu verlorenen oder ungültigen Verbindungen im Log führt und die fehlende Prozente im Endergebnis bedeuten kann.

Taktik

Ein wichtiger Teil der Vorbereitung ist auch die Festlegung der Taktik. Dies soll bereits vor dem Beginn des Contests geschehen, denn im Laufe des Contests gibt es weder für tiefgreifende Überlegungen und schon gar nicht für Analysen die erforderliche Zeit.

Auf der Basis der gewählten Klasse legt man die Taktik fest. Die Festlegung der Taktik besteht aus mehreren Schritten. Die Reihenfolge bzw. die Priorität der einzelnen Schritte ist nicht fest, denn die hängt maßgeblich von der Contest-Ausschreibung bzw. weiteren Randbedingungen ab.

Nur wenn sich zeigen sollte, dass die festgelegte Taktik auf falschen Annahmen basiert (z. B. ganz andere Ausbreitungsbedingungen als vorhergesagt), kann man versuchen, im Laufe des Contests die Taktik den Änderungen anzupassen. Änderungen der Strategie und Taktik, die lediglich auf einem Gefühl basieren, sind allerdings selten erfolgreich.

Zeiteinteilung

Es gibt Conteste, in denen Pausen vorgeschrieben sind oder auch nicht jeder schafft es, 48 Stunden durchzufunken. Die Wahl der Ruhepausen kann aber für das Ergebnis maßgeblich sein. Wenn ich – als Beispiel – die einzige Öffnung des Wochenendes auf 10 m verpasst habe, werde ich die fehlenden Multis auf den restlichen Bändern kaum aufholen. Somit verdient die Planung der Pausen eine entsprechende Aufmerksamkeit. Als Parameter ist in erster Linie die eigene Beobachtung der letzten Tage und Vorhersage der Ausbreitungsbedingungen, aber auch das Stationsangebot (Erfahrung vom lezten Jahr oder ähnlichen Contesten) und der eigene Biorhytmus zu berücksichtigen. Allerdings auch die anderen Punkte der Taktik sollen dabei in Betracht gezogen werden.

Punkte

Alle Conteste haben eines gemeinsam: Die Platzierung in der Ergebnisliste. Sie richtet sich nach der Anzahl der Punkte, die man in dem Contest erreicht hat. Oder anders formuliert, das Ziel in einem Contest ist das Erreichen möglichst vieler Punkte. Die Veranstalter der Conteste sorgen mit Feinheiten in der Ausschreibung dafür, dass meistens nicht automatisch die Gleichung gilt, dass die meisten QSOs auch gleich die meisten Punkte bedeuten. Das Endergebnis wird gewöhnlich mit der Formel »Summe der QSO-Punkte mal Summe der Multiplikatoren ist gleich Anzahl der Punkte« berechnet. Da auch nicht jedes QSO immer den gleichen Punktwert hat und auch nicht jeder gearbeitete Multiplikator die gleiche Wertigkeit haben muss, bietet sich hier ein breites Feld von Möglichkeiten an, das Endergebnis durch gute oder schlechte Taktik entsprechend mehr oder weniger positiv zu beeinflussen. Da es wegen der Vielfalt der Conteste nicht möglich ist, eine allgemeingültige Regel aufzustellen, werde ich hier am Beispiel des CQWW WPX und meiner Station andeuten, welche taktische Möglichkeiten man ins Spiel bringen kann.

Zuerst seien hier die Regeln des Contests vereinfacht zusammengefasst: Im CQWW WPX zählt jeder Multiplikator nur einmal, egal auf welchem Band man ihn gearbeitet hat. Ein QSO auf den unteren Bändern (160 m/80 m/40 m) bringt doppelt so viele Punkte wie ein QSO auf den oberen Bändern. Ein DX-QSO ist dreimal so viel Wert als ein lokales QSO. Vor diesem Hintergrund werde ich versuchen im Laufe des Contests folgende Taktikpunkte zu befolgen:

  1. Ich verzichte auf 160 m, weil meine Antenne für das Band eher ein Provisorium ist und entsprechend niedrig ist die erreichbare QSO-Rate. Da es sich um einen großen Contest (nach der Anzahl der teilnehmenden Stationen gemessen) handelt, ist es für das Ergebnis nicht notwendig, die Stationen auch auf 160 m zu arbeiten. Durch das hohe Angebot können die QSOs auch auf den restlichen zwei unteren Bändern ausgeglichen und wahrscheinlich leichter gemacht werden. Die Multiplikatoren zählen nur einmal und somit ist es nicht notwendig, sie gerade auf 160 m zu arbeiten.
  2. Da zur Zeit das 10 m-Band kaum offen sein wird, werde ich das Band nur zu den entscheidenen Zeiten aus der Vorhersage der Ausbreitungsbedingungen kurz testen, ob dort etwas zu holen ist. Das Verpassen einer ausserplanmäßigen Öffnung wird mein Ergebnis nicht sonderlich negativ beeinflussen, denn die Stationen und Multiplikatoren werden auf den zwei verbliebenen oberen Bändern wahrscheinlich leichter zu machen sein.
  3. Ich verzichte auf Versuche Stationen zu arbeiten, bei denen sich ein Pile-Up gebildet hat – d. h. ich werde max. 2 oder 3 Versuche unternehmen so ein QSO zu machen. Denn in diesem Contest ist das Verhältnis von QSOs pro Multiplikator ziemlich niedrig und dadurch wird ein anderer Multiplikator zum Ausgleich wo anders leichter zu beschaffen sein.
  4. In den Übergangszeiten, wenn sowohl die oberen als auch die unteren Bänder nutzbar sind, soll der Schwerpunkt auf den unteren Bändern liegen. Eine EU-Station bringt auf 40 m zwar nur 2 Punkte im Vergleich zu 3 Punkten einer DX-Station auf 20 m, aber die QSO-Rate mit der ich EU auf 40 m arbeiten kann liegt deutlich höher als die QSO-Rate der DX-Stationen auf 20 m. Abgesehen davon, bringt eine EU-Station auf 20 m nur einen Punkt.

Man könnte das sicher noch weiter verfeinern, allerdings je komplizierter die festgelegte Taktik noch wird, desto schwieriger wird es, sie auch umzusetzen. Und ebenso schwierig könnte es dann werden, wenn sich noch die Notwendigkeit ergeben sollte, im Laufe des Contests die Taktik doch anpassen zu müssen.

