Betriebstechnik: Unterschied zwischen den Versionen

Aus BCC Contest- & Technik-Lexikon
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==Contest-Betrieb==
==Contest-Betrieb==
Es ist durchaus sinnvoll, mehrere RTTY-Empfangsfenster auf dem PC zu nutzen. Beispielsweise kann man ein Modem (etwa SCS PTC) nur zum Empfang nebendem Contestprogramm mit MMTTY verwenden. In kritischen Situationen zeigen beide zu unterschiedlichen Zeiten ihre Stärken und Schwächen.  
Es ist durchaus sinnvoll, mehrere RTTY-Empfangsfenster auf dem PC zu nutzen. Beispielsweise kann man ein Modem (etwa SCS PTC) nur zum Empfang nebendem Contestprogramm mit MMTTY verwenden. In kritischen Situationen zeigen beide zu unterschiedlichen Zeiten ihre Stärken und Schwächen.  
===Contest-Programme===
===Contest-Programme===
Egal ob man mit der Soundkarte oder einem externen Modem arbeitet, man braucht ein spezielles Contestprogramm. Ein Logbuch-Programm ist weniger geeignet, da dessen Komfort im Contest nur lästig ist. Für Windows stehen sehr gute Programme zur Verfügung und es gibt ständig Weiter- und Neuentwicklungen. So ist beispielsweise RCKRtty [16] von DL4RCK ein in Europa immer noch weit verbreitetes Programm das sehr komfortablen RTTY-Contestbetrieb über externe Modems oder mit Hilfe der MMTTY-Software über die Soundkarte ermöglicht. Aktuell werden Contest-Programme verwendet, die neben RTTY auch Wettbewerbe in CW und SSB unterstützen.
Egal ob man mit der Soundkarte oder einem externen Modem arbeitet, man braucht ein spezielles Contestprogramm. Ein Logbuch-Programm ist weniger geeignet, da dessen Komfort im Contest nur lästig ist. Für Windows stehen sehr gute Programme zur Verfügung und es gibt ständig Weiter- und Neuentwicklungen. So ist beispielsweise RCKRtty [16] von DL4RCK ein in Europa immer noch weit verbreitetes Programm das sehr komfortablen RTTY-Contestbetrieb über externe Modems oder mit Hilfe der MMTTY-Software über die Soundkarte ermöglicht. Aktuell werden Contest-Programme verwendet, die neben RTTY auch Wettbewerbe in CW und SSB unterstützen.
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==Contest-Vorbereitung==
==Contest-Vorbereitung==
Murphys Gesetz sagt: wenn etwas schief gehen kann, geht es schief. Oft liest mannach dem Contest herzzerreißende Berichte, wie »Murphy wieder zugeschlagenhat«, sprich: die mangelhaft getestete und schlecht gewartete Station versagt hat.GeradeRTTYmit seinen zahlreichen Einstellungen bietet hier viele Fehlerquellenin der Bedienung des Transceivers, Einrichtung der PC-Programme und in derVerkabelung. Unbedingt die Contest-Regeln lesen. Veröffentlichungen in Clubzeitschriftensind eventuell veraltet. Im Internet gibt es auf den Seiten der Veranstalter aktu-elle Versionen der Regeln oder Hinweise auf etwa geänderte Contestzeiten. Istdas Programm in der Lage, das Log im vom Auswerter geforderten Format zuerstellen?Das normalerweise verwendete Log-Programm wird durch ein spezielles Con-testprogramm ersetzt – ist dieses entsprechend den Contest-Regeln konfiguriert?Mit dem Contest-Programm arbeitetMMTTYoder ein Modem zusammen, ist dasrichtig eingestellt? Sind Transceiver-Betriebsart und Filter fürRTTYeingestellt?Hohe/niedrige Töne, Normal oder Reverse-Tastung? Wird der Sender über diePTTeingeschaltet? Man klärt das am Besten im QSO mit einer zweiten Station.1.5.10 Contest-BetriebstechnikFunktionstastenbelegungNach dem Betätigen einer Funktionstaste wird ein durch ein sogenanntes Makrogebildeter Text ausgesendet. Bestandteile der Makros sind beispielsweise daseigene Rufzeichen, das Rufzeichen der Gegenstation, Seriennummer beginnendmit 001 usw. In jedem Contest-Programm ist das individuell definiert.Grundregel für Makros: Beginn und Ende des Texts mit »White Space« , alsoZwischenraum/Leerzeichen <SP> oder auch Zeilenschaltung; zu Beginn umdem Empfangssystem Zeit zum Synchronisieren zu geben; am Ende um den Textauf der Gegenseite von danach empfangenen Zeichen abzusetzen, die in Emp-fangspausen zwangsläufig entstehen.KoderPSE Kam Ende eines so begrenztenTexts ist nicht erforderlich und nicht (mehr) üblich.Für jeden Contest kann man einen eigenen Satz von Makros erstellen, auchfür den selben Contest Makros mit unterschiedlicher Zahl von Wiederholungen.Alle Makrosätze sollten einheitlich und systematisch aufgebaut werdenFrequenzbereicheRTTYWettbewerbe finden auf den klassischen Kurzwellenbändern 80 m, 40 m,20 m, 15 m und 10 m statt; die WARC-Bänder 30 m, 17 m und 12 m sind grund-sätzlich contestfrei. Die IARU Region-1 Bandsegmente für digitale BetriebsartenwieRTTYsind:•3580 kHz bis 3600 kHz•7040 kHz bis 7060 kHz•14070 kHz bis 14099 kHz und 14101 kHz bis 14112 kHzhttp://www.bavarian-contest-club.de/handbuch
Murphys Gesetz sagt: wenn etwas schief gehen kann, geht es schief. Oft liest man nach dem Contest herzzerreißende Berichte, wie »Murphy wieder zugeschlagenhat«, sprich: die mangelhaft getestete und schlecht gewartete Station versagt hat. Gerade RTTY mit seinen zahlreichen Einstellungen bietet hier viele Fehlerquellenin der Bedienung des Transceivers, Einrichtung der PC-Programme und in der Verkabelung. Unbedingt die Contest-Regeln lesen. Veröffentlichungen in Clubzeitschriften sind eventuell veraltet. Im Internet gibt es auf den Seiten der Veranstalter aktuelle Versionen der Regeln oder Hinweise auf etwa geänderte Contestzeiten. Ist das Programm in der Lage, das Log im vom Auswerter geforderten Format zuerstellen? Das normalerweise verwendete Log-Programm wird durch ein spezielles Contestprogramm ersetzt – ist dieses entsprechend den Contest-Regeln konfiguriert? Mit dem Contest-Programm arbeitet MMTTY oder ein Modem zusammen, ist das richtig eingestellt? Sind Transceiver-Betriebsart und Filter für RTTY eingestellt? Hohe/niedrige Töne, Normal oder Reverse-Tastung? Wird der Sender über die PTT eingeschaltet? Man klärt das am Besten im QSO mit einer zweiten Station.
1.5 ErfolgreicherRTTY-Betrieb1-41•21070 kHz bis 21149 kHz•28070 kHz bis 28190 kHzIm oberen Teil der Segmente angesiedelt sind Pactor und Packet Radio, im unterenTeil arbeitenPSK31Stationen. Hier gilt gegenseitige Rücksichtnahme. In der Praxiswird im Contest oft das Bandsegment weit überschritten. Das beeinträchtigt dendarunter liegenden Telegrafiebetrieb und den darüber liegenden SSB-Betrieb.Auch hier gilt weitmöglichste Rücksichtnahme. Wichtig zu wissen ist, dass es im40 m Band in den USA einRTTYBandsegment von 7080 kHz bis 7090 kHz gibt.Hier kann man bei Bandöffnungen oft nordamerikanische Stationen arbeiten.Es lohnt sich auch, über 28100 kHz zu hören, denn die US »Technician« Lizenzerlaubt den Betrieb nur oberhalb dieser Frequenz.Betrieb als CQ-rufende StationEin kurzer CQ-Ruf sollte etwa so aussehen:<SP> CQ CQ TEST DE DJ4KW DJ4KW CQ <SP>DEist sinnvoll, da viele Programme das auswerten, um das nachfolgende Ruf-zeichen zu erkennen. Statt TEST wird oft auch der Contestname verwendet, imWPX-Contest beispielsweise<SP> CQ CQ WPX DE V31GW V31GW CQ <SP>Das abschließendeCQmacht Stationen die erst zum Schluss auf die Frequenzkommen klar, dass man einen CQ-Ruf und nicht eine Tastenübergabe macht. Wieschon oben geschrieben werden solche Texte durch Makros nach einem Tasten-druck automatisch erzeugt, der CQ-Ruf beispielsweise mit der FunktionstasteF1.Betrieb als AnruferRuft man eine Station an, genügt es bei guten Bedingungen, das eigene Rufzei-chen zwei mal zu senden, ob eine häufigere Rufzeichennennung nötig ist, mussman von Fall zu Fall entscheiden. Auf keinen Fall sendet man das Rufzeichen derGegenstation; das kostet nicht nur Sendezeit, sondern stört auch die Rufzeichen-erkennung der Gegenseite, die eventuell das so empfangene eigene Rufzeichenals Anrufer wertet.<SP> DE DKØIU DKØIU <SP> Zum Abschluss Leerzeichen und/oder Zeilenvorschub nicht vergessen, dennnach dem Abschalten des Senders entstehen durch Rauschen oder gleichzeitigempfangene Stationen weitere Zeichen sodass auf der Gegenseite beispielsweisefolgendes ankommen kann, was das Empfangsprogramm als langes Rufzeichenaufnimmt:DE DKØIUPWJYZRapport-AustauschIdealerweise wird das Rufzeichen der anrufenden Station automatisch erkannt,weil ihm DE vorausgeht oder es wird durch Mausklick übernommen. (Ist dasRufzeichen wie eben beschrieben durch weitere Zeichen verlängert, wird esentweder mit der Tastatur korrigiert oder es wird bequemer einfach erneut CQgerufen.)Der Rapport wird etwa folgendermaßen gesendet:<SP> DKØIU 599 123 123 DKØIU <SP>oder<SP> DKØIU 599-123-123 DKØIU <SP>Man leitet die Sendung mit zwei bis drei nicht druckbaren Zeichen ein (Leer-zeichen, Zeilenschaltung) um dem Empfangssystem Zeit zur Synchronisationzu geben (bei den mechanischen Maschinen konnte das eine halbe Zeile langdauern). Danach wird nur das Rufzeichen des Anrufers genannt, denn es habeneventuell mehrere gerufen, das eigene Rufzeichen ist ohnehin vom CQ-Ruf herbekannt. Da es hier oft Fehler mit der Synchronisation oder Störungen durchweitere Anrufer gibt, wiederholt man das Rufzeichen des Partners am Endedes Durchgangs und endet mit Leerzeichen/Zeilenschaltung, ohnePSE KoderBK. Ob die Zahlen mit Leerzeichen oder Minuszeichen getrennt werden, wirdkontrovers diskutiert. Minus soll Benutzer von »Unshift on Space« vor Umschal-tung auf Buchstaben schützen und dem Sender zeitintensive Umschaltungenauf Ziffern ersparen. Ob man stattdessen die natürliche Schreibweise wählt,kann jeder für sich entscheiden – es ist letztlich Geschmackssache. Begrüßun-gen, womöglich noch mit Entnahme des Namens aus einer Rufzeichenliste –etwaHI CLUBSTATION– gehören in den normalen QSO-Verkehr und habenim Contest nichts zu suchen, sie benötigen nur kostbare Zeit und stören eineeventuell vorhandene automatische Rapportauswertung. 599 (nicht 5NN !) istfür das Empfangsprogramm das Start-Zeichen für den Beginn der Auswertungder Contest-Nummer, ansonsten hilft der OP mit der Maus nach und klickt aufdie Zahl. Die Contest-Nummer muss wiederholt werden, um auf der Gegenseitehttp://www.bavarian-contest-club.de/handbuch
 
