Multi-Operator-Betrieb

Aus BCC Contest- & Technik-Lexikon
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(aus dem BCC-Handbuch, überarbeiten!)

Betriebstechnik

Die vorausgegangenen Informationen in diesem Kapitel betreffen Betriebstechnik allgemein, unabhängig von der Teilnahmeklasse. Hier wird nun auf Besonderheiten beim Multi-Operator-Betrieb eingegangen.

Multi-Single oder Multi-Two

In der sehr beliebten Multi-Operator-Single-Transmitter-Kategorie gibt es – je nach Contestausschreibung – Besonderheiten und hilfreiche Hinweise um das Ergebnis zu maximieren.

Die Teilnahmeklasse »Multi-Single« wird in vielen Wettbewerben so ausgelegt: Es darf eine zweite, unabhängige Station betrieben werden, die lediglich Multiplikatoren arbeiten darf.

  • So ist es z. B. im CQ-WW-DX-Contest. Es gelten aber dort sowohl für die RUN- als auch für die MULT-Station gewisse Zeitbeschränkungen nämlich die 10-Minuten-Regel. Sowohl Haupt- als auch Multiplikator-Station dürfen frühestens 10 Minuten nach dem ersten QSO auf Band A ein QSO auf Band B loggen. Für jede der beiden Stationen gilt ein eigenes 10-Minuten-Fenster. Beim Arbeiten eines Multiplikators muss der Betrieb an der Hauptstation nicht unterbrochen werden.
  • Beim WAE-DX-Contest dürfen in der Multi-OP-Klasse prinzipiell bis zu fünf Stationen gleichzeitig betrieben werden, von denen jedoch eine die RUN-Station ist und die anderen lediglich Multiplikatoren arbeiten dürfen. RUN darf frühestens nach 10 Minuten QSY machen, die Multiplikatorstationen sind »frei«. QTCs dürfen jedoch nur von RUN geloggt werden. Die QSY-Zeit wird durch das letzte QSO auf dem vorletzten Band bestimmt. Beim Arbeiten eines Multiplikators muss der Betrieb an der Hauptstation nicht unterbrochen werden.
  • Im ARRL-DX-Contest und im CQ-WPX Contest hat man sich für die Teilung der Multi-OP-Kategorie in Multi-OP/Single-TX und Multi-OP/2-TX entschieden. In der einfachen Kategorie ist deshalb wirklich nur ein Sender erlaubt.

Alternativ zu Multi-Single gibt es die Multi-Two-Kategorie. Zwei Sender, genannt RUN1 und RUN2 dürfen hier unabhängig voneinander die Bänder beackern und jeweils bis zu 8 Bandwechsel pro Stunde durchführen.

Es gibt in jedem Wettbewerb Eigenheiten und es empfiehlt sich, diese zu kennen und zu beachten. Die Nutzung von DX-Cluster, Skimmer und Reverse Beacon Network ist in der Multi-Operator-Kategorie in allen wesentlichen Wettbewerben zugelassen.

Softwareunterstützung

Gängige Contestsoftware wie Win-Test unterstützt Multi-Operator-Stationen durch verschiedene Features:

  • IP-basierte Vernetzung und automatisierte Synchronisation der Logs. Jede Station hat alle Informationen über QSOs und Multiplikatoren jederzeit aktuell vorliegen.
  • Funktionen zur Kommunikation wie GAB oder PASS.
  • Es gibt sowohl für die Haupt- als auch für die Multiplikatorstatstation jeweils einen Timer, der die noch einzuhaltende Verweildauer auf dem jeweiligen Band in Minuten und Sekunden anzeigt.
  • Es kann zwischen Hauptstation (RUN) und Multiplikatorstation (MULT) umgeschaltet werden, um die bei manchen Contesten geforderte Unterscheidung von Run- und Multiplikator-Station im Cabrillo-File zu dokumentieren.
  • Möglichkeit den Betrieb mit zwei Operateuren zu gestalten (sog. »Partner Mode«).

Multi Single

Man kann eine Multi-Single Station klassich mit einem Transceiver betreiben, an dem mehrere Operateure sich im Betrieb abwechseln.