Multiplikatoren

Wie bereits angedeutet, Multiplikatoren sind einer der entscheidenden Parameter auf dem Weg zum Contesterfolg. Hier sollte man sich in jedem Fall auf die eigene Erfahrung oder auf die Ergebnislisten der vergangenen Jahre stützen. Die signifikante taktische Größe ist, wieviel Zeit man mit dem Versuch verbrauchen darf, einen Multiplikator zu erreichen. Die meisten Logprogramme zeigen zwar diesen Wert laufend an, nur diese Anzeige ist ziemlich trügerisch. Denn sie zeigt den aktuellen Stand an und nicht, welchen Wert dieser Parameter am Ende des Contests annimmt. Dabei ist zu beachten, dass in den meisten Contesten der Zuwachs der Anzahl der Multiplikatoren nicht linear ist, sondern am Anfang sehr stark ist und zum Schluss findet man kaum neue Multiplikatoren mehr. Das bedeutet aber für die Anzeige im Logprogramm, dass diese im Normalfall zu niedrig ist. Oder anders gesagt, es lohnt sich für einen Multiplikator deutlich mehr Zeit zu investieren, als vom Logprogramm angezeigt. Somit sollte als Entscheidungshilfe der Wert am Contestende - anhand der Zahlen der früheren Conteste - und nicht der angezeigte Wert als Entscheidungshilfe herangezogen werden.

Wie man dann mit dieser Information konkret umgeht, wird im nächsten Kapitel behandelt.

Betriebsmodus

Auch mit Low Power kann man CQ rufen! Allerdings führt nach meiner Erfahrung nur ein Mix aus CQ und S&P zum optimalen Ergebnis, wobei das Verhältnis aus später angeführten Gründen meistens mehr oder weniger deutlich zu Gunsten von S&P tendiert. Es ist leider sehr schwer den richtigen Mix herauszufinden, denn der hängt ab von:

Contest
Entscheidend ist, ob man eher zu den gesuchten oder verschmähten Stationen gehört. Leider hilft in den großen Contesten (viele Teilnehmer) oft auch kaum, dass man gesucht wird (z. B. CQWW WPX), denn man findet kaum freie Frequenz zum CQ rufen oder man wird innerhalb kurzer Zeit verdrängt.
Bedingungen
Je schlechter die Bedingungen, desto schwieriger wird es mit Low Power CQ zu rufen. Wenn man jemandem auf CQ antwortet, hat man einigermaßen gute Chancen gehört zu werden. Bei eigenem Rufen wird man wegen des relativ schwachen Signals oder dem häufig hohen Störpegel bei einem Contest einfach überhört.
Station
Es macht Sinn nur auf den Bändern zu rufen, wo auch die Antenne gut ist. Denn eine schlecht angepasste oder eine Kompromiss-Antenne verschluckt die meiste Leistung und mit einem allzu schwachen Signal ist mit CQ kaum Aufmerksamkeit zu erwecken.
Operator
Der Betriebsmodus soll auch dem Geschmack des Operators entsprechen. Mit CQ sind auch bei guten Bedingungen und frequentiertem Contest mit Low Power und einer »normalen« Antenne QSO-Raten von 40 QSO/h bis 50 QSO/h nur sporadisch zu überschreiten. Aber das sind eben Raten, die ein guter Operator auch im S&P erreichen kann und vielleicht mit mehr Freude am Werk. Freilich, diese Aussage gilt auch umgekehrt.

Antennen-Richtung

Einer der positiven Aspekte des Contestens mit Low Power ist, dass man sich nicht dem Stress aussetzen muss, alles zu erreichen, was an einem Contest teilnimmt. Während bei einer High Power-Station ein verpasster Multiplikator bereits die Niederlage bedeuten kann, weiß man mit Low Power, dass man sowieso nicht z. B. alle Zonen erreichen wird. Dadurch kann man auf Bemühungen verzichten, die zwar einen seltenen Multiplikator bringen könnten, aber viel zu viel Zeit mit einem ungewissen Ausgang in Anspruch nehmen. Falls man eine Richtantenne besitzt, kann deswegen die Antenne in Mitteleuropa je nach Tageszeit nach NE oder NW bzw. W stehen bleiben. Nur wenn man über einen, in anderer Richtung sitzenden, Multiplikator stolpert, der auch so bereits zu hören ist, dann kann man die Antenne in seine Richtung drehen, um die Chance zu erhöhen, auch von ihm gehört zu werden. Das Problem ist oft, dass die meisten der seltenen Stationen in einem Contest mit High Power arbeiten, d. h. wenn ich sie erst dann höre, wenn ich meine Antenne dorthin gedreht habe, werde ich wahrscheinlich gar nicht aufgenommen, da mein Signal dort zu schwach ist.

Contest

====Allgemein==== Man könnte den Eindruck gewinnen, dass mit Low Power die Fertigkeit ein QSO abzuwickeln oder einen Multiplikator auf ein anderes Band zu lotsen nicht so wichtig ist, denn die QSO-Raten sind in der Tat nicht berauschend. Aber so einfach ist die Sache auch nicht. Die QSO-Raten sind in der Wirklichkeit ziemlich unregelmäßig verteilt. Beim erfolgreichen CQ-Ruf kann die QSO-Rate über mehrere Minuten mit weit über 100 QSO/h liegen um anschließend wieder auf ziemlich niedrige Werte abfallen. Solche hohen Raten erzielt man oft, wenn man das Glück hat und ein freundlicher Genosse mein Call in den Cluster eingibt. Wenn man aber in so einer Phase nicht in der Lage ist, mehrere rufende Stationen rasch abzufertigen, kann es vorkommen, dass dem einen oder anderen das Warten zu lang wird und er dreht an seinem Abstimmknopf weiter. Wenn man bedenkt, dass man schon bei einem verlorenen QSO und einer durchnittlichen QSO-Rate von 50 QSO/h damit bereits 2 % aller QSOs der aktuellen Stunde verloren hat, merkt man schnell, wie wichtig eine gute Betriebstechnik auch in der Low Power-Klasse ist.

Ähnlich verhält es sich bei einem, erfolgreich auf ein anderes Band gelotsten, Multiplikator, denn eine Chance dafür ergibt sich vielleicht nur einmal im ganzen Contest.