1.5 ErfolgreicherRTTY-Betrieb1-43einen eventuellen Übertragungsfehler an dieser kritischen Stelle auszuschließen.Eine einzige Ziffer falsch aufgenommen veranlasst die Contest-Auswerter später,das ganze QSO als ungültig zu werten, verbunden eventuell mit dem Verlusteines Multiplikatorpunkts und einem zusätzlichen Punktabzug für schlampigesArbeiten. Bei schwierigen Bedingungen, insbesondere auf 80 m und 40 m, mussdie Contest-Nummer häufiger wiederholt werden, bis die Gegenseite mindes-tens zwei bis drei mal die selbe Zahl empfängt. Gelegentlich fällt dann eineZiffernumschaltung aus und statt der Ziffern erscheinen Buchstaben. Ein Blickauf die Tastatur hilft, sie zu entschlüsseln, wie weiter oben beschrieben; Q ist 1,W 2 usw. Gute Contest-Programme können das auch; sie übersetzen die mit derMaus angeklickte Buchstabenfolge in Ziffern und übernehmen sie als Contest-Nummer.Die Gegenseite bittet eventuell um Wiederholung, etwa mit?? AGN ??. ImNormalfall bestätigt sie mit einer geeigneten AbkürzungOK,CFModerTU(daseigentlich korrekte QSL ist nicht geeignet, da manche das als Bitte um eine Bestä-tigungs-Karte verstehen) und sendet ihren Rapport in zum Beispiel folgenderForm:<SP> OK 599 321 321 DKØIU <SP>Ob man noch das Rufzeichen des CQ-Rufers voranstellt, hängt von den Bedin-gungen ab; ebenso die Zahl der Wiederholungen der Contest-Nummer und obMinuszeichen eingesetzt werden. Redundante Verzierungen wieURvor dem Rap-port,DEvor dem eigenen Rufzeichen oderQSL?undBKdanach verschwendenwertvolle Contestzeit;DEist nur beim Anruf sinnvoll. Wer redundante Informa-tionen senden will, tut das besser indem relevante Information wie die Contest-Nummer oder das eigene Rufzeichen öfter wiederholt wird, was insbesondereauf den niedrigen Bändern Sinn macht.Ist alles richtig aufgenommen, bestätigt der CQ-Rufer und setzt gleich mitdem nächsten CQ-Ruf fort:<SP> DKØIU TUCQ DE ....AusTUentnimmt die Gegenseite, dass ihr Rapport angekommen ist und geloggtwurde. Gleich mit dem CQ-Ruf fortzufahren verhindert, dass andere Stationendie zuvor gearbeitete Station rufen und die Frequenz zu übernehmen versuchen.Wichtige TippsSchwacher oder gestörter EmpfangEingangs wurde erwähnt, dass man beimFernschreiben im Contest bewusst auf die Wahl fehlerkorrigierender Verfahren verzichtete. Meist sind die Bedingungen so gut, dass Rufzeichen und Rappor-te nur einmal wiederholt werden müssen um sicher geloggt zu werden. Unterschwierigen Bedingungen gibt es aber viele Übertragungsfehler, sodass die Feh-lerkorrektur hier schon die Verbindung abbrechen würde. Für den Contesterbringt aber vielleicht eine schwache fast unlesbare Station gerade den entschei-denden neuen Multiplikatorpunkt. Das Rufzeichen lässt sich, bevor man anruft,anhand von DX-Cluster-Meldungen und empfangenen Fragmenten aus der »Mas-ter«-Datei bekannter Contest-Stationen erraten. Als CQ-Rufer hat man richtiggeraten, wenn die anrufende Seite nicht durch mehrmaliges Rufzeichennennenprotestiert. Beim Rapport beobachtet man die schwache oder gestörte Stationvorher, welche Contest-Nummern sie gibt. Die Contest-Nummer erhöht sichbeispielsweise im WAE immer um eins. Wurde man als Anrufer angenommen,kann man egal wie viel man von der Gegenseite verstanden hat, immer denEmpfang der Contest-Nummer mitOKquittieren. Schwieriger wird es dage-gen, wenn man als CQ-Rufer von einer leisen Station angerufen wird und mitSchwierigkeiten das Rufzeichen verstehen oder ein Fragment plausibel ergänzenkann. Die Contest-Nummer muss dann einwandfrei verstanden und kann nichterraten werden. Der empfangene Text muss durch Mithören akustisch bewertetwerden, um festzustellen, welchen Zeichenfolgen man trauen kann. Man kanndie Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Zeichen richtig empfangen wurden, ausihrer Umgebung beurteilen. Zeigt der Empfangsbildschirm etwaYXKØIU OK 1234 1287 13/-ist es wahrscheinlich, dass die Contest-Nummer 1234 und nicht 1287 die richtigeist, dennKØIU OKsieht fürDKØIUrichtig aus und 12 wiederholt sich.Pile-Up im ContestWas macht man, wenn mehr als eine Station gleichzeitiganrufen? Sofern nicht eine Station deutlich stärker ist, kann weder ein Programmnoch ein Modem etwas richtig mitschreiben. Hier nicht sofortQRZ ?? DE DJ4KWrufen, alle Anrufer würden gleich wieder rufen. Im Contest gibt es nicht genugfreie Frequenzen umSPLITzu arbeiten. Eventuell hilft Betätigen derRITund einAnrufer, der sich etwas neben die Masse gesetzt hat, kommt besser lesbar durch.Besser einfach abwarten. Einer sendet vielleicht am längsten und kann zumSchluss aufgenommen werden, oder nachdem alle aufgegeben haben startet einerals erster lesbar mit einem erneuten Ruf. Hat man ein genügend langes Fragmentaufgenommen, und kann man nicht wie oben beschrieben das Rufzeichen erraten,hilft nur für das Fragment gezielt QRZ zu rufen; beispielsweiseGW3?? GW3??und dann ganz konsequent zu bleiben. USA und Japan sind da sehr diszipliniert,Süd-Europäer weniger.http://www.bavarian-contest-club.de/handbuch
==Contest-Betriebstechnik==
===Funktionstastenbelegung===
Nach dem Betätigen einer Funktionstaste wird ein durch ein sogenanntes Makro gebildeter Text ausgesendet. Bestandteile der Makros sind beispielsweise das eigene Rufzeichen, das Rufzeichen der Gegenstation, Seriennummer beginnend mit 001 usw. In jedem Contest-Programm ist das individuell definiert. Grundregel für Makros: Beginn und Ende des Texts mit »White Space«, also Zwischenraum/Leerzeichen <SP> oder auch Zeilenschaltung; zu Beginn um dem Empfangssystem Zeit zum Synchronisieren zu geben; am Ende um den Text auf der Gegenseite von danach empfangenen Zeichen abzusetzen, die in Empfangspausen zwangsläufig entstehen. K oder PSE K am Ende eines so begrenzten Texts ist nicht erforderlich und nicht (mehr) üblich. Für jeden Contest kann man einen eigenen Satz von Makros erstellen, auch für den selben Contest Makros mit unterschiedlicher Zahl von Wiederholungen. Alle Makrosätze sollten einheitlich und systematisch aufgebaut werden.
 
===Frequenzbereiche===
RTTY-Wettbewerbe finden auf den klassischen Kurzwellenbändern 80 m, 40 m, 20 m, 15 m und 10 m statt; die WARC-Bänder 30 m, 17 m und 12 m sind grundsätzlich contestfrei. Die IARU Region-1 Bandsegmente für digitale Betriebsarten wie RTTY sind:
 
* 3580 kHz bis 3600 kHz
* 7040 kHz bis 7060 kHz
* 14070 kHz bis 14099 kHz und 14101 kHz bis 14112 kHz
* 21070 kHz bis 21149 kHz
* 28070 kHz bis 28190 kHz
 
Im oberen Teil der Segmente angesiedelt sind Pactor und Packet Radio, im unteren Teil arbeiten PSK31-Stationen. Hier gilt gegenseitige Rücksichtnahme. In der Praxis wird im Contest oft das Bandsegment weit überschritten. Das beeinträchtigt den darunter liegenden Telegrafiebetrieb und den darüber liegenden SSB-Betrieb. Auch hier gilt weitmöglichste Rücksichtnahme. Wichtig zu wissen ist, dass es im 40 m Band in den USA ein RTTY-Bandsegment von 7080 kHz bis 7090 kHz gibt. Hier kann man bei Bandöffnungen oft nordamerikanische Stationen arbeiten. Es lohnt sich auch, über 28100 kHz zu hören, denn die US »Technician« Lizenz erlaubt den Betrieb nur oberhalb dieser Frequenz.
 
===Betrieb als CQ-rufende Station===
Ein kurzer CQ-Ruf sollte etwa so aussehen:
 
<SP> CQ CQ TEST DE DJ4KW DJ4KW CQ <SP>
 
DE ist sinnvoll, da viele Programme das auswerten, um das nachfolgende Rufzeichen zu erkennen. Statt TEST wird oft auch der Contestname verwendet, im WPX-Contest beispielsweise
 
<SP> CQ CQ WPX DE V31GW V31GW CQ <SP>
 
Das abschließende CQ macht Stationen die erst zum Schluss auf die Frequenz kommen klar, dass man einen CQ-Ruf und nicht eine Tastenübergabe macht. Wie schon oben geschrieben werden solche Texte durch Makros nach einem Tastendruck automatisch erzeugt, der CQ-Ruf beispielsweise mit der Funktionstaste F1.
 
===Betrieb als Anrufer===
Ruft man eine Station an, genügt es bei guten Bedingungen, das eigene Rufzeichen zwei mal zu senden, ob eine häufigere Rufzeichennennung nötig ist, muss man von Fall zu Fall entscheiden. Auf keinen Fall sendet man das Rufzeichen der Gegenstation; das kostet nicht nur Sendezeit, sondern stört auch die Rufzeichenerkennung der Gegenseite, die eventuell das so empfangene eigene Rufzeichen als Anrufer wertet.
 
<SP> DE DKØIU DKØIU <SP>
 
Zum Abschluss Leerzeichen und/oder Zeilenvorschub nicht vergessen, dennnach dem Abschalten des Senders entstehen durch Rauschen oder gleichzeitig empfangene Stationen weitere Zeichen sodass auf der Gegenseite beispielsweise folgendes ankommen kann, was das Empfangsprogramm als langes Rufzeichen aufnimmt:
 
DE DKØIUPWJYZ
 
===Rapport-Austausch===
Idealerweise wird das Rufzeichen der anrufenden Station automatisch erkannt, weil ihm DE vorausgeht oder es wird durch Mausklick übernommen. (Ist das Rufzeichen wie eben beschrieben durch weitere Zeichen verlängert, wird es entweder mit der Tastatur korrigiert oder es wird bequemer einfach erneut CQ gerufen.) Der Rapport wird etwa folgendermaßen gesendet:
 
<SP> DKØIU 599 123 123 DKØIU <SP>
 
oder
 
<SP> DKØIU 599-123-123 DKØIU <SP>
 
Man leitet die Sendung mit zwei bis drei nicht druckbaren Zeichen ein (Leerzeichen, Zeilenschaltung) um dem Empfangssystem Zeit zur Synchronisation zu geben (bei den mechanischen Maschinen konnte das eine halbe Zeile lang dauern). Danach wird nur das Rufzeichen des Anrufers genannt, denn es haben eventuell mehrere gerufen, das eigene Rufzeichen ist ohnehin vom CQ-Ruf her bekannt. Da es hier oft Fehler mit der Synchronisation oder Störungen durch weitere Anrufer gibt, wiederholt man das Rufzeichen des Partners am Ende des Durchgangs und endet mit Leerzeichen/Zeilenschaltung, ohne PSE K oder BK. Ob die Zahlen mit Leerzeichen oder Minuszeichen getrennt werden, wird kontrovers diskutiert. Minus soll Benutzer von »Unshift on Space« vor Umschaltung auf Buchstaben schützen und dem Sender zeitintensive Umschaltungenauf Ziffern ersparen. Ob man stattdessen die natürliche Schreibweise wählt,kann jeder für sich entscheiden – es ist letztlich Geschmackssache. Begrüßungen, womöglich noch mit Entnahme des Namens aus einer Rufzeichenliste –etwa HI CLUBSTATION– gehören in den normalen QSO-Verkehr und haben im Contest nichts zu suchen, sie benötigen nur kostbare Zeit und stören eine eventuell vorhandene automatische Rapportauswertung. 599 (nicht 5NN !) ist für das Empfangsprogramm das Start-Zeichen für den Beginn der Auswertung der Contest-Nummer, ansonsten hilft der OP mit der Maus nach und klickt auf die Zahl. Die Contest-Nummer muss wiederholt werden, um auf der Gegenseite einen eventuellen Übertragungsfehler an dieser kritischen Stelle auszuschließen. Eine einzige Ziffer falsch aufgenommen veranlasst die Contest-Auswerter später, das ganze QSO als ungültig zu werten, verbunden eventuell mit dem Verlust eines Multiplikatorpunkts und einem zusätzlichen Punktabzug für schlampiges Arbeiten. Bei schwierigen Bedingungen, insbesondere auf 80 m und 40 m, muss die Contest-Nummer häufiger wiederholt werden, bis die Gegenseite mindestens zwei bis drei mal die selbe Zahl empfängt. Gelegentlich fällt dann eine Ziffernumschaltung aus und statt der Ziffern erscheinen Buchstaben. Ein Blick auf die Tastatur hilft, sie zu entschlüsseln, wie weiter oben beschrieben; Q ist 1, W 2 usw. Gute Contest-Programme können das auch; sie übersetzen die mit der Maus angeklickte Buchstabenfolge in Ziffern und übernehmen sie als Contest-Nummer. Die Gegenseite bittet eventuell um Wiederholung, etwa mit ?? AGN ??. Im Normalfall bestätigt sie mit einer geeigneten Abkürzung OK, CFM oder TU (das eigentlich korrekte QSL ist nicht geeignet, da manche das als Bitte um eine Bestätigungs-Karte verstehen) und sendet ihren Rapport in zum Beispiel folgender Form:
 