Ernsthafte Teilnehmer betreiben jedoch zwei, drei oder noch mehr Stationen. Die Hauptstation (RUN) ist dafür zuständig dass kontinuierlich QSOs ins Log kommen, also CQ zu rufen oder mit S&P Mode Stationen anzurufen. Die Aufgabe der zweiten Station (MULT) ist, Multiplikatoren zu suchen und im Rahmen der Regeln zu arbeiten, die der dritten Station besteht darin, einen bevorstehenden Bandwechsel vorzubereiten, schon einmal neue Multiplikatoren oder Stationen auf dem neuen Band zu avisieren und in die Band Map einzutragen, um dann beim Bandwechsel in Sekundenschnelle das neue Band zu übernehmen.

Der Betrieb einer Multi-Single-Station erfordert je nach Wettbewerb mehr als zwei OPs. Erfolgreiche WWDX-M/S-Stationen haben typischerweise drei bis sechs OPs. Dabei kann die Mischung unterschiedlich sein, nicht jeder ruft gerne stundenlang CQ. Der Operator an der RUN Station muss sich darauf konzentrieren, möglichst viele QSOs ins Log zu bekommen, ohne besonders auf DX-Spots, Multiplikatoren usw. zu achten. Seine Aufgabe ist es, QSOs in Log zu bekommen; selbst wenn die Rate fällt, muss er den Betrieb aufrecht erhalten, notfalls werden eben Stationen angerufen.

Der OP an der MULT Station dagegen konzentriert sich auf das Arbeiten von Multiplikatoren sowie Pflege der Band Map und weist die Hauptstation ggf. auf besondere Ereignisse oder Bandöffnungen hin. Er muss die Ausbreitungsbedingungen gut kennen und DXer-Eigenschaften besitzen, dabei aber nicht die Wirtschaftlichkeit von Multiplikatoren vergessen – d. h. wenn bei einer seltenen Station kein Durchkommen möglich ist, rechtzeitig davon abzulassen, anstatt minutenlang hinterherzurufen.

Die Rollen der beiden Stationen RUN und MULT können während des Wettbewerbs beliebig oft getauscht werden. Beispielsweise RUN auf 40 m, MULT sucht auf 20 m Multiplikatoren. Entscheidung: Wechsel auf 20 m. MULT wird zu RUN, die andere Station kann nun in Ruhe QSY machen, ein neues Band nach Multiplikatoren absuchen und frühstens nach 10 Minuten den RUN-Betrieb wieder übernehmen.

Die Kommunikation zwischen den OPs an den beiden Stationen ist sehr wichtig; dabei nützlich ist die GAB-Funktion gängiger Contest-Programme, bei WinTest: <Alt>-G.

Cluster-Meldungen sind zwar wichtig um das Bandgeschehen im Auge zu behalten, aber am ersten Tag sollte man sich nicht darauf versteifen, die dort gemeldeten Multiplikatoren wegzuarbeiten. Geht man ausschließlich den Cluster-Spots nach, so findet man sich im Pile-up immer mit den gleichen Stationen wieder – und wenn man nicht gerade eine Superstation hat – ist die Reihenfolge im Pile-up immer dieselbe und man verliert dadurch Zeit.

Es lohnt sich fast immer, am ersten Tag auf dem höchsten offenen Band CQ zu rufen. Einerseits kommen auf diese Weise viele Multiplikatoren von selbst ins Log. Außerdem kann es sein, daß am zweiten Tag die Ausbreitungsbedingungen zusammenbrechen und deshalb viele QSOs gar nicht mehr zustandekommen. Am zweiten Tag wendet sich das Blatt. Jetzt sind die meisten gängigen Multiplikatoren im Log und nun sind die Meldungen im DX-Cluster interessanter. Es sollte jeder einzelnen nachgegangen werden. Um den Überblick nicht zu verlieren, sollte die Band Map sauber gehalten werden, d. h. Falschmeldungen oder unhörbare Stationen aus der Liste löschen.

Üblicherweise werden am ersten Tag ca. 60 % der Gesamt-QSOs und 75 % der Multiplikatoren gearbeitet. Man kann so nach 24 Stunden bereits das Endergebnis einigermaßen sicher abschätzen.

Multi Two

Der Multi-Two-Betrieb unterscheidet sich vom Multi-Single-Betrieb darin, dass zwei Stationen RUN1 und RUN2 betrieben werden dürfen, die unabhängig voneinander sind und sowohl QSOs als auch Multiplikatoren arbeiten dürfen.