Es ist schwierig zu beschreiben, was eine gute Betriebstechnik überhaupt ist. Aber als Low Power Station verbringt man doch einen großen Teil des Contests damit, den anderen Stationen zuzuhören. Dabei merkt man ziemlich schnell, welche Merkmale des Betriebs einem mehr oder weniger zusagen. Solche Beobachtungen kann man vorteilhaft für die Gestaltung der eigenen Betriebstechnik verwenden.

CQ

CQ oder nicht CQ, das ist die Frage! Falls man sich bei der Contest-Vorbereitung entschlossen hat, einen Teil der Zeit mit CQ zu versuchen, kommen schon die nächsten Probleme. Während bei den kleineren Contesten die Chance eine Frequenz zum CQ-Rufen mit Low Power (in den vom Veranstalter des Contests genehmigten Frequenzbereichen) zu finden, noch einigermassen gegeben ist, grenzt das in vielen der großen Conteste an Unmöglichkeit. Das andere Problem ist, dass viele der, vorwiegend mit üppiger Leistung ausgestatteten, Stationen ihre CQ-Frequenzen nur danach aussuchen, dass sie selber nicht gestört werden. Das heißt aber, wenn man mit Low Power CQ ruft, wird man früher oder später von der Frequenz vertrieben, wenn sich ein starkes Signal in der Nähe befindet. Auch wenn der Anstandsabstand eingehalten wird, ist man von den rufenden Stationen neben dem starkem Signal kaum zu lesen oder aufzunehmen. Es ist verlorene Zeit zu versuchen, den ungeliebten Nachbarn zu vertreiben. Falls auf ein höfliches »pse qsy« keine Reaktion kommt (falls man dort überhaupt gehört wird), dann bleibt einem kaum etwas anderes übrig, als sich ein neues Plätzchen zu suchen. Denn ein Kampf um eine Frequenz mit 100 W führt leider kaum zum Erfolg.

Wie soll man dann überhaupt CQ rufen? Die Erfahrung zeigt, dass mit zunehmender Dauer eines Contests auch bei den großen Stationen die QSO-Raten abfallen und sie sich auf die Stationssuche begeben. Damit entspannt sich oft die Situation auf den Bändern. So kann man sich den Contest so einteilen, dass man in dem ersten Teil überwiegend S&P macht und zum Schluss den, in der Vorbereitung eingeplanten, CQ-Anteil nachholt. Die andere Möglichkeit besteht darin, dass man die Bänder (in erlaubter Weise) voll ausnutzt. Nicht jeder ContestVeranstalter schreibt vor, in welchen Teilen der Bänder die Contester zu funken haben und so kann man z. B. in einem CW-Contest in den SSB-Teil des Bandes ausweichen. Man wird dort wahrscheinlich nicht von allen gefunden, aber mit Low Power reichen einem bereits 50 Stationen, die dort einen in der nächsten Stunde finden werden, um eine akzeptable QSO-Rate zu erreichen. Es ist sicher auch ein Teil der Vorbereitung, sich solche Ausweich-Frequenzen zu überlegen. Nicht zuletzt ist die Suche nach einer CQ-Frequenz auch eine Frage der Flexibilität. Denn im S&P Betrieb stolpert man immer wieder über eine gerade verlassene Freuqenz. Das sollte man freilich gleich ausnutzen. Falls es sich dabei um eine Freuqenz in dem begehrten Teil des Bandes handelt, kann es passieren, dass man sie nicht lange halten kann. Aber wenn man dort auch nur 5 QSOs in einer sehr kurzen Zeitspanne gemacht hat, hat es sich bereits gelohnt.

Und wenn man endlich eine Freuqenz zum CQ gefunden hat, kommt häufig schon die nächste diffizile Entscheidung. Man muss die geplante QSO-Rate für den Contest im Auge behalten und falls die Antworten auf das CQ ausbleiben oder die erreichte QSO-Rate zu niedrig ausfällt, entweder eine neue Frequenz suchen oder sogar wieder auf S&P zurückweichen. Denn auch wenn die Frequenz aus eigener Sicht frei erscheint, bedeutet das noch nicht, dass sie auch wirklich frei ist, dass sie nicht anderweitig gestört ist oder dass man bei den aktuellen Bedingungen auch irgendwo gehört wird.

Pile-Up und Multiplikatoren

Viele setzen den Erfolg in einem Contest gleich mit der Fähigkeit, wie schnell man ein Pile-Up knacken kann und wie schnell man an einen der begehrten Multiplikatoren kommt. Diese Meinung teile ich nicht. Eher umgekehrt, man kann unter dem Zwang bei einem oder mehreren umlagerten Multiplikatoren durchzukommen die entscheidenden Punkte verlieren. Bei der Entscheidung, ob man in einem Pile-Up um einen Multiplikator teilnehmen soll, muss man zwei wichtige Punkte im Auge behalten. Zuerst die Zeit, die man verbrauchen darf, damit sich ein Multiplikator noch lohnt. Es ist aber die Zeit, die ich mir bei der Festlegungen der Contest-Taktik berechnet habe und nicht die, die mein Logprogramm gerade anzeigt. Der zweite Punkt ist deutlich schwieriger zu ermitteln, denn der basiert mehr auf dem Gefühl und der Erfahrung. Man muss die Entscheidung treffen, ob man überhaupt eine realistische Chance hat, in dem aktuellen Pile-Up durchzukommen. In diese Überlegung fliessen nicht nur objektive Tatsachen, wie die Qualität meiner Antenne auf diesem Band ein, sondern auch das Gefühl dafür, wie viele Stationen und mit welchen Signalstärken da wohl rufen können, wie gut die gerufene Station mit dem Pile-Up klar kommt und andere Kriterien. Mit der wachsenden Erfahrung erkennt man bereits auch die Calls der Stationen, die durchgekommen sind und kann entscheiden, ob man mit 100 W überhaupt eine Chance hat oder ob gerade erst die großen Stationen bedient werden. Andererseits kann auch die Vorbereitung auf einen Contest hier eine hilfreiche Rolle spielen. Wenn ich vor dem Contest gelesen habe, dass es sich bei der aktuellen Station um eine große Multioperator-Aktion handelt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich sie später oder am nächsten Tag auch ohne Pile-Up erreichen kann und so kann ich auf die kostspieligen Versuche im Moment verzichten.

