Logbuchführung: Unterschied zwischen den Versionen

Aus BCC Contest- & Technik-Lexikon
(Die Seite wurde neu angelegt: „==Benötige ich ein Computer-Logprogramm?== Um ernsthaft an einem internationalen Contest teilzunehmen, ja. Viele kleinere Stationen, die an einem Contest tei…“)
 
Zeile 119: Zeile 119:


Die meisten Logbuchprogramme können Dateien im REG1TEST-Format erzeugen (Dateinamenerweiterung *.EDI). Dabei wird pro Band eine EDI-Datei im REG1TEST-Format erzeugt.
Die meisten Logbuchprogramme können Dateien im REG1TEST-Format erzeugen (Dateinamenerweiterung *.EDI). Dabei wird pro Band eine EDI-Datei im REG1TEST-Format erzeugt.
[[Category:Contest]]

Version vom 19. Februar 2021, 20:04 Uhr

Benötige ich ein Computer-Logprogramm?

Um ernsthaft an einem internationalen Contest teilzunehmen, ja. Viele kleinere Stationen, die an einem Contest teilnehmen, verbringen die meiste Zeit damit, CQ-rufende Stationen zu suchen und anzurufen. Diese Methode wird "search and pounce" genannt. Weil man aber die Station nur einmal (pro Band) arbeiten darf, muss man wissen, ob man die Station bereits im Log hat. Falls man kein fotografisches Gedächtnis hat, verliert man nach 50 oder 100 QSOs den Überblick. Hier hilft der Computer, der einem sofort nach Eintippen des Calls sagt, ob man eine Station noch braucht.

Natürlich kann man auch auf Papier loggen und eine Checkliste auf Papier führen. Der Aufwand für die Erstellung eines korrekten Logs und die Berechnung der Endpunktzahl ist aber beträchtlich. Auch für den Veranstalter steigt der Aufwand. Oft wird das Papierlog abgetippt, um es zu prüfen.

Hat man auf Papier geloggt, z.B. weil am Insel-QTH kein Strom fürs Notebook verfügbar war oder weil man einfach keinen Computer hat, so ist die nachträgliche Eingabe des Logs in den Computer zu empfehlen. Kostenlose Programme wie LM4 von DL8WAA oder FLE (Fast Log Entry) von DF3CB stehen hierfür zur Verfügung. Für einige hundert QSOs ist so ein Log schnell eingetippt und ausgewertet. Hat man keinen Computer, findet man sicher Hilfe im Club - evtl. kann man auf diese Art einen Computer-Profi für das Contesten gewinnen.

Viele Contest-Veranstalter verlangen inzwischen ausdrücklich ein Computer-Log als E-Mail in einem Standard-Format.

In einigen Contestausschreibungen wird auch erwähnt, dass Papierlogs nur handschriftlich eingereicht werden dürfen.

Welches Contestprogramm soll ich anschaffen?

Es gibt eine ganze Reihe von Contestprogrammen; einige kostenlos (z.B.: UCXLog, DXLog, WinContest, N1MM, SD) einige für wenig Geld (z.B. Win-Test, Writelog oder RCKLog). Die Contestprogramme unterstützen üblicherweise alle großen Conteste, und mehr oder minder viele kleine Conteste. Teilweise gibt es zusätzliche Module für weitere Conteste (z.B. bei Writelog). Für viele der kleinen Conteste (wie z.B. Hamburg-Contest, Funktertag, etc.) gibt es unter ARCOMM noch eine wahre Fundgrube.

Wichtig ist die flüssige Unterstützung des Contestbetriebs. So sollte für das Loggen fast gänzlich auf Mausbedienung verzichtet werden können, denn die eine Sekunde, die man benötigt, um einen Button anzuklicken, hat eine andere Station bereits genutzt, um die Station anzurufen. Ausnahme: RTTY, hier sind die Conteste mit guter Mausunterstützung im Vorteil, da dann fast der ganze Contest nur mit der Maus bedient werden kann <ref>S56A note: CW contest can be also operated by mouse and MRP40 decoder! Speech recognition might not be good enough for HF SSB QRM. ITU gives us frequencies for propagation studies and technical education. RTTY is good for both goals. Just two transistors and resistors required for FSK.</ref>.

Viele reguläre Log-Programme beherrschen "irgendwie" auch das Loggen von Contest-QSOs. Das Loggen eines QSOs ist aber mit mehreren Mausklicks, Menüauswahlen oder Bestätigungen verbunden. Spezielle Contestprogramme loggen ein QSO mit dem Druck der Enter-Taste, erlauben effizientes Korrigieren von Fehlern ohne Extra-Pop-Up-Fenster und zeigen schon bei der Eingabe von Rufzeichenteilen an, ob es sich um einen Doppel-QSO oder einen Multiplikator handeln könnte.