Die Zahl der Bandwechsel sind limitiert auf üblicherweise 8 pro Station pro Stunde – wobei ein kurzes QSY und wieder zurück als zwei Bandwechsel zählt. Im Sinne einer möglichst hohen Endpunktzahl ist Multi-Two dem Multi-SingleBetrieb vorzuziehen.

Sehr erfolgreiche Multi-Two-Stationen halten sogar meist drei oder vier Stationen in Betrieb. Die dritte und vierte dient zur Vorbereitung des nächsten Bandwechsels bzw. nutzt die Möglichkeit, schnell einen Multi auf einem anderen Band zu arbeiten.

Multi Multi

Die folgenden Hinweise gelten vor allem für Multi-Multi-Betrieb im WWDXContest von einem seltenen Land aus. Sie entstanden aus Notizen beim Betrieb von CN8WW in den Jahren 1999 und 2000.

Strategie der ersten Stunden

Die ersten Stunden haben ein Motto: Run, run, run. Das heißt CQ-Rufen und QSO-Fahren, was das Zeug hält. Zumindest auf den offenen Bändern, im WWDX meistens 20 m–160 m. Auf 15 m und 10 m gilt analoges, sobald sich das Band öffnet, bzw. erstmalig nach USA aufgeht. Es muss Zeit gewonnen werden für langsame QSOs und Multiplikatoren. Stationen, die gleich zu Anfang des Wettbewerbs QRV sind, sind üblicherweise schnelle, präzise OPs, die in kürzester Zeit weggearbeitet werden können. Der Andrang ist meist enorm und kann dann über längere Zeit aufrecht erhalten werden, wenn es gelingt, die QSO-Rate hoch zu halten.

Am Tag 1 kann man getrost 99 % der Cluster-Spots ignorieren. Mit einem gewissen Fingerspitzengefühl muss man die kritischen Multiplikatoren erkennen und diesen Meldungen nachgehen, alles andere kann man erst einmal links liegenlassen. Viele Multiplikatoren kommen von alleine.

Am Tag 2 schaut die Sache ganz anders aus. Das Ziel ist, jeden Multi, der auf dem Band überhaupt auftaucht, ins Log zu bekommen. Es sollte nun jedem Multi aus dem DX-Cluster nachgegangen werden – jetzt, da auch die QSO-Raten etwas langsamer sind, ist genug Zeit dafür.

Informationen im Log nutzen

Die unter Win-Test nutzbare Check-Partial-Funktion (Taste F8) bzw. Super-CheckPartial (Taste F12) ist gerade im Multi-Multi-Betrieb eine sehr nützliche Einrichtung. Oft arbeitet man eine Station nicht zum ersten mal und wenn nur Fragmente des Rufzeichens gehört werden, kann man diese bereits vorbereitend eintippen und mit Check-Partial nachsehen, ob sich ein passendes Rufzeichen bereits im Log befindet. Indem man das Check-Partial-Fenster im Augenwinkel behält, kann man oft durch gezieltes Raten das Rufzeichen auch bei schwachen oder schwer lesbaren Signalen ermitteln.

Eine Spezialität ist das Fehlen eines oder mehrerer Buchstaben unter besonders schwierigen Bedingungen. Hier kann man anstelle der fehlenden Buchstaben ein Fragezeichen »?« eintragen. Win-Test wertet dieses erstens als Wildcard und das Fragezeichen hat im Rufzeichenfeld noch die Sonderbedeutung, daß es überschreibbar ist (d. h. hier kein Insert-Mode). Ist diese Funktion erst einmal bekannt, dann erkennt man hier ein überaus praktisches Feature, um »Grasnarben-QSOs« zu vervollständigen.

Eine weitere Informationsquelle ist das Check-Call-Fenster von Win-Test. Viele Stationen versuchen mehrere oder alle Bänder mit seltenen Stationen komplett zu bekommen. Oft kann ein Blick in das Check-Call-Fenster die letzten Zweifel über die Korrektheit eines Rufzeichens zerstreuen. Findet man die Station bereits auf anderen Bändern im Log, auf dem aktuellen aber nicht, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Rufzeichen so, wie es jetzt da steht, korrekt ist.