Wenn man entschieden hat, dass es den Versuch Wert ist, in einem Pile-Up sein Glück zu versuchen, dann soll man sich trotzdem ein Zeitlimit setzen und nach dessen Ablauf ohne »wenn und aber« die Versuche auch im Fall eines Misserfolgs abbrechen. Denn es gibt keine Garantie, dass man in absehbarer Zeit oder überhaupt Erfolg haben wird. Es kann auch passieren, dass sich die Situation sogar noch verschlechtert, wenn z. B. die Station im DX-Cluster gemeldet wurde und damit neue Interessenten auf die Frequenz angelockt werden.

Falls man aber wenig Chancen sieht erfolgreich an so einem Pile-Up-Wettrennen teilzunehmen, lohnt es sich oft, sich die Frequenz und die Station zu notieren (Bandmap, TRX-Memory, Zettel), um nach ein paar Minuten nochmals die Situation zu checken.

Station

Antennen

Wie ich bereits gezeigt habe, lassen sich durch geschickte Taktik manche Unzulänglichkeiten der eigenen Station verstecken oder deren Auswirkung minimieren. Allerdings bei anderen Contesten kann bereits ein nicht abgedecktes Band schon dazu führen, dass man keine Chance hat, in den Kampf um eine vordere Platzierung einzugreifen.

Für die meisten von uns wird z. B. ein ausreichend hoch, in voller Länge gespannter, Dipol für 160 m wohl für immer nur ein Traum bleiben. Aber das bedeutet nicht, dass man auf die QSOs auf diesem Band verzichten muss bzw. kann. Zum Glück für uns gibt es die »großen« Stationen, die mit exzellenten Antennen ausgerüstet sind und die sich gegen Ende eines Contests über jedes, sei es auch noch so schwaches, Signal freuen. Dann reicht es oft, dass man auch mit nur 100 W und einer sehr provisorischen Antenne QRV ist, um die paar wenigen Multiplikatoren auf dem betroffenen Band ins Log zu bringen, die für ein gutes Abschneiden notwendig sind.

Das Fazit ist ziemlich klar, bevor man sich an die Verbesserung der vorhandenen Antennen macht, sollte zuerst eine Möglichkeit geschaffen werden, auf jedem der sechs Contestbänder (Kurzwelle) QRV zu sein.

SO2R

SO2R ist ein zwiespältiges Thema. Die einen meinen, dass man ohne SO2R keinen Contest gewinnen kann, die anderen kommen auch ohne SO2R gut zu recht. Wenn man davon absieht, dass es nicht jedermanns Sache ist, mit jedem Ohr ein anderes Signal aufzunehmen, scheitert man oft beim Versuch, SO2R einzuführen, bereits an den Voraussetzungen.

Während man sich einen zweiten TRX noch ziemlich problemlos ausleihen kann, ohne ein zweites Antennensystem und entsprechende Trennung, was bei den üblichen räumlichen Gegebenheiten schon eine Herausforderung ist, geht da nichts. Und dann kommen bei Low Power im Vergleich zur High Power noch weitere Unwägbarkeiten dazu. Wie bereits erwähnt, es ist oft schwierig eine Frequenz für das eigene CQ zu halten. Leider ist die Notwendigkeit, sein Rapport oder Call zu wiederholen, bei Low Power ziemlich häufig. Das führt in der üblichen SO2R-Konfiguration (Radio1 CQ, Radio2 S&P) dazu, dass die CQ-Frequenz ziemlich lange ohne Signal bleibt, wenn man mehrmals sein Call oder Rapport auf Radio2 wiederholen muss. Dass sich recht schnell für die freie Frequenz auf einem überfüllten Band ein neuer Interessent findet, ist leider fast unvermeidlich.

Umgekehrt liegen auch die Vorteile auf der Hand. Man kann auf dem zweiten Radio ein anderes Band überwachen, man kann die doch ziemlich langen Pausen zwischen den QSOs beim CQ-Rufen für die Suche nach neuen Multiplikatoren oder Calls nutzen.

Nach dem Contest

Log

An diese Stelle werden sich sicher gleich einige mahnende Stimmen erheben und verlangen, dass mit dem Ende des Contests auch das Log geschlossen werden muss. Früher, als man noch mit Bleistift aufs Papier geloggt hat, hat man bei der Übertragung der QSOs auf die Contest-Formblätter auch DDJØZY auf DJØZY korrigiert, da es offensichtlich war, dass man sich einfach verschrieben hatte. Ebenso wird man kaum etwas Verwerfliches daran finden können, wenn ich einen ØK1DFB auf den richtigen OK1DFB korrigiere. So ist in meinen Augen nichts Falsches daran, das Log nach dem Contest von offensichtlichen Fehlern zu bereinigen.

Und noch ein Hinweis, vielleicht mehr zum Schmunzeln aber doch aus der Praxis; es hilft nicht, dass man die beste Punktezahl aller Low Power Stationen eingefahren hat, wenn man im Log die falsche Klasse eingetragen hat oder sogar vergessen hat, das Log abzuschicken!

Notizen

Wie ich bereits im Kapitel Vorbereitung erwähnt habe, zu den wichtigen Punkten bei der Festlegung der Taktik gehört auch die Erfahrung aus den früheren Teilnahmen an einem Contest. Das Problem ist nur, dass meistens solch eine Teilnahme bereits ein Jahr oder mehr zurückliegt und damit können wesentliche Erkenntnisse leicht in Vergessenheit geraten sein. So ist es am einfachsten, sich nach jedem Contest ein Paar Notizen zu machen, was man bei der nächsten Teilnahme berücksichtigen bzw. besser machen kann. Denn unmittelbar nach einem Contest weiß man am besten, was falsch gelaufen ist oder wo noch Verbesserungspotenzial vorhanden ist.

QSL

Es gibt Diplom-, DXCC-, Punkte- und QSL-Sammler, die an den ContestPunkten kaum interessiert sind. Sie hoffen, über die Punkte, die sie an die teilnehmenden Stationen verteilt haben, an deren begehrte QSL-Karten zu kommen. Und es ist auch nicht selten, dass sich solche Stationen beim nächsten Contest für die eingegangene QSL-Karte mit einem oder sogar mehreren QSOs bedanken, auch wenn sie das QSO für die eigene Sammlung nicht mehr brauchen. Man muss nicht für jedes QSO gleich eine Karte verschicken, aber die eingehenden sollte man schon aus Rücksicht auf den Score der nächsten Jahre beantworten.