<SP> OK 599 321 321 DKØIU <SP>
 
Ob man noch das Rufzeichen des CQ-Rufers voranstellt, hängt von den Bedingungen ab; ebenso die Zahl der Wiederholungen der Contest-Nummer und ob Minuszeichen eingesetzt werden. Redundante Verzierungen wie UR vor dem Rapport,DEvor dem eigenen Rufzeichen oderQSL?undBKdanach verschwendenwertvolle Contestzeit;DEist nur beim Anruf sinnvoll. Wer redundante Informa-tionen senden will, tut das besser indem relevante Information wie die Contest-Nummer oder das eigene Rufzeichen öfter wiederholt wird, was insbesondereauf den niedrigen Bändern Sinn macht.Ist alles richtig aufgenommen, bestätigt der CQ-Rufer und setzt gleich mitdem nächsten CQ-Ruf fort:<SP> DKØIU TUCQ DE ....AusTUentnimmt die Gegenseite, dass ihr Rapport angekommen ist und geloggtwurde. Gleich mit dem CQ-Ruf fortzufahren verhindert, dass andere Stationendie zuvor gearbeitete Station rufen und die Frequenz zu übernehmen versuchen.Wichtige TippsSchwacher oder gestörter EmpfangEingangs wurde erwähnt, dass man beimFernschreiben im Contest bewusst auf die Wahl fehlerkorrigierender Verfahren verzichtete. Meist sind die Bedingungen so gut, dass Rufzeichen und Rappor-te nur einmal wiederholt werden müssen um sicher geloggt zu werden. Unterschwierigen Bedingungen gibt es aber viele Übertragungsfehler, sodass die Feh-lerkorrektur hier schon die Verbindung abbrechen würde. Für den Contesterbringt aber vielleicht eine schwache fast unlesbare Station gerade den entschei-denden neuen Multiplikatorpunkt. Das Rufzeichen lässt sich, bevor man anruft,anhand von DX-Cluster-Meldungen und empfangenen Fragmenten aus der »Mas-ter«-Datei bekannter Contest-Stationen erraten. Als CQ-Rufer hat man richtiggeraten, wenn die anrufende Seite nicht durch mehrmaliges Rufzeichennennenprotestiert. Beim Rapport beobachtet man die schwache oder gestörte Stationvorher, welche Contest-Nummern sie gibt. Die Contest-Nummer erhöht sichbeispielsweise im WAE immer um eins. Wurde man als Anrufer angenommen,kann man egal wie viel man von der Gegenseite verstanden hat, immer denEmpfang der Contest-Nummer mitOKquittieren. Schwieriger wird es dage-gen, wenn man als CQ-Rufer von einer leisen Station angerufen wird und mitSchwierigkeiten das Rufzeichen verstehen oder ein Fragment plausibel ergänzenkann. Die Contest-Nummer muss dann einwandfrei verstanden und kann nichterraten werden. Der empfangene Text muss durch Mithören akustisch bewertetwerden, um festzustellen, welchen Zeichenfolgen man trauen kann. Man kanndie Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Zeichen richtig empfangen wurden, ausihrer Umgebung beurteilen. Zeigt der Empfangsbildschirm etwaYXKØIU OK 1234 1287 13/-ist es wahrscheinlich, dass die Contest-Nummer 1234 und nicht 1287 die richtigeist, dennKØIU OKsieht fürDKØIUrichtig aus und 12 wiederholt sich.Pile-Up im ContestWas macht man, wenn mehr als eine Station gleichzeitiganrufen? Sofern nicht eine Station deutlich stärker ist, kann weder ein Programmnoch ein Modem etwas richtig mitschreiben. Hier nicht sofortQRZ ?? DE DJ4KWrufen, alle Anrufer würden gleich wieder rufen. Im Contest gibt es nicht genugfreie Frequenzen umSPLITzu arbeiten. Eventuell hilft Betätigen derRITund einAnrufer, der sich etwas neben die Masse gesetzt hat, kommt besser lesbar durch.Besser einfach abwarten. Einer sendet vielleicht am längsten und kann zumSchluss aufgenommen werden, oder nachdem alle aufgegeben haben startet einerals erster lesbar mit einem erneuten Ruf. Hat man ein genügend langes Fragmentaufgenommen, und kann man nicht wie oben beschrieben das Rufzeichen erraten,hilft nur für das Fragment gezielt QRZ zu rufen; beispielsweiseGW3?? GW3??und dann ganz konsequent zu bleiben. USA und Japan sind da sehr diszipliniert,Süd-Europäer weniger.http://www.bavarian-contest-club.de/handbuch
1.5 ErfolgreicherRTTY-Betrieb1-45Mehrfach-VerbindungenWas macht man, wenn eine bereits gearbeitete Stati-on erneut anruft? Hier gehen die Experten-Meinungen auseinander, wie auchbei anderen Betriebsarten. Eine empfohlene Einstellung ist, die rufende Stationeinfach noch mal zu arbeiten, denn es dauert viel zu lange, der Gegenstation zuerklären, dass sie bereits im Log sei, länger als ein normales QSO. In 50 % derFälle ruft die Gegenstation sogar berechtigt nochmals an, weil das erste QSO beiihr tatsächlich nicht richtig geloggt wurde. Sie mitSRI QSO B4 QRZ DE DJ4KWabzuweisen hat nur eine Diskussion oder einen erneuten Anruf zur Folge undletztlich einen Punktverlust, weil die Auswerter das erste scheinbar richtige QSOmangels eines korrekten Gegenstücks als ungültig werten werden. Die anderen50 % sind echte Duplikate, sie markiert die Software alsDUPE. Auswerter bittendie so gekennzeichneten QSOs nicht aus dem Log zu entfernen. Es gibt norma-lerweise keinen Punktabzug, obwohl entweder das erste oder das zweite QSOungültig ist.Suchen oder CQ rufen?CQ zu rufen lohnt sich auch für schwächere Stationen,sofern man in den zu Contest-Zeiten überfüllten Bandsegmenten einen Platzfindet. Eine übliche Vorgehensweise ist, das Bandsegment zunächst mindestenszwei mal abzusuchen und CQ-Rufer zu arbeiten, dann sich eine Frequenz zusuchen und selbst zu rufen. Wenn dann die QSO-Rate signifikant abfällt, lohntes sich, noch mal zu suchen oder einen Bandwechsel vorzunehmen. Es ist sehrwichtig, die Ausbreitungsbedingungen zu beobachten. Oft lohnt es sich, beimersten Öffnen eines Bandes auch mal einige Minuten allein CQ zu rufen.
1.5 ErfolgreicherRTTY-Betrieb1-45Mehrfach-VerbindungenWas macht man, wenn eine bereits gearbeitete Stati-on erneut anruft? Hier gehen die Experten-Meinungen auseinander, wie auchbei anderen Betriebsarten. Eine empfohlene Einstellung ist, die rufende Stationeinfach noch mal zu arbeiten, denn es dauert viel zu lange, der Gegenstation zuerklären, dass sie bereits im Log sei, länger als ein normales QSO. In 50 % derFälle ruft die Gegenstation sogar berechtigt nochmals an, weil das erste QSO beiihr tatsächlich nicht richtig geloggt wurde. Sie mitSRI QSO B4 QRZ DE DJ4KWabzuweisen hat nur eine Diskussion oder einen erneuten Anruf zur Folge undletztlich einen Punktverlust, weil die Auswerter das erste scheinbar richtige QSOmangels eines korrekten Gegenstücks als ungültig werten werden. Die anderen50 % sind echte Duplikate, sie markiert die Software alsDUPE. Auswerter bittendie so gekennzeichneten QSOs nicht aus dem Log zu entfernen. Es gibt norma-lerweise keinen Punktabzug, obwohl entweder das erste oder das zweite QSOungültig ist.Suchen oder CQ rufen?CQ zu rufen lohnt sich auch für schwächere Stationen,sofern man in den zu Contest-Zeiten überfüllten Bandsegmenten einen Platzfindet. Eine übliche Vorgehensweise ist, das Bandsegment zunächst mindestenszwei mal abzusuchen und CQ-Rufer zu arbeiten, dann sich eine Frequenz zusuchen und selbst zu rufen. Wenn dann die QSO-Rate signifikant abfällt, lohntes sich, noch mal zu suchen oder einen Bandwechsel vorzunehmen. Es ist sehrwichtig, die Ausbreitungsbedingungen zu beobachten. Oft lohnt es sich, beimersten Öffnen eines Bandes auch mal einige Minuten allein CQ zu rufen.



Version vom 2. April 2021, 14:54 Uhr

Grundlagen

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Im Contest geht es darum, so viele QSOs in einer vorgegeben Zeit wie möglich zu machen. Das heißt, die QSOs müssen so kurz wie möglich sein. Jede überflüssige Information verringert das Ergebnispotential, aber auch jede nicht gegebene Information, etwa wenn die Station, die auf der Frequenz weiterarbeitet, aus vermeintlicher Zeitersparnis ihr Rufzeichen nicht nennt und lediglich mit einem TU oder »dit dit« das QSO beendet. Dadurch werden Dupes oder Nachfragen provoziert. Im Zweifelsfall wird man die Station nämlich arbeiten. Dupes zuloggen ist kein Problem, sie werden halt einfach nicht gewertet. Aber sie kosten Zeit – für beide Stationen. Deshalb macht es auch absolut keinen Sinn, mit einer anderen Station über Dupe oder nicht Dupe zu diskutieren. Entweder das QSO war vorher von einer der beiden Stationen nicht richtig geloggt dann macht es Sinn, das QSO erneut zu loggen. Wenn es tatsächlich schon korrekt geloggt war, dann hat erneutes Loggen keine Auswirkung auf das Ergebnis. Die Diskussion hätte wegen der Zeitverschwendung diese Auswirkung schon. Das QSO muss korrekt geloggt sein. Durch die UBN-Auswertung haben sich schon manche Verschiebungen der Platzierung ergeben. Es kommt darauf an, ein geschultes und geübtes Gehör zu haben aber auch ohne zu »Schmieren« morsen und sprechen zu können. In vielen Contesten ist Cluster-Betrieb erlaubt. Den Meldungen kann man aber nicht vorbehaltlos vertrauen. Die Gefahr ist einfach zu groß, einen Hör- oder Schreibfehler eines anderen zu übernehmen und das passiert öfter als man sich auf den ersten Blick vorstellen kann. Die Station muss auf den bevorstehenden Contest eingerichtet sein. Die Möglichkeiten sind dabei natürlich oft arg begrenzt. Aber dann kann man sich zum »Gewinnen-wollen« auf solche Conteste konzentrieren, zu denen die Station passt. Für lokale bzw. Europa-Conteste braucht man nicht unbedingt hohe Monsterantennen. Mit einem Mehrelement 40 m-Fullsize-Beam wird man im Weihnachtscontest nicht sehr erfolgreich sein können. Niedrige Antennen haben einen steileren Abstrahlwinkel und produzieren in DL oder in EU bessere Signale als gestockte KW-Beams. Manche Conteste bieten Teilnahmeklassen für eingeschränkte Antennen an. Mit dem Transceiver muss der OP natürlich vertraut sein. Bei Multi-Op Betrieb ist das gar nicht so selbstverständlich. Zusatzgeräte wie Sprachrecorder oder automatische Antennenumschaltung können sehr hilfreiche Einrichtungen sein, sofern sie auch bediensicher sind. Ein ergonomisch eingerichteter Operator Platz beugt zu schneller Ermüdung vor, und eine gewisse Planung des Ablaufs, von den Bandöffnungen bis hin zur Planung der Schlafperioden sind für ein optimales Ergebnis unerlässlich. Eines der wichtigsten Werkzeuge ist das Logging-Programm. Der PC kann heute weit mehr als nur die Routinearbeit abnehmen, sondern dem Operator auch wertvolle Entscheidungshilfen für die Umsetzung der gewählten Strategie geben. Waren anfangs Contestprogramme nur mehr oder weniger komfortable QSO-Editoren mit eingeschlossenem Dupecheck, so sind sie heute zu regelrechten Contest-Management-Programmen geworden. Ständige Anzeigen der QSO-Rate und der Multiplikatorwertigkeit bis hin zu Bandmaps und Radio- oder Rotorsteuerung helfen dem Operator seinen Betrieb ständig zu optimieren und seine Entscheidungen den sich laufend verändernden Bedingungen anzupassen. Wie mit dem Radio muss man auch bei der Software mit den Funktionen vertraut sein, wenn man sie wirkungsvoll nutzen will. Aber gibt es da nicht genügend Conteste zum Üben? Wenn der PC die Routinearbeit abnimmt, entsteht natürlich Freiraum um die Betriebstechnik weiter zu entwickeln und zu verbessern. Single-Operator 2 Radio (SO2R) ist daraus entstanden. SO2R-Betrieb fordert ein Höchstmaß an Konzentration und technischer Ausstattung, kann aber mit zweimal Low Power den Kilowatts durchaus Paroli bieten. Die Einführung von Bandwechselbeschränkungen in manchen Contesten wird diesen Trend nicht aufhalten, sondern die Weiterentwicklung für den SO2R Betrieb auf ein und demselben Band stimulieren.

Planung und Strategie

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Eine gute, professionelle Planung eines Contesteinsatzes ist bestimmt kein Luxus oder Gaudi die ich mir leiste, sondern wird meine Wirksamkeit um Einiges erhöhen. Aber was soll ich denn da groß planen, wenn ich nur möglichst viele QSOs mit möglichst vielen Ländern arbeiten muss? Der Ansatz liegt bei »möglichst vielen« und den beiden Faktoren in der Gleichung: Score = QSO x Multiplikatoren. Bei 6-Band-Betrieb sind das schon 12 Faktoren. Alleine diese 12 Faktoren zu optimieren kann der Zufall nicht, höchstens die Evolution. Aber die braucht dafür Jahrmillionen. Ich muss das also selbst in die Hand nehmen. Wenn ich bei Allband-Betrieb mehr oder weniger der MUF folgen muss, um das optimale Band zu nutzen, werde ich bei Singleband-Betrieb nur der Sonne folgen müssen, um die Öffnung in die verschiedenen Gebiete der Erde maximal zu nutzen. Bei Singleband-Betrieb habe ich einen Freiheitsgrad weniger, was die Optimierung einfacher macht. Das verpflichtet mich aber dann dazu, alles auf diesem Band zu arbeiten was auftaucht. Es darf keine Entschuldigung geben, einen Multiplikator nicht gearbeitet zu haben, schon gar nicht, wenn der Konkurrent ihn hat. Es waren 48 Stunden ungeteilte Zeit und Gelegenheit. Ich muss mich auf einen Marathon einstellen. Natürlich muss ich das Band, das ich mir ausgesucht habe, gut kennen. Ich sollte Experte auf diesem Band sein. Ich muss wissen:

  • Zu welchen Zeiten sind Peaks in welche Gebiete zu erwarten?
  • Wann überhaupt ist mit Öffnungen zu rechnen?
  • Wie stark werden die Signale zu erwarten sein, die ich zu suchen habe?
  • Welche Vorzugsfrequenzen werden von welchen Ländern/Sprachgruppen verwendet?
  • Welche raren Stationen sind regelmäßig und vorzugsweise auf diesem Band, und zu welcher Zeit?
  • Welche Charaktereigenschaften hat das Band, und wie kündigen sich Wechsel in den Ausbreitungsbedingungen an?