Der Computer kann also unmittelbar im Contest unterstützen - oft steht er sowieso im Shack. Ein gutes Contestprogramm

  • loggt QSOs
  • bedient die Station, so dass der Operator nicht mehr daran denken muß, Band oder Betriebsart im Programm umzuschalten
  • erzeugt Morsetelegrafie oder erlaubt die Nutzung eines Sprachspeichers
  • zeigt das jeweils aktuelle Contest-Ergebnis an
  • gibt Hinweise zu bereits gearbeiteten oder neuen Stationen
  • unterstützt bei der Wahl des richtigen Bandes und der Suche nach Multiplikatoren, z.B. durch die Integration von DX-Cluster-Funktionen
  • und erstellt eine Log-Datei im richtigen Format
  • ...

Worauf sollte man beim Contestprogramm achten?

Zunächst sollte man beachten, dass es zwei Arten von Log-Programmen gibt. Einerseits gibt es allgemeine Log-Programme für den täglichen Funkbetrieb, die auch "Conteste können". Andererseits gibt es echte Contestprogramme. Echte Contestprogramme sind eine lohnenswerte Investition.

  • Ein Contestprogramm hat die Contestregeln eingebaut und zeigt detaillierte Zwischenergebnisse an. Du solltest prüfen, ob das Contestprogramm die von Dir bevorzugten Conteste unterstützt. Inzwischen werden die DARC-Conteste von den meisten gängigen Contestprogrammen unterstützt. Ist das bei einem eher exotischen Contest, wie dem HSW-Contest nicht der Fall, so ist eine Nachauswertung mit LM4 möglich. In diesem Fall stimmt das vom Contestprogramm während des Loggens angezeigte Zwischenergebnis meist nicht. Einige Programme kann man um neue Conteste erweitern.
  • Ein Contestprogramm informiert Dich, ob Du eine bestimmte Station arbeiten darfst und wieviel sie wert ist.
  • Ein Contestprogramm kann Geräte über Schnittstellen ansteuern. Sie kann die Frequenz aus dem Transceiver lesen und für jedes QSO ins Log eintragen. Umgekehrt kann das Contestprogramm den Transceiver steuern, z.B. Frequenz oder Band setzen. Auch die Steuerung von Antennenschaltern oder Rotoren ist oft möglich.
  • Ein Contestprogramm kann sich über Packet-Radio oder Internet mit dem DX-Cluster verbinden und so eine auf den Contest ausgerichtete Ausgaben, z.B. als Bandmap, anbieten.
  • Ein Contestprogramm kann das Log in Cabrillo oder STF exportieren.
  • Jedes Contestprogramm kann automatisch CW erzeugen. Diese sehr nützliche Funktion vermeidet Gebefehler und unterstützt so den flüssigen Betrieb. Auch kann der OP sich beim CW-Senden entspannen oder Informationen eingeben. Man sollte vorher sehen, ob die Software auch eine vorhandene Schnittstelle ansteuern kann (COM, LPT, WinKey). Genauso wichtig ist die Ansteuerung einer CAT-Schnittstelle. Nicht immer kann man CAT und CW-Interface über eine gemeinsame Schnittstelle betreiben und Schnittstellen-Emulationen über USB funktionieren auch nicht immer wie gewünscht.

Was ist das "Cabrillo"-Format?

Cabrillo ist ein Standardformat für die Einsendung von Contestlogs. Auf Basis eines Standardformats kann der Veranstalter mit Hilfe von Computerprogrammen die Korrektheit des Logs prüfen und das Endergebnis berechnen. Bei Cabrillo gibt es spezielle Format-Definitionen für verschiedene Conteste. Da diese speziellen Cabrillo-Dialekte nicht von jedem Contestprogramm korrekt umgesetzt sind, kann es zu Problemen kommen. Das folgende Beispiel illustriert Cabrillo im WAE-Contest:

START-OF-LOG: 2.0 
CREATED-BY: Win-Test 3.10.0 
CONTEST: DARC-WAEDC-CW 
CALLSIGN: DK3W 
SPECIFIC: W37
CATEGORY: SINGLE-OP 20M HIGH 
CLAIMED-SCORE: 2 
OFFTIME: 2007-04-28 0000 2007-04-28 0520 
OFFTIME: 2007-04-28 0540 2007-04-28 2359 
OPERATORS: DL6MHW 
QSO: 14000 CW 2007-04-28 0520 DK3W 599 0001 KC1XX 599 002 
END-OF-LOG: 

Wichtig ist die DOK-Angabe. Nicht jede Contestsoftware unterstützt die DOK-Angabe im Specific-Feld. Hier muss man ggf. die Cabrillo-Datei mit dem Editor öffnen und die Specific-Angabe ergänzen. Weiterführende Informationen unter <ref>Cabrillo Specifications: http://www.kkn.net/~trey/cabrillo/</ref>.