Schlusswort

Man darf freilich auch die Nachteile von Low Power nicht verschweigen. In erster Linie ist das die Anfälligkeit dieser Klasse gegen Betrügereien und Tricksereien. Denn die Vorstellung, dass die Anderen in einem Pile-Up auf die Schnelle den kleinen PA-Schalter umlegen, um sich die Wartezeit zu verkürzen oder sogar gleich den Contest jenseits der genehmigten Leistung bestreiten, kann schnell frustrierend wirken. Es wird zwar inzwischen von den Contest-Veranstaltern einiges getan, um solche schwarze Schafe zu entlarven, aber die volle Gerechtigkeit wird es leider auch in der Zukunft nicht geben.

Was viele auch stören kann, ist das Ansehen. Die Low Power-Klasse wird oft als die Klasse der kleinen Leute betrachtet und somit wird auch ein eventueller Erfolg nie den Stellenwert einer vergleichbaren Platzierung in der High PowerKlasse erreichen. Nun, wenn man sich von Eitelkeiten leiten lässt, hat man sich wohl schon mit Amateurfunk das falsche Hobby ausgesucht.

Ich hoffe, dass ich mit diesen paar Vorschlägen und Anregungen dazu beigetragen habe, dass sich in der Zukunft mehr OMs mit »nur« 100 W in das Geschehen eines Contests wagen und wünsche Euch viel Erfolg dabei.

High Power

SO2R

Einleitung

SO2R2 ist eine betriebstechnische Variante für Single OPs, die Leerlaufzeiten durch die Verwendung einer 2. Station nutzt um das Endergebnis zu optimieren. Da die Auslastung des OPs und die Hardware-Voraussetzungen individuell stark variieren, ist es schwierig ein Konzept zu entwerfen, das jeder Einzelsituation gerecht wird. Nicht selten führen erste SO2R-Versuche dazu, dass man sich »verzettelt« und der Contest besser verlaufen wäre, wenn man sich auf eine einzelne Station konzentriert hätte. Deshalb soll in erster Linie ein Überblick gegeben werden, wie man auf einfache Weise SO2R-Betrieb realisieren kann. Obwohl SO2R auf den ersten Blick vorwiegend bei großen Conteststationen verwendet wird, die aufgrund ihrer Ausrüstung auch ohne betriebstechnische Finessen Spitzenplätze belegen können, profitieren insbesondere auch kleinere Stationen und nutzen die Methode um standort- oder antennenbedingte Nachteile auszugleichen. SO2R sollte jedoch nicht der erste Schritt bei der Stationsoptimierung sein. Zunächst sollte geprüft werden, ob es Verbesserungspotential bei Sendeund Empfangsantennen, Transceiver, Antennenumschaltung, Stationsergonomie und Betriebstechnik gibt. Denn was nützt eine perfekte 2R-Strategie in einem DX-Contest, wenn man zu leise ist um mit der 2. Station Multiplikatoren zu arbeiten, das Lowband-QRN auf der Sendeantenne zu groß ist, für den CQ-160 m Contest kein schmales CW-Filter zur Verfügung steht oder beim Bandwechsel Koaxkabel hinter dem Stationstisch geschraubt werden müssen. Auf der anderen Seite sollte man sich aber auch nicht abschrecken lassen, da manchmal nur wenig Mehraufwand erforderlich ist, um sinnvollen 2R-Betrieb durchzuführen.

Pro und contra SO2R

Wann ist SO2R nun von Vorteil? Nehmen wir als Beispiel folgendes Szenario, wie es sich während des CQWW DX CW Contests ereignen könnte:

Es ist Samstag gegen 15:00Z, das dicht belegte 20 m Band öffnet sich gerade nach USA Midwest während auf 15 m mehrere Multiplikatoren aus der Karibik laut zu hören sind. Zwar möchte man unter keinen Umständen die gute QSO-Serie auf der ruhigen 20 m Frequenz aufgeben, andererseits könnten die Multiplikatoren bei nachlassenden Condx am nächsten Tag nicht mehr zu hören sein. Da die 20 m Antenne nur ein kleiner Tribander ist, bleibt die QSO-Rate allerdings niedrig genug um erhebliche Leerlaufzeiten während des CQ-Rufens entstehen zu lassen.

Dieses Dilemma lässt sich wie folgt umgehen, wenn eine 2. Station mit einer brauchbaren Antenne (z. B. einer 2-Element Yagi) zur Verfügung steht:

Die Zeit während des automatischen CQ-Rufs wird zur Multiplikator-Suche auf 15 m verwendet. Bleibt der eigene CQ-Ruf unbeantwortet und der gefundene 15 m Multiplikator geht auf Empfang, kann dieser angerufen werden. Im Idealfall wird das QSO schnell abgewickelt und der Run-Betrieb kann auf 20 m ohne größere Verzögerung fortgesetzt werden ohne dass die Frequenz verloren geht. Die 20 m Frequenz kann während des Multiplikator-Arbeitens beobachtet werden, um auf ein QRL? einer frequenzsuchenden Station reagieren zu können. Klappt das QSO nicht auf Anhieb, wird der Betrieb solange auf 20 m fortgesetzt, bis sich ein neuer, günstiger Moment ergibt. Man sollte das 2. Radio mit Rücksicht auf die Run Station verwenden um die Rate nicht zu verschlechtern. Steht jedoch viel Zeit zur Verfügung, können auch Nicht-Multiplikatoren auf dem 2. Radio angerufen werden. Hierbei ist es oft überraschend, wie enorm sich die QSO-Rate durch ein wenig Betrieb mit der Zweitstation verbessern lässt; in manchen Situationen mehr, als ein großer Beam bringen würde! Vorsicht ist geboten, wenn der 2R-Betrieb ergiebiger als der Run-Betrieb wird. Dann ist es höchste Zeit für einen Bandwechsel! Es kommt also auf die richtige Balance an, damit der eigentliche Betrieb nicht behindert wird und man nicht den Überblick verliert.