Bei der Frage nach der Bandöffnung sind neben Erfahrung das Planungsprogramm »PP« [56] des BCC eine ausgezeichnete Hilfe. Auf der Basis dieser Zahlenwerte kann für jedes Band eine Bandöffnungskurve zu den wichtigsten Gebietenauf einem DIN A4 Blatt erstellt werden. Die Kurven der verschiedenen Funklinien, dargestellt in verschiedenen Farben, größere Signal zu Rauschabstände als Verbreiterung schraffiert, long path als negativen Kurvenlauf, ergeben ein erstklassiges Instrument, um während des Contestverlaufs einen ständigen Überblick über die augenblickliche Bandsituation zu haben. Die Kurve ist eine große Hilfe bei der Multiplikatorensuche und hilft vermeiden, dass zeitlich kurze Öffnungen z. B. nach KH6 im Getümmel einfach verschwitzt werden. Auch schon die Erstellung der Kurven kann einige Besonderheiten der Öffnungszeiten erkennen lassen, die beim einfachen Betrachten der Zahlenhaufen nicht so ohneweiteres zu sehen sind. Als Nächstes werde ich mir einen Zeitplan aufstellen. Nicht nur, um meine Pausen vorher festzulegen, sondern um mir eine ständige Kontrolle zu ermöglichen, ob ich mein gesetztes Ziel erreichen werde. Wer hat sich nicht schon nach der ersten Halbzeit gefragt: Wo liege ich denn? Ich zeichne mir eine Soll-Kurve, die mir zeigt, wie viele QSOs, Multiplikatoren und Gesamtpunkte ich zu jeder vollen Stunde haben werde. Während des Contests kann stündlich der Ist-Wert eingetragen werden. Aus dem Soll-Ist-Vergleich kann ich dann Maßnahmen ableiten. Die Vorgaben müssen natürlich wie alle Planungen realistisch sein, sonst verfehlen sie absolut ihren Zweck des Ansporns und der Regelfunktion. Bei dem Europarekord von LX7A konnte aufgrund des Soll-Ist-Vergleichs sogar ein Antennenproblem erkannt werden. Übrigens, auch 5000 m-Läufer rennen nicht einfach so schnell sie können. Sie haben auch einen Plan, wo sie zu welcher Zeit sein müssen. Wo ich die Plandaten hernehmen soll? Ich werde mich an den Vorjahresergebnissen oder an den zu schlagenden Konkurrenten orientieren und möchte besser sein; bei fallenden Sonnenflecken das Ergebnis eventuell nur halten. Ich weiß, zu welchen Zeiten welches Band läuft. Zusammen mit den Kurven der Linienvorhersagen lege ich Zeitspannen und Zeiträume zum Multiplikatorsuchen fest. Wenn ich im Verlauf des Contests feststelle, dass ich gut im Rennen liege, wird das ein ungeheurer Ansporn sein und mein Durchhaltevermögen stärken. Entferne ich mich von der Zielvorgabe, weiß ich dass meine Berechnungsgrundlagen für die QSO/Multi-Wertigkeit driften und ich kann ggf. meine Strategie korrigieren. Was ist QSO/Multi-Wertigkeit? Bei meiner Planung lege ich ein Ziel fest, z. B. knapp über dem Vorjahressieger. Damit weiß ich schon, wie viele QSOs und Multiplikatoren geboten, machbar und zu schlagen sind. Ich kann ausrechnen und abschätzen, welcher QSO-Schnitt gesamt und in verschiedenen Phasen erreicht werden kann/muss. Anhand des avisierten Zieles kann ich leicht errechnen, wieviele QSOs ein Multiplikator wert ist, und damit auch, wieviele Minuten verlorene QSO-Zeit er wert ist. Unter Berücksichtigung der Trefferwahrscheinlichkeit beim Suchen und der verschiedenen Bandbelebungsphasen kann ich jetzt errechnen, wie viele Minuten zu welchen Phasen ich in die Multi-Suche investieren kann. Formel für QSO Wertigkeit:t = Q/M * W/R Wobeit die Zeit in Minuten, Q die Zahl der QSOs, M die Zahl der Multiplikatoren, R die QSO-Rate in QSOs pro Minute und W der Zeitaufwand in Minuten pro Multiplikator ist, um einen neuen Multiplikator zu finden. Klar, dass ein gutes Contestprogramm mir diese Rechenarbeit abnimmt und ständig den aktualisierten Wert anzeigt. Ist mir dieser Mechanismus erst einmal klar, kann ich leicht bei Zielabweichungen korrigieren. Sicher werde ich damit nicht die Zahl der gearbeiteten Länder und QSOs exakt im Voraus errechnen können. Zu viele unkontrollierbaren Einflüsse und Störgrößen, nicht zuletzt auch eine Portion Glück bei der Multiplikatorsuche beeinflussen das Geschehen. Aber auf der Basis einer gut überlegten und gesunden Planung werde ich gezielt auf ein optimales Ergebniszusteuern!

Operating

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Eines der wesentlichsten Elemente ist, dass man seine Geräte (Radio) und seine Werkzeuge (Contestprogramm) kennt. Zunächst einmal muss man mit dem Empfänger vertraut sein. Jeden Schalter und Regler muss ich im Schlaf beherrschen. Erst wenn meine Ohren mit dem Empfänger eine Einheit bilden, kann ich auch das Letzte aus ihm herausholen. Jeder Empfänger hat sein eigenes Rauschen, seinen eigenen Charakter. Ich muss an ihn gewöhnt sein! Ich muss ihn spielen können, dann kann ich aus ihm Signale lesen, die andere kaum noch ahnen. Ich muss den VFO (oder die RIT) sofort in die richtige Richtung drehen können, wenn eine Station neben der Frequenz liegt und auch auf Anhieb die richtige Frequenz treffen, nicht erst einkreisen müssen. Ich muss Filter, Passband, Notch und alle Möglichkeiten des RX nutzen können, sinnvoll und auf Anhieb. Ohne erst ausprobieren zu müssen, muss ich wissen was passiert, wenn ich den QRMer auf die Filterflanke schiebe. Dafür reicht es bestimmt nicht aus, mal eben die Betriebsanleitung zu lesen. Man macht sich oft lustig über die vielen Tasten und Funktionen an modernen Radios und tut sie als total überflüssig ab. Der FT-1000MP ist eine echte Contestmaschine, für den Contest entwickelt. Wer kann wirklich damit umgehen? Ähnlich der Sender und die PA. Das Abstimmen muss in Sekundenschnelle geschehen. Eine Minute Abstimmversuche kann drei oder mehr QSOs kosten. Ich hab mal den WAE gegen YU3EY wegen 15 QSOs verloren! Es gab schon Unterschiede im Ergebnis zwischen 1. und 2. Platz wegen 1/2 QSO! Ein aufgeklebter Zettel hinter dem Abstimmknopf mit Markierungen der Einstellungen für jedes Band kann sehr hilfreich sein. Und ich muss wissen, auf welcher Frequenz mein Sendesignal liegt, und wie ich mein Signal in die Filterkurve der Gegenstation schieben kann. Das Zweitwichtigste ist mein Werkzeug, das Contestprogramm. Wie sind die Funktionstasten belegt? Bin ich überhaupt mit allen Funktionen vertraut? Zwar hat fast jedes Programm eine Online-Hilfe und wie wunderbar ist es dann, mitten im Contest eine neue Funktion zu entdecken. Aber die hätte man besser vorher finden und von Anfang an richtig einsetzen sollen. Auch hier hilft nur Üben, vorher Ausprobieren und wieder Üben. Auch hier helfen Sticker oder Aufkleber, mit denen man die Funktionstasten beschriften kann. Wenn man sich dann einmal an eine Belegung gewöhnt hat, sollte man die beibehalten. Nach Möglichkeit auch, wenn man mit anderen Programmen in anderen Contesten (z. B. RTTY) arbeitet. G3NOM will mich nie wieder mit einer deutschen Tastatur an HS0AC lassen. Bei der deutschen Tastatur sind gegenüber der englischen Y und Z vertauscht. Die Funktion »DEFINEKEY« hätte das Problem gelöst. Aber mein Fehler war,dass ich sie damals nicht kannte. Die Geräteanordnung auf dem Operatortisch: Wo früher das Papierlog und der Transceiver im Mittelpunkt standen, stehen heute die Tastatur und der Bildschirm. Das Radio wurde auf den zweiten Platz verdrängt. Papierloggen: Sollte noch jemand mit Papier loggen wollen, hier einige Tipps. Richtwert für die Schreibfläche: Das DIN A4 Log soll diagonal Platz haben. Rechts davon die Taste (natürlich nur für Rechtshänder), weiter rechts die QSO-Checkliste. Links neben dem Log die Multiplikatorcheckliste. Bei Allband-Betrieb auf einem Beistelltisch (links) vorbereitet Ablagekästchen für schnellen Logaustausch bei Bandwechsel. Der Empfänger/Transceiver soll leicht links der Operatorposition stehen. Die rechte Hand ist immer an der Taste bzw. am Log. Der Schreibstift (ein leichter Druckbleistift) wird nie aus der Hand gelegt. Somit müssen alle Empfängerregler mit der linken Hand bedienbar sein. Der gebenden und schreibenden Hand ist jederzeit absolute Priorität einzuräumen! Computerloggen: Im Mittelpunkt steht der Bildschirm in bequemer Augenhöhe. Auf Reflektionen von Lichtquellen (Fenster, Lampen) achten. Vor dem Bildschirm steht die Tastatur. Dort werden die meisten Operationen ausgeführt. Eine gute Tastatur ohne klemmende oder prellende Tasten ist wie bei der Morsetaste keine Fehlinvestition. Alles Papier ist bis auf einen kleinen Notizzettel verschwunden. Ein Bleistift liegt in greifbarer Nähe. Immer auf den gleichen Platz legen. Wenn er gebraucht wird, dann aber sofort ohne zu suchen. Das Radio steht rechts neben dem Bildschirm (für Rechtshänder), etwas nach vorne gezogen, sodaß die Regler bequem erreicht werden können. An der rechten Kante des Radios den CW Geber so hinstellen, daß er den Zugriff zum äußersten Regler des Radios nicht blockiert aber noch schnell erreichbar ist. Er wird nicht so oft gebraucht werden. Aber wenn doch, dann muss er da sein und nicht erst herbeigezogen werden müssen. Die Fläche vor dem Radio bleibt frei, so dass alle häufig zu bedienenden Regler mit aufliegendem Arm bequem erreichbar sind. Das ist die Voraussetzung für einen ermüdungsfreien Dauerbetrieb. Die Regler sollen zur Tischplatte hin aber auch genügend Freiraum haben, so dass man –ohne die Fingerknöchel abzuschaben – daran drehen kann. Das Rotorsteuergerät soll links stehen. Das Drehen der Antenne dauert manchmal recht lange und Rechtshänder können sich so in dieser Zeit die rechte Hand für kompliziertere Bewegungen wie Bandwechsel oder loggen frei halten. Wird eine Speichertaste verwendet, diese ebenfalls links hinstellen, dann kann während der Sendung bequem die Geschwindigkeit variiert werden. Rechts stehen dann Geräte, die einen komplizierteren Bedienungsablauf brauchen, wie z. B. der Transceiver. Dass ich meine Taste beherrschen muss, ist wohl selbstverständlich. Rutschfester Stand und Reinigen der Kontakte sollen aber auch nicht vergessen werden. Der Kopfhörer soll leicht sein, federleicht. Diese klobigen, schweren Stereohörer schirmen zwar gut gegen Lokal-QRM ab, sind aber wahrhaftige Konditionskiller und verursachen Genickstarre (außer bei Leuten, die im regelmäßigen 12-Stunden-QRL Blechhüte tragen!). Ich spanne meinen Kopfhörer vor dem Contest über einen Globus. Das mindert den Spanndruck. Nach 48 Stunden meine ich trotzdem, die Ohrmuscheln würden bei der kleinsten Berührung abbrechen. Vorsicht: Bei leisen Signalen dreht man die NF auf und vergisst, die Lautstärke wieder zurückzunehmen. Das kann auf die Dauer zu Gehörschäden führen. Ich habe mir auf diese Weise ein Frequenzloch eingebrannt. Zwar kann ich das jetzt als erstklassigen Notchfilter verwenden, es muss aber nicht unbedingt nachgeahmt werden. Mittlerweile habe ich mich auf Lautsprecherbetrieb umgestellt und höre genauso gut, vorausgesetzt, der Lautsprecher steht links. Lautsprecher-betrieb bietet eine weitere, kaum bekannte Möglichkeit: Durch leichtes Hin- und Herdrehen des Kopfes kann die unterschiedliche Phasenlage verschiedener NF-Frequenzen beim Auftreffen auf die Ohren dazu benutzt werden, unerwünschte Signale auszublenden. Für den SSB-Betrieb ist bei Computerloggen unbedingt eine Kopfhörer-Mikrofon-Garnitur und ein Fußschalter notwendig. Es müssen beide Hände frei bleiben, sodass auch beim Sprechen geloggt werden kann. Bei VOX Betrieb könnte gerade im entscheidenden Moment durch ein Störgeräusch der Sender anspringen. Nicht zuletzt ist eine bequeme Sitzgelegenheit und genügend Beinfreiheit fürstundenlanges Ausharren äußerst wichtig! Entspannte Haltung. Bei meinem Weltrekordversuch 1987 bei EA8ID musste mir meine XYL bei Halbzeit eine Stunde die Schultern massieren und mit so einem scheußlich kaltem Krampflösespray behandeln. Das mit »still 27 hours to go!« und noch ach so fern vom Ziel. Noch einige Bemerkungen zu Antennen: Viele Elemente bringen zwar einen schönen Gewinn, aber auf Kosten des Öffnungswinkels. Wer hat noch nicht davon geträumt, für den Contest einen Rundstrahler mit 20 dB Gewinn zu haben? Leider gibt’s den nicht. Es kommt hier ganz auf den einzelnen Contest an, welche Antennenkonfiguration besser ist. Im ARRL braucht man als Europäer nur eine Antennenrichtung, genau wie eine außereuropäische Station im WAE die Antenne nicht zu drehen braucht, und nichts spricht gegen 6 und mehr Elemente. Müssen aber Multiplikatoren aus allen Richtungen geloggt werden (und Europa liegt nun mal im Mittelpunkt der Contestwelt), würde ich gestockte Systeme einer Antenne mit vielen Elementen vorziehen. Einige Elemente mehr können eine bescheidene Lage nicht ausgleichen! Ein größerer Öffnungswinkel der Antenne allerdings kann mir zu mehr Multiplikatoren verhelfen. Eine andere oft praktizierte Lösung großer Conteststationen ist eine separate Multiplikator-Antenne. Der Rotoranschlag bei 360° oder 180° ist nicht unbedingt vorteilhaft. 180° ist sogar äußerst ungünstig für Europa. Von Ost- nach West-Afrika braucht einüblicher Rotor fast eine Minute Drehzeit! Wenn das Band nach Afrika offen ist, dann ist es nach Ost- und nach West-Afrika offen. Für 360° Rotoren hat sich der Anschlag bei 20° bewährt. Dort liegt ungefähr die Grenze zwischen Long und Short Path in den Pazifik, und ein Umschwenken dauert so nur 180°! Allerdings sollte man sich die korrigierten Gradzahlen auf die Großkreiskarte schreiben.Denn nach 12 Stunden kann man diese 20° rechnerisch nicht mehr beherrschen. Die ganze Kraft soll sich auf den Betrieb konzentrieren und nicht auf Kopfrechnen. Noch besser ist natürlich ein Rotor mit einem Drehbereich von beispielsweise 450°. Aber auch dann schreibt man vielleicht besser die Gradzahlen über 360° noch mal hin.