Multiplikatoren verschicken

Bereits ab Minute 1 des Betriebes ist das Verschicken von Mutiplikatoren eine gute Möglichkeit, die Multiplikatorliste auf allen Bändern aufzufüllen. Alle kritischen Multiplikatoren werden – wenn sie anrufen – gebeten, die Station auf dem benachbarten Band ebenfalls anzurufen. Der Aufwand ist gering und es wird im Endeffekt wertvolle Zeit eingespart, da der Multiplikator später nicht mehr gesucht werden muss. Wichtig ist, daß alle an der Operation beteiligten OPs sich bewusst sind, welche Multiplikatoren wo fehlen, um zielgerichtet verschicken zu können. Bei Win-Test sollte deshalb stets das Check-Country-Fenster geöffnet sein und im Augenwinkel behalten werden.

Win-Test bietet – bei entsprechender Anbindung der Transceiver – die Möglichkeit, die Frequenz im Win-Test-Netz bekanntzugeben. Mit <Alt>-J kann ein Fenster geöffnet werden, in dem sowohl die Run-Frequenz als auch eine sog. Pass-Frequenz angezeigt wird. Die eingeführte Konvention ist so:

  • Wird selbst CQ gerufen, d. h. man hat eine Run-Frequenz, trägt man in der Pass-Frequenz Bandanfang ein (z. B. 14000).
  • Dreht man übers Band, d. h. es gibt keine Run-Frequenz, dann trägt man eine Pass-Frequenz ein auf die Multiplikatoren ggf. hin verschickt werden.

Durch diese Konvention wissen die Stationen der anderen Bänder immer, auf welche Frequenz verschickt werden soll. Eiserne Disziplin ist hier angesagt.

Falls eine Station verschickt wird, muss über die PASS-Funktion (Win-Test: <Alt>-D) ein kurzer Hinweis gegeben werden, damit dem erwarteten Multiplikator die entsprechende Aufmerksamkeit zuteil wird (z. B. Antennenrichtung) oder Pile-Up anhalten und gezielt rufen.

Betrieb des MOZ

Das MOZ (»Multiplikator-Organisatsions-Zentrum«, aus der Begriffswelt von LX7A stammend) dient in der Endphase des Contests dazu, Multiplikator-Lücken zu füllen. Hierzu wird gegen 12:00 UTC Sonntags eine Bestandsaufnahme gemacht und potentielle Stationen, die auf bestimmten Bändern noch fehlen, ermittelt. Das MOZ sucht dann mit einem eigenen Empfänger diese Stationen auf den Bändern (evtl. unter Zuhilfenahme von DX-Cluster), weist danach die jeweilige Band-Station an, Kontakt mit dieser aufzunehmen und ein QSY auf das Band zu vereinbaren, auf dem diese noch benötigt wird.

Da am Ende des Wettbewerbs jeder Multiplikator sehr viel wert ist, lohnt der zusätzliche Aufwand. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten dies einsehen.

Zwei OPs an der Station

Zur Steigerung der Effektivität und entsprechendes Personal vorausgesetzt, können an jeder Station zwei OPs arbeiten. Die Arbeitsteilung ist in SSB so, daß der 1. OP alle Sendeoperationen vornimmt, während beide jeweils einen eigenen Empfänger, evtl. mit unterschiedlichen Antennen betreiben. Jeder der beiden OPs hat einen eigenen Computer, kann Rufzeichen eintragen und auch ggf. loggen. In CW ist es ähnlich, jedoch kann hier der 2. OP sogar einen Zugang zum Sender bekommen, d. h. hier sind zwei Tast-Interfaces parallel am Sender anzuschließen.

Per Win-Test Partner-Mode sind beide OPs miteinander verbunden. Der 1. OP sieht was der 2. OP tippt und umgekehrt. Der 1. OP kann aus dem Partner-Fenster mit einem Klick ein Rufzeichen in das Eingabefeld holen.

In SSB fährt der 1. OP alle QSOs selbst. Der 2. OP nutzt seinen Empfänger um aus dem Pile-Up möglichst ein zweites Rufzeichen oder zumindest ein Fragment vollständig herauszuhören, tippt es in seinem Rechner ein und macht ggf. den 1. OP in der Schlussphase seines QSOs darauf aufmerksam. Der 1. OP ruft nun dieses Rufzeichen auf und fährt ein weiteres QSO. So kann wirksam und wiederholt eine QRZ-Phase eingespart werden.