Folgende Einsatzmöglichkeiten für die 2. Station sind denkbar und hängen ab von den betriebstechnischen Möglichkeiten des OPs, der Stationsausrüstung und des Contests:

  • Überwachung anderer Bänder hinsichtlich Condx und neuer Multiplikatoren
  • Suchen einer neuen CQ-Frequenz oder einer freien Frequenz, um Multiplikatoren dorthin zu schicken
  • Suchen und Arbeiten neuer Stationen, insbesondere Multiplikatoren
  • gleichberechtigte 2. Station, die bestimmten Bändern zugewiesen ist und bei Bandwechsel übernimmt
  • gleichberechtigte 2. Station für alternierendes CQ-Rufen (insbesondere RTTY)
  • oder einfach nur um wach zu bleiben, die Konkurrenz zu beobachten und Spaß zu haben

All dies sollte richtig dosiert zu einer Verbesserung des Contestergebnisses führen!

Hardware

Wie zu Beginn angedeutet, hängt die eingesetzte Hardware davon ab, was mit SO2R erreicht werden soll und welche Conteste bevorzugt gefahren werden.

Vorsichtsmaßnahmen

Grundsätzlich wird ein Schutz des Empfängereingangs benötigt, der je nach Anwendung und Abstand der Antennen von einer einfachen Sicherung am Empfängereingang, über RX-Bandpassfilter (z. B. BCC-Preselektor) bis zu 100W-Bandpassfilter, Coax-Stubs und High-Power Bandpassfilter in der Antennenzuleitung reichen kann. Zunächst sollten alle Band- und Antennenkombinationen mit QRP durchgemessen werden, um die Stärke des Störsignals zu ermitteln. Achtung, auch mit 5 W Output und abgesetzter Antenne kann eine RXEingangsstufe durchbrennen! Insbesondere auch auf Masseschleifen, zu lange und unabgeschirmte Leitungen und schlechte Kontakte (insbesondere PL- und Cinch-Verbindungen) achten. Die resultierenden Probleme können sehr variabel (Einstrahlung, Störsignale, Gleichrichtereffekte) und schlecht zu lokalisieren sein.

Antennen

Der räumliche Abstand zwischen den Antennen sollte maximal sein, um Störungen zu vermeiden. Multibandantennen sind von Nachteil, da Nebenwellen auf den jeweils anderen Nutzbändern ungedämpft abgestrahlt werden. Antennen aus vielen Einzelteilen können aufgrund der mechanischen Übergänge Interferenz erzeugen, die schwer zu lokalisieren ist und sich mit Bandfiltern nicht beseitigen lässt. Dennoch kann auch bei kleinsten Antennenabständen, wie z. B. unmittelbar nebeneinanderliegenden Strahlern mit separater Speiseleitung SO2R mit hoher Sendeleistung möglich sein. Ein einfacher Multibanddipol kann im CQWW DX SSB eine enttäuschende Antenne für die 2. Station sein und evtl. sogar die CQ-Rate erheblich behindern, dagegen wird sie im CQWW WPX CW auf 40 m und 80 m viele zusätzliche EU-QSOs und -Präfixe bringen.

Antennenumschaltung

Hat bisher ein einfacher manueller Antennenschalter gereicht, müssen nun beide Stationen gleichermaßen Zugriff auf die vorhandenen Antennen haben. Neben den bekannten 6 × 2 oder 10 × 2 Matrixschaltsystemen ist eine gut erreichbare Umsteckleiste mit leistungsfesten BNC-Buchsen eine gute und bedienungssichere Alternative für den Selbstbau. Manchmal ist die Installation eines separaten kleinen Antennensystems für die 2. Station einfacher zu realisieren, als eine komplexe Antennenumschaltung im Shack. Eine andere Möglichkeit ist die strategische Verteilung der Antennen auf die beiden Stationen, sodass entweder immer das übernächste Band zur Verfügung steht, oder jeweils nur die High- oder Low-Band Antennen.

PTT Lockout

In den meisten Contesten ist sinnvollerweise nur ein einziges Signal zur selben Zeit erlaubt. Dies erfordert entweder eine akribische Disziplin des OPs, oder besser eine Lockout-Schaltung, welche nur ein einziges sendendes Radio zulässt, wobei hardware- oder softwaremässige Lösungen möglich sind. Bei einer einfachen Variante steuert das PTT-Signal des einen Radios ein Relais, welches die Tast- oder Mikrofonleitung des jeweils anderen Radios unterbricht. Hierbei handelt es sich um die sogenannte »Last-Win«-Situation. Das zuletzt angesteuerte Radio »gewinnt« die Sendeoption. Bei der »First-Win«-Situation kann das zuletzt angesteuerte Radio die laufende Sendung des ersten Radios nicht unterbrechen. Beide Varianten haben ihre Vorteile, die erstere lässt jedoch eine schnellere Reaktion auf Betriebssituationen, wie z. B. Rückfragen, zu.

NF Umschaltung

Spätestens jetzt stellt sich die Frage, wie intensiv SO2R-Betrieb durchgeführt werden soll. Wird das 2. Radio vorwiegend zur Beobachtung eingesetzt, kann bereits ein evtl. vorhandenes Spektrum-Display ausreichen, um eine Bandöffnung oder ihren Peak zu erkennen. Zum Suchen einer freien Frequenz oder gelegentlichen Beobachten von Stationen kann auch mit dem eingebauten Lautsprecher gearbeitet werden, da eine räumliche Zuordnung des von außerhalb des Kopfhörers kommenden NF-Signals gut möglich ist. In der Regel ist jedoch eine Verteilung der beiden NF-Zweige auf den Kopfhörer sinnvoll, wofür unterschiedlichste Lösungen, sowohl selbstgebaut oder kommerziell, denkbar sind:

  • manuelle Umschaltung: »Links«, »Stereo«, »Rechts«
  • automatische Umschaltung, PTT- oder softwaregesteuert
    • NF des jeweils anderen Radios auf beide Kopfhörerkanäle
    • NF des jeweils anderen Radios nur auf einen Kopfhörerkanal
    • jede denkbare andere Kombination, abhängig von Konzentration des OPs, CQ-Rate und Signalstärke der Gegenstationen