CQ-Rufen

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Es gibt zwei prinzipielle Möglichkeiten des Contestverkehrs: 1. Calling (CQ rufen) 2. Search & Pounce (S&P, Stationen selber suchen) Die erste Variante, Calling, wird mir bei gutem Signal, guter Betriebsweise und halbwegs attraktivem Rufzeichen eine höhere QSO-Rate (1 bis 6 QSOs/Minute) einbringen als S&P. Es ist recht bequem, Serien zu fahren und macht sehr viel Spaß ein Pile-up zu bewältigen, begehrt zu sein. Stundenlanges Pile-up gut zu bewältigen wird mir aber nicht unbedingt den Sieg einbringen. Es werden Multiplikatoren fehlen. Was tun? Ein großer Teil der Multiplikatoren, die sogenannten Standards, aber auchsehr rare Stationen werden mich im Pile-up anrufen. Ich muss sie aber auch hören! Allzu oft werden die Exoten von den Big Guns zugedeckt, denn als Exote braucht man nicht diesen Materialaufwand zu betreiben. Ihr großer Nachteil ist außerdem, dass sie aus einer anderen Antennenrichtung kommen. Wie oft konnte ich schon beobachten, wie ein »seltener Vogel« versucht hat, ein Pile-up zu knacken. Ohne Chance, wenn die Antenne des »CQers« zu weit ab steht, oder dessen Antennenöffnungswinkel zu schmal ist. Man kann, nein man muss dem entgegen wirken. Man achte bewusst auf schwache Stationen und auf Prefixe. Die meisten Länder haben jetzt glücklicherweise für Gastlizenzen den Landespräfix vor das Heimatrufzeichen gestellt. Ein Bruchstrich erweckt immer Aufmerksamkeit und verheißt etwas Besonderes. Nur wird leider unsinnigerweise (und bei uns als Verstoß gegen die VO Funk) von manchen Stationen ein »/QRP« an das Rufzeichen angehängt. Leider bringt es keinerlei Vorteil darauf hinzuweisen, dass man leise sein möchte, aber es ist Verschwendung wertvoller Zeit. Wenn ich die Station höre, werde ich sie arbeiten, auch wenn sie leise ist. Wenn es extra Punkte für QRP-Stationen gibt, dann geht das aus dem Contest-Austausch hervor (z. B. bei QRP Contesten). Weiterhin kann man regelmäßig die Antenne leicht zur Seite drehen, um vielleicht einen Multiplikator herauszuhören. Zeitabstände von 30 Minuten oder mehr sind dabei bestimmt zulange. Selbst der Geduldigste wird dann schon weitergedreht haben und sich denken »lousy operator«. Hat man ein großes Pile-up, schadet das Wegdrehen überhaupt nicht. Es kann vielmehr helfen, das Pile-up zu reduzieren, was die QSO-Rate wieder erhöht, denn bei großen Pile-ups muss öfter ein Rufzeichen nachgefragt werden. Als Nächstes sollte ich gelegentlich, nämlich nach meinem Fahrplan, Multiplikatoren »locken«, d. h. die Antenne auf das jeweilige Zielgebiet richten und dann mit verminderter Tastgeschwindigkeit bzw. in der jeweiligen Landessprache rufen. Die Zielgruppe, die ich jetzt anlocken will, wird kaum das CW bis zur Perfektion beherrschen. Der OM, den ich suche, hat einfach nur Spaß daran und wird übers Band drehen, um etwas Interessantes zu finden, wird also nicht in den Contest einsteigen. Ihm muss ich mich anbieten, es ihm leicht machen mich anzurufen. Ich muss ihn zu einem Anruf »verführen«!

Search & Pounce

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Zur Betriebsart S&P sollte man spätestens dann übergehen, wenn die QSO-Rate unter einen bestimmten Schnitt fällt, der je nach Contest, Band und Tageszeit verschieden ist. Bei ausreichendem Angebot an Stationen kann ich auch mit S&P einen Schnitt von 1 bis 2 QSO/Minuteoder sogar mehr erreichen. Jetzt wird sich der Dupe-Check des Contestprogramms als ungeheuer wertvoll erweisen, ja sogar notwendig sein. Und jetzt kann ich meinen zweiten VFO voll zur Wirkung bringen. Ich sollte nämlich nicht unötig auf einer Frequenz warten, bis ein QSO endlich abgeschlossen ist, sondern augenblicklich mit dem zweiten VFO weitersuchen. Mit etwas Geschick und Übung geht das sehr flott, die QSO-Rate kann wieder steigen. Viele Stationen arbeiten in einem Rhythmus und ich kann mich dann leicht einfühlen, wann das QSO zu Ende sein wird. Es hat mir schon mal den Vorwurf eingebracht, ich würde mit zwei Sendern gleichzeitig arbeiten, weil mein Signal am oberen, das andere am unteren Bandende war. Für den Beobachter war nicht auszumachen, daß die Sendungen abwechselnd erfolgten. Man kann sogar während eines QSOs, wenn der Partner nicht zuden allerschnellsten gehört, schon den nächsten anrufen, sozusagen zwei QSOs gleichzeitig fahren, obwohl man nur einen Sender hat. Sehr hilfreich ist bei dieser Technik die Funktion »BandMap« eines Contestprogramms mit Radiosteuerung. Jede Station wird mir mit der Frequenz angezeigt, auf der sie zuletzt gearbeitet hat und ob ich sie bereits geloggt habe. Gefüllt wird die Bandmap mit Stationen, die ich gearbeitet habe, mit Stationen, die ich ohne sie zu loggen eingegeben habe (z. B. <CTRL>-<Enter> bei Wintest), oder die im Packet-Cluster gemeldet waren (nur bei Assisted oder Multi-OP möglich). Ich muss dann nicht immer warten, bis die Gegenstation endlich ihr Rufzeichen gibt, sondern kann gleich entscheiden, ob es die Station in der Bandmap sein könnte. Die Einträge in der Bandmap werden nach einer bestimmten Zeit gelöscht, weil sie bald veralten. Dass diese Betriebsart sehr kräftezehrend ist, wird man mir wohl glauben. Sie kann aber auch sehr wirkungsvoll sein. Denn bei S&P werden die meisten Multiplikatoren gefunden. Nämlich diejenigen, die nur kurzfristig da sind, die nur Punkte vergeben möchten und dabei den bequemeren Weg des »Callers« vorziehen. So mühsam das S&P auch sein mag, es ist bitter notwendig. Man darf sich durch Pile-ups und lange Serien auf keinen Fall in einen Contest-Rausch hineintreiben lassen und das S&P vergessen. Deshalb den Fahrplan aufstellen und sich notfalls zwingen, eine Serie abzubrechen. Übrigens, man kann auch als »Caller« mit dem Zweit-VFO nebenbei Stationen suchen, falls nicht gerade ein Pile-up zu bewältigen ist! Sogar auf einem anderen Band, wenn man eine Multiband Antenne oder eine automatische Antennenumschaltung hat. Besonders in der Low-Power Klasse wird das S&P die Hauptbetriebsart sein. Bei der immer dichter werdenden Belegung der Bänder ist es schwer, eine Frequenz längere Zeit zu halten. Die Rate wird aber sinken, wenn das Band einmal abgegrast ist. Hier hilft es, oft das Band zu wechseln. Ich bin dann öfter auf einem frischeren Band und vor allem, ich bin ständig auf allen offenen Bändern präsent und es kann mir so kaum etwas entgehen (das Erfolgsrezept des CW Fielddays). Hier wird das revolutionäre an der modernen Computertechnik im Contest deutlich: Früher musste der Bandwechsel gedrillt werden, um auch bei Übermüdung jeden Griff in der immer wiederkehrenden Reihenfolge durchzuführen. Bei guter Übung dauerte er aber trotzdem zwischen 20 und 40 Sekunden. Heute geht der Bandwechsel mit einem einzigen Druck auf die Band-Taste des Transceivers: der 100 W Transceiver braucht keine Senderabstimmung, die Endstufe stimmt wie der Antennentuner automatisch ab, das Contestprogramm führt bei Radiosteuerung automatisch das Band im Log nach und der Antennenschalterschaltet automatisch aufgrund der Bandinformation vom Transceiver oder vom PC auf die richtige Antenne. Der Bandwechsel dauert nicht mal eine Sekunde. Bei 200 Bandwechseln in einem 48 Stunden Contest (ca. alle halbe Stunde) sind das ca. 6000 Sekunden oder 100 Minuten gewonnene Zeit, bei einer Rate von 2QSOs/Minute sind das beachtliche 200 zusätzliche QSOs. Bei einer Summe von 500 Multiplikatoren in diesem Contest können 17 mehr Multiplikatoren erwartet werden. Wen wundert’s also, dass die Scores immer weiter steigen. Das zeigt aber auch, es muss nicht immer eine größere Endstufe ran, um das Ergebnis zu verbessern. Entscheidend ist und bleibt die Betriebstechnik. Die Computerunterstützung setzt immer mehr Zeit- und Kraftreserven bei dem Operator frei, die sinnvoll genutzt zu immer höheren Scores führen. Diese Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen und wird uns auch in der Zukunft noch einiges bescheren.

Erfolgreicher SSB-Betrieb

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

In SSB-Contesten erfolgreich zu sein bedeutet

  • klar und eindeutig, knapp und präzise, der Situation angemessen zu sprechen,
  • auch unter schwierigen Umständen wirkungsvoll Rufzeichen und QSO-Nummern zu übermitteln, und
  • sich auf sein Gegenüber oder das Pile-up einzustellen und es so zu dirigieren, dass eine maximale QSO-Rate erreicht wird.

Grundregeln

Nicht nur in CW, auch in SSB gibt es eine Geschwindigkeit. Der erfahrene Operator weiß die Sprechgeschwindigkeit der Situation anzupassen. Bei leisen Signalenoder niedrigen QSO-Raten kommt es vor allem auf Deutlichkeit an. Wir wollen ja wirklich jeden erreichen, der über’s Band dreht - und so machen wir es ihm nicht schwerer als nötig. Menschen, die geringe Fremdsprachenkenntnisse besitzen, haben oft Probleme uns zu verstehen, wenn wir zu schnell und ohne Punkt und Komma sprechen. Deshalb: Klare Aussprache, richtige Betonung, deutliche Pausen zwischen den Wörtern und Einsatz von Sprachmelodie sind hier angesagt. Es ist z. B. ganz natürlich, dass am Ende eines Satzes die Stimme gesenkt wird. Dadurch signalisieren wir das Ende (des Satzes, des Rufzeichens, des Durchgangs). Anders bei einer Frage: Hier geht die Melodie eher nach oben, nicht nach unten. Nutzen wir diese natürlichen Elemente der Sprache um zusätzlich Informationen zu übertragen! Anders sieht es aus, wenn großer Andrang herrscht. Hier ist es notwendig, das Tempo anzuziehen, einerseits um schneller mit unserem Durchgang fertig zu sein, andererseits auch um die Gegenstationen zu motivieren, ähnlich schnell zusprechen. Beides spart Zeit, und in dieser Zeit lassen sich weitere QSOs fahren. In QRM-Situationen, wenn das Band recht belebt ist, schnell sprechen und dafür wiederholen. Die Situation ist hier oft so, dass bei der Gegenstation nur für 1-2 Sekunden Ruhe auf der Frequenz herrscht und wenn da die wesentlichen Informationen genannt werden, ist das QSO komplett. Ist die Ausbreitung sehr verhallt, (z. B. Umlaufecho auf 10 m) empfiehlt sich wiederum eine langsame, durch deutliche Pausen getrennte Aussprache. Sind bestimmte Stellen im eigenen Rufzeichen problematisch? Passiert immer wieder dasselbe? Manchmal ist ein Buchstabierwort für die Gegenstation einfach schwer verständlich, vielleicht liegt’s an unserer Aussprache? Abwechslung ist angesagt – und sei es nur beim Suffix.

Delta Lima six Romeo Alpha India Denmark London six Radio America Italy

Einige Buchstaben können in schwierigen Situationen leicht verwechselt werden, z. B. Alpha mit Delta und Oscar oder Echo mit X-Ray. Hier hilft das lange Buchstabieralphabet um Klarheit zu schaffen. Aber: Konsistent bleiben und nie innerhalb des Rufzeichens mit unterschiedlichen Buchstabieralphabeten arbeiten. Bei bestimmten, leicht verwechselbaren Zeichen ruhig von der Konventionabweichen und z. B. mal das R rollen lassen.

Fremdsprachen

Es ist mitunter hilfreich, wenn man auch in der Sprache der Gegenstation zurückkommt um etwas klar zu stellen. Aber es kann für die Gegenstation auch so verwirrend sein, dass die gut gemeinte Idee sich ins Gegenteil verkehrt. Besonders bei leisen Signalen, wenn die Gegenstation nicht damit rechnet, dass wir die Sprache wechseln, kann das fatal sein. Dann nimmt der andere englische Wortfetzen auf doch die Gegenstation spricht Deutsch. Die Sprache muss gut beherrscht sein, denn es ist damit zu rechnen dass die Gegenstation dann auch umschaltet und z. B. die laufende Nummer in dieser Sprache durchgibt oder eine Rückfrage hat. Wir können es üben und optimieren: Wie muss ich (bei angemessenem Signal) mein Rufzeichen sagen, damit die Gegenstation mich auf Anhieb aufnehmen kann? Idealerweise klappt das in allen Fällen, selbst bei etwas QRM, auf Anhieb, ohne Wiederholung. Das ist das Ziel, da müssen wir hin!