In CW ergänzen sich die zwei Operateure gegenseitig. Der eine konzentriert sich z. B. auf die hohen, der andere auf die tiefen Anrufer. Oder man macht einen kleinen Wettkampf, wie gut die beiden OPs Rufzeichen aufnehmen können. Wer zuerst das vollständige Rufzeichen hat, darf auf Sendung gehen und das QSO fahren. Sinnvoll ist hier eine digitale Lockout-Schaltung, die sicherstellt, dass nicht beide OPs gleichzeitig auf Sendung gehen und damit die Telegrafie unlesbar wird.

Oft ist bei zwei OPs das Hörverhalten unterschiedlich und so kann häufig ein zweites Rufzeichen oder zumindest ein Bruchstück davon aufgenommen werden.

Da in CW das Arbeiten mit Rufzeichenfragmenten jedoch unsicher und mühsam ist (jedes Fragezeichen sollte vermieden werden, da es von vielen als erneute Aufforderung zum Senden verstanden wird), sollten nur komplette Rufzeichen gegeben werden.

Zu erwähnen ist noch, dass der Empfängereingang des 2. Operators bei Sendebetrieb unbedingt zu schützen ist (MUTE), z. B. durch Tastung der PTT; einerseits deshalb, weil der Empfängereingang durch die empfangene Aussendung zerstört werden kann (Vorverstärker, 1. Mischer oder Abschwächerwiderstände sind meistens das Opfer), andererseits, weil die AGC beim Zurückschalten auf Empfang meist zulange braucht, bis der Empfänger wieder brauchbar ist.

Man kann darauf verzichten, wenn die Empfangantennen weit genug von den Sendeantennen entfernt sind oder wenn es gelingt, das empfangene Sendesignal der Hauptstation durch technische Maßnahmen erheblich zu reduzieren (z. B. durch negatives Feedback).

Operator-Einweisung, Schichtplanung und Zielsetzung

Im Sinne eines effektiven Einsatzes von Operator-Ressourcen sollten folgende Dinge beachtet werden.

Zunächst sind bei Multi-Operator-Betrieb oft unterschiedliche Kenntnisse über die Besonderheiten der Station vorhanden. Wie die Cluster-Anbindung funktioniert, wie man mit dem Stacking von Antennen umgeht, welche Rotorsteuergeräte welche Antennen drehen ist Newcomern an der Station manchmal nicht klar. Während des Contestbetriebs ergibt sich nur selten die Möglichkeit nachzufragen. Ein formales Operator-Briefing vor dem Contest ist deshalb sinvoll, möglichst begleitet von Schemazeichnungen und Diagrammen, die es erlauben, auch während des Contests mal schnell nachzusehen.

Eine zeitliche Einteilung des Betriebes sollte ebenfalls vorher abgestimmt werden. Dies kann sogar bereits in den Tagen vor dem Contest per E-Mail gemacht werden, so dass sich jeder auf Operating- und Ruhezeiten vorbereiten kann. Ohne Schichtplanung entstehen sonst Totzeiten in Zeiten mit niedrigen QSO-Zahlen. Bei der Planung ist darauf zu achten, dass zumindest einer der aktiven OPs ausreichende Kenntnisse von der Station hat. Sind Stärken oder Schwächen der OPs bekannt, so sollte das in der Schichtplanung ebenfalls berücksichtigt werden, um das Ergebnis zu optimieren.

Drittens ist sinnvoll vor Contestbeginn abzustimmen, ob man wirklich auf das optimale, konkurrenzfähige Ergebnis hinarbeiten will oder halt »nur so« oder in Form eines Ausbildungsbetriebes am Contest teilnehmen möchte.

Im ersten Fall sind klare Entscheidungen hinsichtlich eines optimierten Operating-Plans zu treffen. Jeder gibt seine maximale Leistung um das Beste herauszuholen. Die besten OPs müssen zu den Spitzenzeiten ran. Die Betriebszeiten werden nach diesen Gesichtspunkten gestaltet und sind 100 % einzuhalten. In unserem Contestteam sagen wir (frei nach DK4YJ): »Der Schichtplan ist mit Blut unterschrieben«.

Im zweiten Fall muss man sich über die Zielsetzung klar sein. Will man ein gemütliches Wochenende mit etwas Funkbetrieb verbringen (»Paella Contest« nach EA8ZS), will man Ausbildungsbetrieb machen oder will man mit knappen Ressourcen das mögliste an Punkten für das Clubergebnis herausholen.

Diese Fragen sollten einvernehmlich im Team geklärt sein, damit die Motivation stimmt oder im anderen Fall keine falschen Erwartungen geweckt werden.