Kommerzielle SO2R-Controller

Mittlerweile sind diverse Controller erhältlich, wobei der Trend eindeutig in Richtung »All-in-One«-Lösungen geht. Es ist nicht nur die Steuerung der NF-Verteilung möglich, sondern teilweise auch die Variante der Lockout-Strategie, Radiosteuerung, CW-Interface und -Keyer, Voice-Recorder und RTTY-Interface bzw. -Soundkarte. Dies kann die Anzahl der benötigten externen Zusatzgeräte und Kabelverbindungen im Shack deutlich reduzieren. Auch ist hiermit eine komfortable Anpassung an verschiedenste Betriebssituationen durch eine Änderung des NF-Verteilungsmodus oder der Lockout-Priorität möglich. Auf der anderen Seite ist aber auch Vorsicht geboten, da die Installation komplex sein kann, insbesondere wenn die Station noch vor dem Contest aufgebaut wird. Hier sind Probleme vorprogrammiert, da im Falle eines Fehlers oder Defekts alle anderen Funktionen wie z. B. CW- und RadioInterface mit ausfallen können und auch HF-Einstrahlung ein häufiges Problem ist.

Eine einfache selbstgebaute Hand-Umschaltung im NF-Zweig kann auch für den fortgeschrittenen OP eine gute Lösung sein und ist nach 24 Stunden Contest oft besser zu bedienen als eine intelligente Vollautomatik.

Stationslayout und Software

Soll echter SO2R-Betrieb mit einer sendenden Zweitstation durchgeführt werden, muss zunächst zwischen 2 Stationskonfigurationen gewählt werden:

1-PC Variante
2 Transceiver, die durch einen einzigen PC gesteuert und je nach Präferenz mit einem einzigen oder 2 separaten Keyer/Mikrofonen verwendet werden. Hierbei erkauft man sich die mögliche Ersparnis von externen Geräten für beide Stationen mit einer erhöhten Stationskomplexität und der Notwendigkeit eines SO2R-Controllers, der zwischen den beiden Stationen hin und her schaltet. Voraussetzung ist eine Contestsoftware, die über Zusatzfunktionen zur Steuerung von 2 Radios sowie zur Kommunikation mit dem SO2R-Controller verfügt, damit die Umschaltung zwischen Radio, NF und QSO-Eingabefenster richtig koordiniert wird.
2-PC Variante
2 vollkommen unabhängige Stationen mit eigenem PC, Tastatur, CW-Keyer, Mikrofon usw. Der Aufbau gleicht einer Multi-Single oder Multi-2 Station, die räumlich so nebeneinander platziert ist, dass der OP

bequem Zugriff auf beide Stationen hat. Die PCs und die Contestsoftware werden hierzu wie beim Multi-OP Betrieb vernetzt, eine spezielle SO2R-Unterstützung ist nicht erforderlich.

Die Vorteile der ersten Variante sind die bequeme Sitzposition des OPs direkt vor dem PC, der in der Regel mittig zwischen den beiden Stationen angeordnet ist, sowie der Operating-Komfort durch die mögliche Automatisierung der Umschaltung zwischen den beiden Stationen. Die Lernkurve ist jedoch steil, die Tücke liegt im Detail. Beispielsweise hört man den eigenen CW-Mithörton nicht mehr, wenn die NF während der Aussendung vollständig auf das Zweitradio gelegt wird. Oder man identifiziert gerade die Seriennummer eines leisen Multiplikators, wenn die NF auf dem linken Ohr wieder auf das CQ-rufende Radio hinüberschwenkt und ein lauter Anrufer den Multiplikator im anderen Ohr übertönt bzw. der Cursor in das CQ-Fenster wechselt. Wird diese Betriebstechnik jedoch perfektioniert, ist sie sicherlich die eleganteste und effektivste Variante.

Die »2-PC Variante« ist weniger fehleranfällig und besser kalkulierbar. Jede Station hat eine eigene Tastatur und Keyer/Mikrofon, sodass jederzeit reagiert werden kann und Rufzeichen oder Nummernfragmente bequem eingetippt werden können, bis das QSO schließlich getätigt wird. Wählt man das »Last-Win« Verfahren, wird im schlimmsten Fall die Sendung des ersten Radios unterbrochen. Ansonsten behält man die vollständige Kontrolle über die Eingabe in der Software und den NF-Fokus. Man muss allerdings Platz für die erforderlichen 2 Tastaturen und CW-Paddles auf dem OP-Tisch einplanen und gelegentlich die Sitzposition dem überwiegend genutzten Radio wieder zuwenden.

Während bei letzterer Variante auch CT/DOS im Netzwerkmodus funktioniert, geht es bei der »1-PC Variante« nur noch mit den modernen Windows-Programmen wie z. B. Win-Test, Writelog und N1MM, die alle SO2R in unterschiedlichster Weise unterstützen, teilweise mit eigens konzipierten Zusatzgeräten. Eine Ausnahme ist TRLOG/DOS, das speziell für SO2R ausgelegt ist. Aufgrund seiner Stabilität hat sich für beide Varianten Win-Test bestens bewährt.

SO2R Techniken

Die übliche Vorgehensweise für SO2R ist der CQ-Ruf mit Radio 1 und das Suchen nach neuen Stationen mit Radio 2. Um die Station mit Radio 2 zu arbeiten wird entweder der richtige Augenblick (ohne Anrufer) an Radio 1 abgewartet, oder Radio 1 ruht solange, bis der Betrieb an Radio 2 beendet ist. Das CQ-Radio sollte stets Priorität haben, damit der eigentliche Contestbetrieb nicht behindert wird. Im Idealfall sollte der Zuhörer nicht bemerken, dass SO2R-Betrieb durchgeführt wird. Richtiges Timing und das Vermeiden von zu leisen und langsamen Stationen auf Radio 2 sind hierzu Voraussetzung.

In manchen Situationen kann alternierendes CQ-Rufen sinnvoll sein, z. B. wenn die QSO-Rate sehr niedrig ist und Search & Pounce keine neuen QSOs liefert. Durch das Einstreuen einiger kurzer CQ-Rufe auf einem anderen Band kann auch getestet werden, ob sich ein Bandwechsel lohnt. Je nach Stationslayout kann das 2. Radio dann einfach den Run-Betrieb übernehmen. Insbesondere in RTTY ist das alternierende CQ-Rufen wegen den langen Durchgängen sinnvoll und bei Top-Contestern üblich.