Search & Pounce

Ein paar Tips für S&P-Betrieb:

  • Bei großen Pile-ups einmal fest durchatmen und erst dann das eigene Rufzeichen einstreuen.
  • QSO-Information oder -Nummer nicht geben, bevor die Gegenseite das Rufzeichen richtig hat. Nur so haben wir noch etwas in der Hand.
  • Falls die Gegenstation das Rufzeichen nicht komplett aufgenommen hat, vor allem den Teil wiederholen, der fehlt.
  • Empfangene Rapporte werden grundsätzlich nicht wiederholt sondern nur quittiert. Hat man jedoch Zweifel, ob alles richtig verstanden wurde,so ist es legitim, nachzufragen – und zwar sofort und direkt, ohne dass man gleich seine QSO-Informationen durchgibt.

Am einfachsten geht das so:

zero zero three?

wobei wir die Sprachmelodie nutzen und die Stimme zum Ende anheben. Was wir nicht tun ist:

QSL the zero zero three from your side, your number is five nine one zero three four...

CQ Rufen

Deutlich und nicht zu schnell, mit einer gewissen Dringlichkeit sprechen. Es geht darum, Stationen anzulocken. Die sollen angezogen werden und dann auf Anhieb verstehen, wer da ist und was los ist. Den CQ-Ruf und die ganze Kommunikation ist auf das Wesentliche zu beschränken. Dass Contest ist, wissen eigentlich alle – wichtig ist, die Sendezeit möglichst effektiv zu nutzen und wesentliche Informationen, also beim CQ-Ruf vor allem das eigene Rufzeichen, zu übertragen. Ein angemessener CQ-Ruf auf Kurzwelle dauert selbst mit einem langen Rufzeichen weniger als 8 Sekunden, und sieht wie folgt aus:

CQ Contest from Delta Lima six Romeo Alpha India DLsix Romeo Alpha India

Ein schlechtes Beispiel:

CQ Contest CQ Contest from Delta Lima six RomeoAlpha India Contest

Im ersten Fall sind die Chancen um 50 % größer, dass die Gegenseite, das Rufzeichen komplett heraushört. In der gleichen Zeit wurde zweimal das Rufzeichen genannt. Kommt nun jemand zurück, sollten wir in der Lage sein, das Rufzeichen auf Anhieb und vollständig aufzunehmen. Nun hat nicht jeder ein so gutes Kurzzeitgedächtnis, das jedes Rufzeichen komplett hineinpasst. Deshalb empfiehlt es sich, nach jedem CQ-Ruf die Finger an der Tatstatur zu haben und sofort zu beginnen, das Rufzeichen der Gegenstation einzutippen. Selbst wenn wir nicht ganz fertig werden, kann man sich das Ende des Rufzeichens noch merken und es sich beim Zurückkommen sozusagen selbst diktieren. Nicht sinnvoll ist, das Rufzeichen der Gegenstation komplett zu hören, es sich zu merken und dann erst mit dem Eintippen zu beginnen. Erstens muss man sich länger konzentrieren und es passieren leichter Fehler und zweitens ist man zu langsam.

Das NATO-Alphabet und eine Alternative

Kommen wir nun zu den verschiedenen Buchstabieralphabeten. Die Puristen schwören auf das NATO-Alphabet, denn es ist gut, sicher und über Jahrzehnte erprobt. Aber es gibt Situationen, in denen man davon abweichen kann und muss. Zumindest müssen wir in der Lage sein, die Gegenstation sicher zu verstehen und bei »Canada« auch wirklich »C« und kein »K« zu loggen und bei »Yokohama« ein »Y« und kein »J«. Im Folgenden das NATO-Buchstabieralphabet sowie für jeden Buchstaben eine gebräuchliche Alternativform. Die zu betonenen Silben sind fett gedruckt.

Verweis auf Buchstabieralphabet

Buchstabieren mit Erfolg

Unkonventionelles Buchstabieren

Anrufende Stationen verwenden oft ein von der Konvention leicht abweichendes Buchstabieralphabet. Es empfiehlt sich grundsätzlich immer die gleiche Buchstabierung zu verwenden, damit die Gegenstation sicher sein kann, dass sie richtig verstanden wurde. Falsch (es entsteht ein Missverständnis):

CQ Contest from CN8WW

Japan America seven Xray Kilowatt Canada

Japan Alpha seven Xray Kilo Charlie you are five nine three three

Negative, negative - my callsign is Japan America seven Xray Kilowatt Canada

Japan Alpha seven Xray Kilo Charlie you are five nine three three

Negative, negative - my callsign is ...

Richtig:

CQ Contest from CN8WW

Japan America seven Xray Kilowatt Canada

Japan America seven Xray Kilowatt Canada you are five nine three three

OK you are five nine two five. Sayonara.

Nicht ausbuchstabieren

Um in den ersten hektischen Betriebsstunden des Contests möglichst schnell viele QSOs ins Log zu bringen, empfiehlt es sich – sofern man sicher ist – Rufzeichen nicht auszubuchstabieren:

CQ Contest from CN8WW

Kilo three Whiskey Whiskey

Kay three Double-U Double-U you are fivenine three three

Dieses muss sicher und natürlich klingen, damit tatsächlich die Gegenstation glaubt, dass man das Call korrekt aufgenommen hat. Das geht vor allem mit US-Stationen gut, teilweise auch mit Europa.

Kurze Durchgänge

Die Durchgänge sollten im heißen Pile-up-Betrieb extrem kurz gehalten werden und in einem bestimmten Rhythmus kommen. Die anrufende Menge muss zu jeder Sekunde wissen, ob man gerade in der QSO- oder in der QRZ-Phase ist. Festhalten an leisen oder unverständlichen Stationen (sofern man sicher ist, dass es kein seltener Multiplikator aus einer ungewöhnlichen Richtung ist) empfiehlt sich nur 2-3 mal, dann sollte man wieder zum QRZ übergehen. Andernfalls bringt dies den ganzen Rhythmus durcheinander und kostet QSOs, die man später nicht wieder einholen kann.

Kurzes QSO-Ende

Um die QSO-Rate weiter zu steigern, kann man ein QSO kurz mit »thanks« oder »thank you« beenden, ohne das eigene Call zu nennen. Dies sollte man maximal zwei- bis dreimal machen und dann wieder das eigene Call nennen. Durch das kurze Ende ist der erneute Einsatz des Pile-Ups nicht so hart, manche Anrufer bemerken erst nach einer Sekunde, dass die DX-Station wieder auf Empfang ist und in dieser Sekunde können die besonders schnellen und geschickten Anrufer durchschlüpfen.

Vereinfachte Aussprache

Nach vielen Stunden SSB-Betrieb wird das Aussprechen bestimmter Wörter oder Zahlen zur Qual. Kombinationen wie »th«, »nk« oder »kt« lassen sich dann nur noch mit Mühe aussprechen. Interessanterweise kann man diese vereinfachen, ohne dass dies der Gegenstation sonderlich auffällt. Also statt »three« kann man »tri« sagen, statt »five« einfach »fai«, statt »six« »sick«, statt »nine« »nai«. Das unhandliche »Victor« wird zu »Vicor«, aus »Charlie« wird »Charie« und »thanks« wird zu »tanks«. Es lassen sich noch viele weitere Beispiele finden, hier muss man selber etwas Kreativität entwickeln.

Erfolgreicher CW-Betrieb

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Der große Vorteil der Betriebsart CW im Contest ist die geringere Beeinträchtigung durch QRM – vorausgesetzt man verfügt über entsprechende CW-Filter. Durch die begrenzte Bandbreite von CW finden selbst in einem schmalen Bandsegment wie dem 40m-Band sehr viele Stationen nebeneinander Platz. Auch ist die Sendeleistung bei Telegrafie nicht ganz so entscheidend, korrektes Timing, Aufmerksamkeit und Konzentration werden hier besser belohnt als beim SSB-Betrieb. Heute wird Morsetelegrafie weitgehend aus dem Contestprogramm direkt erzeugt. Nur wenige OMs greifen noch zur Morsetaste und dann nur, wenn eine besondere Situation es erfordert. Viele brauchen nicht mal mehr das, sondern nutzen dann den sog. Keyboard-Modus.

Der CQ-Ruf

Auch bei Telegrafie gilt: Die Geschwindigkeit sollte der Situation angepasst sein. Ist das Band voll von Stationen, so sollte man sich kurz fassen, also z. B.:

TEST DL6RAI DL6RAI

Mit der Geschwindigkeit sollte man nicht übertreiben. Üblicherweise werden im Kurzwellen-Contest 160 BpM (32 WpM) verwendet, wenn es sehr hektisch ist (z. B. am Anfang oder kurz vor Schluss), dann geht es hinauf bis Tempo 200 (40 WpM). Die Geschwindigkeit hängt auch etwas vom Abstand zum Bandanfang ab. Am Bandanfang geht es meist schneller zu als weiter oben. In ruhigeren Zeiten, z. B. am Sonntagmorgen, nachdem der Contest schon 30 Stunden gelaufen ist läßt man es etwas gemütlicher angehen – man will ja die nicht so geübten OPs, die vielleicht nur am Sonntagvormittag funken, auch ins Log bekommen. Tempo 140 BpM (28 WpM) und ein etwas längerer CQ-Ruf sind dann angemessen.

CQ DL6RAI DL6RAI TEST

Auf den Low Bands, insbesondere auf 160 m, sowie auf UKW gibt man grundsätzlich langsamer, 120–150 BpM (24–30 WpM) sind dort üblich.

Konzentration auf den Anrufer

Nach jedem CQ-Ruf haben wir die Finger an der Tastatur um mögliche Anrufer sofort aufzunehmen. Kommt ein Anrufer zurück, so darf nach seinem Durchgang keine halbe Sekunde vergehen, bis wir auf Sendung sind. Andernfalls fühlt sich der Anrufer genötigt sein Call nochmals durchzugeben, was zu einer Verzögerung im Ablauf führt. Wer nicht schnell genug Tippen kann, muß deshalb die Rufzeicheneingabe kurz unterbrechen, mit seinem Durchgang beginnen, und danach erst das Rufzeichen vervollständigen.

D L 6 R A I

Nach dem Drücken der Insert-Taste (ich gehe hier von Win-Test aus, wo man mit Insert den CW-Durchgang startet) beginnt das Programm mit dem Senden des Rufzeichens und bis es beim »R« angekommen ist, haben wir das Call komplettiert. Dies setzt natürlich voraus, dass wir in der Lage sind, das Rufzeichen der Gegenstation mit einem Mal vollständig und korrekt aufzunehmen, gleichgültig mit welchem Tempo oder in welcher Tonlage es gegeben wird. Liegt jemand weit neben der Frequenz so drehen wir sofort mit der RIT auf das Signal.

Search & Pounce

Beim S&P Betrieb passen wir uns dem Tempo der Gegenstation an. Ruft jemand mit 200 BpM (40 WpM) CQ, dann kann ich davon ausgehen, dass er dieses Tempo beherrscht und kann ebenfalls mit 200 BpM zurückkommen. Auch hier, wie bei SSB, empfiehlt es sich, den eigenen Rapport erst dann zu geben, wenn die Gegenstation das Rufzeichen korrekt aufgenommen hat. Das setzt zwar manchmal etwas Nervenstärke voraus, bewahrt einen aber vor der Situation, nicht korrekt im Log der Gegenstation zu sein. In der heutigen Zeit der elektronischen Log-Auswertung werden solche QSOs vom Contest-Auswerter erkannt und teilweise mit Strafpunkten aus dem Log gestrichen:

CQ TEST KH6XX KH6XX K

DL6RAI

DL6RII 5NN31

DL6RAI DL6RAI

DL6RAI 5NN31

QSL UR 5NN14

TU KH6XX

In dem Moment wo die Gegenstation mein Call einmal korrekt aufgenommen hat, darf es nicht mehr wiederholt werden sondern ich sende nur noch eine Bestätigung – QSL ist schön redundant, ein einzelnes R geht dagegen sehr leicht unter – und gehe zum Rapport über. Wiederhole ich dagegen mein Rufzeichen nochmals, so könnte die Gegenstation davon ausgehen, dass es immer noch falsch ist. Im CW-Wettbewerb werden häufig Ziffernabkürzungen verwendet. Jeder kennt 5NN statt 599. Es folgt eine Übersicht über gängige Ziffernabkürzungen in CW.

Abkürzung ZifferAbkürzung ZifferTØE5A1D8U2N9

Abkürzungen für die Ziffern 3, 4, 6, und 7 sind unüblich.

Bei laufenden Nummern wird die führende Null fast immer als »T« gegeben. Bei gängigen Contestprogrammen kann man einstellen, ob eine führende Null gesendet werden soll. Das Weglassen ist erfahrungsgemäß irritierend und bringt kaum Vorteile. Gängige Praxis ist auch, das »5NN« etwas schneller zu geben und die laufende Nummer dann wieder im Normaltempo oder sogar langsamer. Mich persönlich irritiert das eher als es nützt und ich mache es deshalb nicht.

Im Pile-Up

Ist man selbst eine begehrte Station und ist das Pile-Up sehr dick, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Tempo soweit anheben, bis sich die Zahl der Anrufer ausdünnt. Wir selber müssen dabei sicher und fehlerfrei geben.
  • Souveränen und flotten Betrieb hinlegen. Der QSO-Rhythmus muss für alle jederzeit nachvollziehbar sein, d. h. jeder muss immer wissen, in welcher QSO-Phase wir gerade sind.
  • Keine halben Rufzeichen senden, Fragezeichen vermeiden, möglichst immer mit kompletten Calls zurückkommen.
  • Auf den Low-Bands empfiehlt sich bei starkem Andrang und QSO-Rate unter ca. 100QSOs/Stunde das Rufzeichen der aufgerufenen Station am Ende des Durchgangs (wenn der Chor der Rufer langsam verhallt) zu wiederholen. Damit ist klar, wer jetzt dran ist.
  • Auf 80 m und 160 m sollte das Tempo eher um 120–150 BpM (24–30 WpM) gewählt werden, außer es herrscht großer Andrang und die Signale sind laut.