Was ist das STF-Format?

STF steht für Stützerbach-Format und wurde 1999 vom DARC, Referat für HF- und DX-Funksport entwickelt. Es ist, ähnlich wie Cabrillo, ein ASCII-basiertes Datenformat für die Einsendung von Contestlogs. STF ist flexibler, da in der Datei selbst die Struktur der Daten beschrieben wird. Leider kam es praktisch nur innerhalb Deutschlands zur Anwendung. Etwa seit 2015 wird das STF-Format auch vom DARC nicht mehr verwendet.

Weiterführende Informationen unter <ref>Spezifikation STF-Format: https://www.darc.de/der-club/referate/conteste/logs-fuer-die-darc-conteste-log-files-for-darc-contests/stf/</ref>.

Was ist das EDI-Format?

EDI ist die Abkürzung für "Electronic Data Interchange" und gilt als Sammelbegriff für den Austausch elektronischer Daten zwischen unterschiedlichen Systemen. Oft haben die Dateien mit den auszutauschenden Daten (z.B. ein UKW-Contestlogbuch) die Dateinamenerweiterung *.EDI, daher spricht man auch hier oft (etwas unpräzise) vom EDI-Format. EDI-Dateien haben aber kein allgemeingültiges Format, da Struktur und Semantik der zu übermittelnden Daten vom Datenempfänger individiuell festgelegt werden können.

Für die UKW-Conteste der IARU Region 1 hat das VHF/UHF/Microwaves-Committee im Jahr 1998 das REG1TEST-Format für die elektronische Übermittlung von Contestlogs festgelegt.

Was ist das REG1TEST-Format?

Das REG1TEST-Format ist das von der IARU Region 1 festgelegte Format für die Übermittlung von UKW-Contestlogs. Dies gilt auch für die DARC-UKW-Conteste. Die genaue Spezifikation kann man im VHF-Handbook der IARU Region 1 nachlesen. Der Header von Logbüchern im REG1TEST-Format ist recht umfangreich und enthält nahezu alle contestrelevanten Angaben wie z.B. Adresse der Station bzw. des OPs, Stationsausrüstung, Ausgangsleistung, gearbeitete Großfelder und Länder, Gesamtpunktzahl etc.

Der (verkürzte) Aufbau einer EDI-Datei im REG1TEST Format vom UKW-Contest im Mai 2007 von DK5TX:

[REG1TEST;1]
TName=DARC VHF-, UHF-, SHF-Wettbewerb
TDate=20070505;20070506
PCall=DK5TX
PWWLo=JN58TD
PAdr1=Straßename Contest QTH
PAdr2=PLZ Ort Contest QTH
PSect=SINGLE-OP HIGH
PBand=144 MHz
PClub=DARC OV N01
RCall=DK5TX
RName=Ulf Schneider
RAdr1=Straßenname Heim-QTH
RAdr2=Adresszusatz
RPoCo=Postleitzahl Heim-QTH
RCity=Ort Heim-QTH
RCoun=Land Heimat-QTH
RPhon=Telefonnummer
SPowe=600
STXEq=TS-870 + LT2S, HLV-600
SRXEq=TS-870 + LT2S
SAnte=4 x 4 ele F9FT
SAntH=30;530
CQSOs=439;1
CQSOP=135604
CWWLs=71;0;1
CExcs=0;0;1
CDXCs=13;0;1
CToSc=135604
CODXC=HA8V;KN06HT;692
[Remarks]
No Tropo in the South, but good result for small setup.
[QSORecords;439]
070505;1400;DG1MFT;;59;001;59;001;;JN58VE;13;;N;N;
070505;1400;DK4YJ;;59;002;59;001;;JN58TE;5;;;;
....

Die meisten Logbuchprogramme können Dateien im REG1TEST-Format erzeugen (Dateinamenerweiterung *.EDI). Dabei wird pro Band eine EDI-Datei im REG1TEST-Format erzeugt.