»Inverser SO2R-Betrieb«: Gelegentlich ist es produktiv mit einem Radio über das Band zu drehen. Dies geht am effektivsten mit 2 VFOs, zwischen denen immer dann gewechselt wird, wenn die Gegenstation noch im QSO ist. Dennoch können auch hier Leerlaufzeiten entstehen, die man durch einen kurzen CQ-Ruf mit Radio 2 auf einem anderen Band füllen kann. Hier ist jedoch höchste Vorsicht geboten, da der CQ-Ruf andere Stationen stören könnte. Dies funktioniert deshalb in der Regel nur auf 10 m oder 15 m, wo die CQ-Frequenz hoch genug im Band platziert werden kann.

SO2R in welchem Contest?

Für SO2R-Betrieb sind insbesondere geeignet:

  • Alle RTTY-Conteste, die SO2R erlauben. Aufgrund der langen Durchgänge und der damit erheblichen Leerlaufzeiten eignet sich RTTY ausgezeichnet für SO2R. Es ist durchaus üblich, auf 2 Bändern alternierend CQ zu rufen und zeitversetzt Stationen zu arbeiten.
  • Alle CW/SSB Conteste mit fixer Austauschziffer: z. B. CQWW DX und IARU HF.
  • Etwas schwieriger, aber dennoch sehr effektiv, ist SO2R bei variabler Austauschziffer: z. B. CQWW WPX, WAEDC, WAG, RDXC.

Im ARRL DX (DX side) findet man mit der 2. Station in der Regel nur die Big Guns, die oft bereits im Log sind. Ausnahme: 10 m/160 m bei schlechten Condx.

Anwendungsbeispiele

Beispiel 1

Vorhanden ist eine gut ausgerüstete Single-OP Station mit einem großen fullsize Tribander und einer abgesetzten Low-Band-Vertikal. Die Präferenz liegt bei DX-Contesten wie CQWW DX, CQWW WPX, ARRL DX und WAEDC. Im Shack ist neben dem neuen Transceiver plus Endstufe noch ein Drake TR7 als Ersatzgerät vorhanden. Dieser wird mit einem BCC-Preselektor kombiniert und an die jeweils nicht benutzte Antenne manuell angeschlossen um Bandöffnungen der Grenzbänder nicht zu verpassen, eine neue CQ-Frequenz auf den dicht belegten unteren Bändern zu suchen und den richtigen Moment zum Bandwechsel zu finden. Der OP fühlt sich bzgl. seiner OP-Strategie nun wesentlich sicherer, verliert keine Zeit bei unüberlegten Bandwechseln auf nicht offene Bänder und wechselt im richtigen Moment auf 10 m um mehrere Multiplikatoren in kurzer Zeit auf ihrem Peak zu arbeiten.

Beispiel 2

Der engagierte Nachwuchscontester betreibt einen kleinen TrapBeam auf dem Hausdach mit unmittelbar darunter hängenden Drahtdipolen für die unteren Bänder. Gegen den Contester aus Beispiel 1 hat er nie eine Chance, weil er in DX zu leise ist. Er ist jedoch ein leidenschaftlicher High-Speed Telegrafist und langweilt sich nicht selten während seiner mehrfachen erfolglosen CQ-Rufe. Er erwirbt einen IC735 plus SB220 günstig auf dem Flohmarkt und ergänzt seine Station nach der »2-PC Variante« mit selbstgebauten Coax-Stubs und einer einfachen NF-Umschaltbox. Da die Störungen zwischen den nahe montierten Antennen zu groß sind, errichtet er zu den großen Contesten im Garten jeweils einen Spiderbeam und eine HF2V 40 m/80 m Vertikal, die an die 2. Station angeschlossen werden. Das genügt um in CW einige zusätzliche QSOs und Multiplikatoren zu arbeiten, die ihn im CQWW WPX CW nahe an das Ergebnis vom Contester aus Beispiel 1 herankommen lassen.

Fazit SO2R ist nicht die erste Option, um die Leistungsfähigkeit der Station zu verbessern. Es existiert jedoch eine große Bandbreite an Möglichkeiten um SO2R zu betreiben. Die wenigsten OPs nutzen tatsächlich die automatisierte Variante mit Softwaresteuerung, SO2R Controller und Antennenumschaltung. Aber auch mit einfachen Mitteln lässt sich effektiver SO2R Betrieb durchführen.

Ein sinnvoller Beginn ist der Bau einer einfachen NF-Umschaltung und die Verwendung eines 2. Radios mit Preselektor an einer vorhandenen Antenne. Wann immer Leerlaufzeiten entstehen, kann auf dem 2. Radio gehört werden. Beispielsweise um den richtigen Zeitpunkt für einen Bandwechsel oder eine neue CQ-Frequenz zu finden. Vielleicht hört man auch nur dem Contester von nebenan auf einem anderen Band zu und ist beruhigt, dass es bei ihm nicht besser läuft. Wenn man mit dieser Betriebstechnik gut zurecht kommt, kann geplant werden, wie intensiv der SO2R-Betrieb auch sendeseitig durchgeführt werden soll.

Man sollte jedoch immer darauf achten, dass der eigentliche Contestbetrieb durch die 2. Station nicht gehemmt wird und dass man andere Stationen durch unachtsame Aussendungen nicht stört. Gerade bei SO2R muss Fair Play und ethisches Verhalten an vorderster Stelle stehen!

Referenzen

Folgende Online-Quellen sind möglicherweise für den angehenden und aktiven SO2R-OP hilfreich.

Bandfilter:

  • 100 W-Bandpassilter nach W3NQN [54]
  • 4O3A High Power Bandpassfilter [2]
  • Dunestar Model 600 100 W Bandpassfilter [20]
  • W3NQN/WXØB 100 W Bandpassfilter [6, 7]

Coax Stubs:

  • K2TR High Power Coax Stubs [37]

SO2R Präsentationen: Single Operator 2 Radio (SO2R) - A true challenge in Contesting [10]

  • Single-Operator Contesting with Two Radios [29]
  • SO2R RTTY Contesting with WriteLog [30]
  • Two Radio Presentation [65]
  • Using SO2R to increase operating time [52]

SO2R Produkte:

  • Basic SO2R Box [11]
  • K8ND [39]
  • Microham MK2R [41]
  • TopTen DX Doubler [21]
  • WXØB SO2R Master [8]

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