CW-Skimmer und RBN

Mit der Erfindung von CW-Skimmer und dem darauf aufbauenden Reverse Beacon Network (RBN) ist eine neue Ära für CW-Conteste eingeleitet worden. Die anfänglich kritischen Stimmen sind verstummt und erfolgreiche Stationen nutzen heute dieses Mittel, um über eine ständig aktualisierte Band Map zuverfügen. RBN ist ein bisschen wie »Big Brother« – kein CW-Signal, das irgendwo auf der Welt zu hören ist entgeht ihm. Das ist zunächst sehr positiv und man kann es leicht testen: Selber 1–2 Mal CQ gerufen und schon ist man »gespottet«. Der Skimmer hat allerdings Schwierigkeiten mit manuell erzeugter Telegrafie, d. h. manche Stationen werden dennoch nie dort auftauchen. Die Anzahl und Dichte der Meldungen ist während eines Contests so groß, dass sie unmöglich direkt vom Operator ausgewertet werden kann. Gängige Contest-Programme wie Win-Test helfen dabei, die Datenflut sinnvoll zu filtern.

Aufgrund der frequenzmäßig oft sehr nahe beieinander liegenden Meldungen kommt es vor, dass eine Meldung erscheint und nach wenigen Sekunden durch eine andere Meldung überschrieben wird. Es empfiehlt sich die Spot-Bandbreite möglichst schmal (200 Hz oder sogar 0 Hz) zu wählen. Mit fortschreitendem Contest ist der Effekt zu beobachten, dass scheinbar immer häufiger falsche oder verstümmelte Rufzeichen gemeldet werden. Dies steigert sich bis zum Contestende hin immer weiter. Die Erklärung dafür ist, dassdie meisten gemeldeten Calls bereits geloggt sind und deren Anzeige deshalb unterdrückt wird. Der Anteil der offensichtlichen Fehlermeldungen nimmt dadurch überdurchschnittlich zu, weil gerade diese natürlich nicht ausgeblendet werden. Der Einsatz von Skimmer und RBN ist also in dieser Hinsicht mit Vorsicht zugenießen. Gute Kenntnisse über Rufzeichenstrukturen und Ausbreitungsbedingungen helfen, die fehlerhaften Spots zu identifizieren. Am Ende ist zum Glück – immer noch das Gehör des Operators gefragt.

Erfolgreicher RTTY-Betrieb

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen; mechanischer RTTY-Betrieb auslagern)

Einführung

Funkfernschreiben, international kurz als RTTY (für Radio-Teletype) bezeichnet, ist eine für Wettbewerbe zunehmend wichtige Betriebsart, die gegenüber Sprech- und Tastfunk viele Vorteile hat. So wie die Morsetelegrafie das 19. Jahrhundert kennzeichnete, spielte Fernschreiben im 20. Jahrhundert eine wichtige Rolle, bis es in unserem Jahrhundert durch Kommunikation zwischen Computern abgelöst wurde. Als ursprünglich für mechanische Geräte konzipiertes digitales Übertragungsverfahren eignet sich RTTY hervorragend für Sendung durch Computer. Niemand gibt mehr in Wettbewerben mit der Handtaste, außer es ist speziell zur Traditionspflege so ausgeschrieben. Bei RTTY gilt das gleichermaßen für den Empfang, wo die mechanische Fernschreibmaschine nur noch virtuell in der Codierung der Zeichen weiter lebt. Warum wird dieses alte Verfahren heute für Wettbewerbe verwendet? Modernere Verfahren mit Fehlerkorrekturermöglichen eine viel sichere Übermittlung, jedoch auf Kosten der Übertragung zusätzlicher Prüfzeichen und weiterem Nachrichtenverkehr zu automatischer Bestätigung oder Rückfrage. Das ist, wenn auch vom Computer durchgeführt, trotzdem kontraproduktiv. Es werden aus der Sicht des Contesters überflüssige Informationen übertragen. Sie kosten Bandbreite und/oder Zeit, wo Fehler vom Bediener einfach erkannt, toleriert oder durch Wiederholung geklärt werden können. Modernere Datenübertragungsverfahren (etwa AMTOR, PACTOR, MFSK16) spielen für Conteste keine Rolle. Eine Ausnahme bildet PSK, das sich vor allem mit den Geschwindigkeiten PSK63 und PSK125 einen Platz in der Contestszene erobert hat.

Empfang

Empfangstechnik

Morsetelegrafie wird (in der Sendeart A1A) übertragen, indem der Sender im Rhythmus der Zeichen eingeschaltet wird – ist der Empfang schwach oder gestört, fällt es einem automatischen Empfänger schwer, Zeichen und Pausen zu unterscheiden. Fernschreiben verwendet dagegen die für automatischen Empfang besser geeignete Frequenzumtastung (Sendeart F1B). Der Sender springt im Rhythmus der Zeichen zwischen zwei Frequenzen, der Empfänger kann FM-Diskriminator-Schaltungen einsetzen und die beiden Frequenzen als zwei A1-Telegrafie-Signale auswerten. Die höhere Frequenz ist immer die Ruhelage, sie wird als MARK bezeichnet. Die niedrigere Frequenz ist die Arbeits- oder Zeichenlage und wird SPACE genannt.

Informationsstruktur

RTTY verwendet ein asynchrones Verfahren im 5 Bit Code. Die aus 5 Elementen bestehenden Fernschreibzeichen müssen nicht unbedingt lückenlos aufeinander folgen, auch wenn das normalerweise bei Sendungen vom Computer der Fall ist. Beim Tippen von Hand dürfen zwischen den Zeichen beliebig lange Pausen sein. Jedes Zeichen bringt seine eigene Start- Information mit, ein 22 ms langer Wechsel auf die SPACE-Frequenz. Darauf folgen fünf 22 ms lange Schritte, die entweder auf der MARK- oder SPACE-Frequenz gesendet werden. Danach müssen 33 ms, die anderthalbfache Länge eines Zeichenschritts, Ruhe sein. Der Sender bleibt, auch beim Senden mit maximaler Geschwindigkeit vom Computer, auf der MARK-Frequenz. Damit können elektronische Schaltungen und Computerprogramme den möglichen Beginn eines neuen Zeichens erkennen und sich mit einer laufenden Sendung synchronisieren.

StartschrittZeichenschrittStopp-Schritt1234522 ms22 ms 22 ms 22 ms 22 ms 22 ms33 ms

5 Bit ergeben25= 32Möglichkeiten, das reicht nicht für A bis Z und die Ziffern. Der Fernschreiber arbeitet daher in zwei Ebenen, »Buchstaben« (BU), englisch Letters (LTRS) für A bis Z und »Ziffern« (ZI), englisch Figures (FIGS) für 1...9, 0 und Satzzeichen. Die Typenhebel der klassischen Fernschreiber waren wie bei einer Schreibmaschine doppelt belegt. Ein Ebenen-Wechsel war eine geräuschvolle mechanische Aktion. Entweder die Druckwalze mit dem Papier oder der Typenkorb mit Druckhebeln und Farbband musste etwa 1 cm gehoben oder abgesenkt werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass in einem Wort auf einen Buch-staben wieder ein Buchstabe und in einer Zahl auf eine Ziffer wieder eine Ziffer folgt. Man spart sich also eine zusätzliche Information pro Zeichen zur Kennzeichnung ob Buchstabe oder Ziffer, und damit – wofür der Contester immer dankbar ist – Sendezeit. Es gibt zwei Steuerzeichen zum Umschalten der Ebene auf ZI oder BU und zwei weitere, die unabhängig von der Ebene funktionieren: Abstand/Zwischenraum (SP) und Zeilenwechsel. Oft fällt durch einen Übertragungsfehler die BU/ZI-Umschaltung aus. Zahlenwerden dann als Buchstaben dargestellt, hier ist es nützlich zu wissen, welche 5Bit-Kombination sich eine Ziffer und ein Buchstabe teilen. Ältere Fernschreiberhatten nicht getrennte Tasten für Buchstaben und Ziffern, sondern dreireihige Tastaturen, wobei Tasten mit Buchstaben und Ziffern/Satzzeichen doppelt belegt waren, entsprechend der amerikanisch-/englischen Anordnung.

Q W E R T Y (!) U I O P1 2 3 4 567 8 9 0

Wer also als Rapport TOO oder zur Verabschiedung UE erhält, kann das mit Blick auf die Tastatur leicht entschlüsseln, im deutschsprachigen Raum sind nur Y und Z vertauscht. Empfangsprogramme bieten oft »Unshift on Space«, das bedeutet, sie nehmen an, dass ein Zwischenraum (SP) normalerweise vor einem Wort steht. Sie schalten, auch ohne eine BU-Umschaltung erhalten zu haben, »sicherheitshalber« in die BU-Ebene. Das ist sehr ärgerlich beim Empfang von Rapporten und Seriennummern im Contest. Gute Contestprogramme kennen das und akzeptieren beispielsweise TOO PYQ auch als 599 061.

Demodulation

Man verwendet externe Modems oder Software-Lösungen für die Soundkarte. Bewährte Modems sind beispielsweise die SCS PTC-x in verschiedenen Ausführungen. Vorteilhaft bei externen Modems ist ihr problemloser Audio-Anschluss. In den letzten Jahren haben Softwarelösungen für die Soundkarte im Contest- Betrieb externe Modems (auch als TU, Terminal Unit bezeichnet) fast völlig ersetzt. In dem Maße, wie die Computer schneller wurden, sind die Soundkarten-Lösungen den Modems gleichwertig geworden. (Ein externes Modem ist daher nur noch erforderlich, wenn man über RTTY hinaus weiter gehende Anforderungen hat, etwa Betrieb mit einer PACTOR-Mailbox.) Quasi Standard für RTTY-Sendung und Empfang mit dem Computer ist das Programm MMTTY[43], in Logbuch- und Contest-Programmen wird es auch für RTTY integriert und vorkonfiguriert. Beim Empfang werden die Fernschreibsignale in Tonsignale umgesetzt und damit auch hörbar gemacht. Sogenannte »High Tones« (hohe Töne) sind 2125 Hzund mit 170 Hz Abstand 2295 Hz; »Low Tones« sind 1275 Hz und 1445 Hz. (Siehe auch Abschnitt Modulation 1.5.7 weiter unten). Transceiver bieten normalerweise einen Tonausgang mit festem Pegel, der unabhängig von der Stellung des Lautstärkereglers ist. Man kann den Empfänger schon sehr gut grob nach Gehör abstimmen und achtet erst zur Feinabstimmung auf die Abstimmanzeige. Man sollte die Signale mithören und nicht nur auf den Bildschirm schauen, um folgende Fragen zu klären:

  • Ist das Signal klar und kann man der Mitschrift trauen?
  • Wird bei MMTTY das für die Ausbreitungsbedingungen passende Profil verwendet oder sollte beispielsweise die Profiloption Flutter oder Multipath eingestellt werden?
  • Ist etwa eine Telegrafiestation zu hören, die man nicht stören will?
  • Wie stark stören benachbarte Stationen?
  • Schließt das Band?

Einsatz von Filtern

Im Empfänger ist der Einsatz eines schmalen Filters unerlässlich. 500 Hz sind ausreichend, es kann aber auch ein 350 Hz-Filter eingesetzt werden. Noch schmalere Filter beeinträchtigen das Signal stark. Wenn im Contestdie Stationen dicht beieinander senden, kann man als Kompromiss mit 250 Hz einen besseren Empfang erzielen als wenn man Störungen von der Seite zulässt. Lassen sich keine Filter einsetzen und bietet der Transceiver DSP und Passband-tuning zum Verschieben der ZF-Filterkurve, kann man sich mit einem Trickbehelfen: Hier stellt man im PC-Programm die hohen Töne ein und verschiebt das Passband so an den oberen Rand, dass nur noch diese Töne durchkommen.

MMTTY-Optionen

MMTTY bietet einige Optionen, die – wenn nicht abgeschaltet – zu unerklärlichem oder vermutetem Fehlverhalten führen, insbesondere wenn mit F1B (FSK) gearbeitet wird (zu FSK siehe weiter unten).

UOS
Unshift on Space, schaltet nach jedem Leerzeichen (SP) auf Buchstaben(siehe oben) – Nützlichkeit fraglich.
SQ
Squelch, kann den Empfang verhindern, es dient dazu dass Rauschen als scheinbares Empfangssignal nicht ständig mitgeschrieben wird – richtig einstellen!
AFC
sucht nach einem Signal, führt die Empfangsfrequenz nach und verändert sie damit gegenüber der Sendefrequenz – abschalten!
NET
führt die Sende- der Empfangsfrequenz nach – abschalten!Statt AFC nutzt man die RIT des Transceivers.

Sendung

Sendetechnik

Die Sendeart F1B bedingt, dass der Sender während der Sendung ständig eingeschaltet ist. Sender-Endstufen sind auf diesen Dauerstrichbetrieb nicht eingerichtet. Das betrifft ebenso Anpassgeräte und Sperrkreise in Antennen. Die Sendeleistung muss deswegen bei CQ-Rufen mit kurzen Empfangspausen auf die Hälfte, im QSO-Betrieb auf maximal zwei Drittel der Maximalleistung reduziert werden. Bitte auf die Lüfter achten, ihre Aktivität ist ein gutes Maß für eventuell nötige Leistungsverringerung.

Berücksichtigung der Informationsstruktur

Wie weiter oben beschrieben, werden die Möglichkeiten des 5 Bit-Codes mit Buchstaben und Ziffern in zwei Ebenen angewendet. Die Umschaltzeichen BU und ZI zum Wechsel der Ebenen werden vom Sende-Programm automatisch erzeugt. (Bei den alten mechanischen Fernschreibern mussten sie von Hand gegeben werden.) Beispiel für ein Rufzeichen: D J <ZI> 4 <BU> K W. Völlig kontraproduktiv ist es, die von Telegrafie her bekannten Buchstaben-Abkürzungen für Ziffern zu verwenden, etwa N für 9. Statt <ZI> 599 014 zu geben: <ZI> 5 <BU> NN <ZI> 014 bedingt nicht nur zwei unnötige BU/ZI-Umschaltungen. Manche Contest-Programme orientieren sich an der Folge 599 und schlagen das darauf Folgende als empfangene Seriennummer vor. Mit Rücksicht auf Teilnehmer, die »Unshift on Space« eingeschaltet haben, hat es sich eingebürgert,RST und (eventuell wiederholte) Seriennummern statt mit Zwischenraum <SP> mit Minuszeichen zu trennen, etwa 599-014-014. Inwieweit man dieser Empfehlung folgen muss, ist umstritten. Mit Satz- und Sonderzeichen sollte man sparsam umgehen. Es gibt Unterschiede zwischen der deutschen, amerikanischen oder englischen Belegung, was in der Literatur in Tabellen für Fernschreibmaschinen verschiedener Länder aufgeführt ist. Einheitlich sind nur:

  • Punkt
  • Komma
  • Minus
  • Schrägstrich
  • Fragezeichen, und
  • die Klammern

Andere Zeichen sollte man nicht verwenden. Auch wenn der Computer beispielsweise ein Semikolon, Ausrufezeichen oder ein Plus bietet, ist nicht gesagt, dass auf der anderen Seite nicht etwas ganz Anderes angezeigt wird.

Modulation

Zum Erzeugen eines Fernschreib-Signals gibt es prinzipiell zwei Wege, FSK und AFSK. In beiden Fällen ist darauf zu achten, dass der Abstand zwischen den beiden Sendefrequenzen genau 170 Hz beträgt. Mit abweichenden Abständen kann RTTY auf der Gegenseite zwar aufgenommen werden, aber nur mit ungünstigem Signal/Rauschverhältnis. Beispielsweise ist im Pactor-Betrieb ein Abstand von 200 Hz üblich, der für RTTY ungeeignet ist. Man bedenke, dass bei 200 Hz Shift ein 350 Hz-Filter schon zu schmal sein kann.

FSK

Vorausgesetzt der verwendete Transceiver kennt die Betriebsart RTTY und bietet damit die Alternative FSK, kann man über eine an eine Zubehörbuchse angelegte Steuerspannung (0 oder 5 V) die Sendefrequenz von der MARK-Frequenz auf die 170 Hz tiefere SPACE-Frequenz umschalten. Das ist »Frequency Shift Keying« (FSK) in der Sendeart F1B. Externe Modems, beispielsweise ein SCS PTC [61], sind darauf genauso eingerichtet wie die gebräuchlichen USB-Interfaces, etwa von microHAM [41]. Diese Art der Tastung ist gegenüber AFSK vorzuziehen, sie ist frei von Nebenaussendungen. SCS-PTC oder microHAM-Interfaces erledigen auch die Sende/Empfangs-Umschaltung über die PTT-Leitung. Manche Transceiver erfordern, dass zum Senden »Reverse« (Vertauschen von MARK und SPACE) beim PC-Programm oder Modem eingestellt wird, um die richtige Lage der SPACE-Frequenz zu erzielen.

AFSK

Ist FSK aus technischen Gründen nicht möglich, schaltet man den Transceiver auf die Modulationsart SSB (eventuell möglich: SSB-DATA) und legt an einem speziellen Audioeingang oder am Mikrofoneingang ein Tonsignal an, das entspricht der Sendeart J2B. Standardtöne sind (High Tones) 2125 Hz und mit 170 Hz Abstand 2295 Hz, gebräuchlich sind auch (Low Tones) 1275 Hz und 1445 Hz. Es ist darauf zu achten, dass für den Empfang die selben Töne verwendet werden. Beispielsweise darf bei MMTTY nicht mit der Option AFC gearbeitet werden. Alle Tonfrequenzen im Durchlassbereich des Senders sind möglich. Mit Rücksicht auf mögliche Nebenaussendungen sollten die Frequenzen möglichst hoch sein. Zu tiefe Töne muss man vermeiden, da sie selbst Harmonische/Oberwellen erzeugen, 1 kHz wird beispielsweise noch Anteile auf 2 kHz bieten und das würde mit ausgesendet. Um die Frequenz des Sendesignals zu ermitteln, muss bei LSB die Tonfrequenz von der Trägerfrequenz abgezogen, bei USB auf die Trägerfrequenz addiert werden.Die Zuordnung von MARK und SPACE zu den Tonfrequenzen muss so erfolgen, dass im Sendesignal die Markfrequenz, also die Frequenz des ungetasteten Senders, die höhere Frequenz ist und die Tastung »nach unten« erfolgt. Sind MARK und SPACE vertauscht, kann das Signal nur aufgenommen werden, wenn die Gegenseite auch MARK und SPACE beim Empfang vertauscht und dazu auf REVERSE schaltet. Um das zu verhindern, muss man selbst in der Software gegebenenfalls auf Reverse schalten. Ob man im oberen oder unteren Seitenband sendet, welche Töne man benutzt, ob man dazu Reverse oder Normal sendet, erkennt die Gegenseite nicht, da sie weder den unterdrückten Träger noch den unterdrückten zweiten Seitenbandsatz feststellen kann. Bietet das verwendete USB-Interface keine PTT-Schaltung, gelingt die Sende/Empfangsumschaltung über die VOX. Beim Arbeiten am PC muss man die VOX abschalten, sodass nicht die Windows-Töne ausgesendet werden. Bei AFSK besteht die große Gefahr, dass der Mikrofoneingang übersteuert und damit ein verzerrtes Tonsignal mit Nebenaussendungen abgestrahlt wird. Das dem Lautsprecher/Kopfhörer-Ausgang des PC entnommene Signal muss unbedingt mit einem Spannungsteiler im Verhältnis 1:10 abgeschwächt werden.

Contest-Betrieb

Es ist durchaus sinnvoll, mehrere RTTY-Empfangsfenster auf dem PC zu nutzen. Beispielsweise kann man ein Modem (etwa SCS PTC) nur zum Empfang nebendem Contestprogramm mit MMTTY verwenden. In kritischen Situationen zeigen beide zu unterschiedlichen Zeiten ihre Stärken und Schwächen.

Contest-Programme

Egal ob man mit der Soundkarte oder einem externen Modem arbeitet, man braucht ein spezielles Contestprogramm. Ein Logbuch-Programm ist weniger geeignet, da dessen Komfort im Contest nur lästig ist. Für Windows stehen sehr gute Programme zur Verfügung und es gibt ständig Weiter- und Neuentwicklungen. So ist beispielsweise RCKRtty [16] von DL4RCK ein in Europa immer noch weit verbreitetes Programm das sehr komfortablen RTTY-Contestbetrieb über externe Modems oder mit Hilfe der MMTTY-Software über die Soundkarte ermöglicht. Aktuell werden Contest-Programme verwendet, die neben RTTY auch Wettbewerbe in CW und SSB unterstützen.

  • DL4RCK hat dementsprechend sein Contest-Programm zu RCKLog weiterentwickelt.
  • Im amerikanischen Raum hat sich das Programm von N1MM [66] ebensowie außerhalb der U. S. gut bewährt.
  • Win-Test ist ein entsprechend mächtiges Programm nicht nur in Europa.

Die Auswahl liegt letztendlich beim Anwender. Will man das Gleiche verwenden, wie erfolgreiche Contester im Club oder durch Verwendung einer besseren Software einen Wettbewerbsvorteil erzielen? Auswahlkriterien (im Grunde genommen KO-Kriterien), wie ein Contestprogramm sein muss:

  • Sicher: auch unter den widrigsten Umständen wie HF in den USB-Leitungen, unkontrolliertes Abschalten des Computers durch Stromausfall usw. darf nicht ein einziger Log-Eintrag verloren gehen.
  • Schnell: Ein- und Ausgaben dürfen nicht verzögert werden, weil das Programm beispielsweise etwas auf dem Plattenspeicher sucht oder auf eine Schnittstelle wartet.
  • Einfach zu bedienen, besonders wichtig an Clubstationen wenn gute, aber nur mit anderen Programmen erfahrene Contester eingeladen werden oder auch Anfänger mitarbeiten müssen.
  • Sehr gute Maus-Unterstützung: Muss die Maus dauernd über große Strecken bewegt werden, ist das Ziel leicht anzuklicken, gibt es hakelige Doppelklicks? Wann muss trotzdem zur Tastatur gegriffen werden?
  • Geeignet für eine Vielzahl von Contesten. Falls Teilnahme am WAE-Contest nicht ausgeschlossen wird, ist die Aufnahme von QTCs sicher und komfortabel?
  • Flexibel und vielfältig konfigurierbar. Funktionstasten-Texte müssen unterschiedlichen Contesten und Bedingungen angepasst werden können.
  • Eingerichtet für vernetzten Betrieb mit anderen Installationen des Programms im Multi-Betrieb.
  • Log-Erstellung nach internationalen Standards, wichtig vor Allem das Cabrillo-Format.
  • Bringt Hinweise auf fehlende Multiplikatoren.
  • Kann mit Transceiver zur Übernahme der Arbeitsfrequenz verbunden werden.

Ein RTTY-Contest wird fast ausschließlich mit der Maus gefahren. Das Programm liest den empfangenen Text mit und markiert relevante Texte wie Rufzeichen der Gegenstation und empfangene Contest-Nummer automatisch so, dass sie durch einfaches Anklicken in die entsprechenden Logfelder übernommen werden können. Ebenso per Maus erreichbar sind Schaltflächen zum CQ-Ruf, Aussenden von Rapport und Contest-Nummer, Bestätigen des Empfangs von der Gegenstation und Abspeichern des QSOs im Log. Sind diese Schaltflächen sehr klein oder weit vom Empfangsfenster entfernt, ist es besser, eine Hand an der Tastatur zu haben und diese Funktionen mit Tastenanschlägen auszulösen. Dafür werden in den Programmen gern große und exponierte Tasten verwendet, oft auch auf dem Ziffernblock – der auf Notebooks allerdings fehlt, hier empfiehlt sich eine externe breite Tastatur. Die Vielzahl von RTTY-Wettbewerben bringt viele unterschiedliche Regeln für den Rapport-Austausch mit sich. Neben dem üblichen RST599 (der aber bei manchen Contesten auch entfallen kann) wird eine Seriennummer oder die CQ-Zone ausgetauscht, aber auch schon mal das Geburtsjahr des OPs. Hier wird deutlich, wie wichtig die direkte Unterstützung des jeweiligen Wettbewerbes durch die eingesetzte Software ist, um diese Informationen zu erkennen und automatisch zuordnen zu können.

Contest-Vorbereitung

Murphys Gesetz sagt: wenn etwas schief gehen kann, geht es schief. Oft liest man nach dem Contest herzzerreißende Berichte, wie »Murphy wieder zugeschlagenhat«, sprich: die mangelhaft getestete und schlecht gewartete Station versagt hat. Gerade RTTY mit seinen zahlreichen Einstellungen bietet hier viele Fehlerquellenin der Bedienung des Transceivers, Einrichtung der PC-Programme und in der Verkabelung. Unbedingt die Contest-Regeln lesen. Veröffentlichungen in Clubzeitschriften sind eventuell veraltet. Im Internet gibt es auf den Seiten der Veranstalter aktuelle Versionen der Regeln oder Hinweise auf etwa geänderte Contestzeiten. Ist das Programm in der Lage, das Log im vom Auswerter geforderten Format zuerstellen? Das normalerweise verwendete Log-Programm wird durch ein spezielles Contestprogramm ersetzt – ist dieses entsprechend den Contest-Regeln konfiguriert? Mit dem Contest-Programm arbeitet MMTTY oder ein Modem zusammen, ist das richtig eingestellt? Sind Transceiver-Betriebsart und Filter für RTTY eingestellt? Hohe/niedrige Töne, Normal oder Reverse-Tastung? Wird der Sender über die PTT eingeschaltet? Man klärt das am Besten im QSO mit einer zweiten Station.

Contest-Betriebstechnik

Funktionstastenbelegung

Nach dem Betätigen einer Funktionstaste wird ein durch ein sogenanntes Makro gebildeter Text ausgesendet. Bestandteile der Makros sind beispielsweise das eigene Rufzeichen, das Rufzeichen der Gegenstation, Seriennummer beginnend mit 001 usw. In jedem Contest-Programm ist das individuell definiert. Grundregel für Makros: Beginn und Ende des Texts mit »White Space«, also Zwischenraum/Leerzeichen <SP> oder auch Zeilenschaltung; zu Beginn um dem Empfangssystem Zeit zum Synchronisieren zu geben; am Ende um den Text auf der Gegenseite von danach empfangenen Zeichen abzusetzen, die in Empfangspausen zwangsläufig entstehen. K oder PSE K am Ende eines so begrenzten Texts ist nicht erforderlich und nicht (mehr) üblich. Für jeden Contest kann man einen eigenen Satz von Makros erstellen, auch für den selben Contest Makros mit unterschiedlicher Zahl von Wiederholungen. Alle Makrosätze sollten einheitlich und systematisch aufgebaut werden.

Frequenzbereiche

RTTY-Wettbewerbe finden auf den klassischen Kurzwellenbändern 80 m, 40 m, 20 m, 15 m und 10 m statt; die WARC-Bänder 30 m, 17 m und 12 m sind grundsätzlich contestfrei. Die IARU Region-1 Bandsegmente für digitale Betriebsarten wie RTTY sind:

  • 3580 kHz bis 3600 kHz
  • 7040 kHz bis 7060 kHz
  • 14070 kHz bis 14099 kHz und 14101 kHz bis 14112 kHz
  • 21070 kHz bis 21149 kHz
  • 28070 kHz bis 28190 kHz

Im oberen Teil der Segmente angesiedelt sind Pactor und Packet Radio, im unteren Teil arbeiten PSK31-Stationen. Hier gilt gegenseitige Rücksichtnahme. In der Praxis wird im Contest oft das Bandsegment weit überschritten. Das beeinträchtigt den darunter liegenden Telegrafiebetrieb und den darüber liegenden SSB-Betrieb. Auch hier gilt weitmöglichste Rücksichtnahme. Wichtig zu wissen ist, dass es im 40 m Band in den USA ein RTTY-Bandsegment von 7080 kHz bis 7090 kHz gibt. Hier kann man bei Bandöffnungen oft nordamerikanische Stationen arbeiten. Es lohnt sich auch, über 28100 kHz zu hören, denn die US »Technician« Lizenz erlaubt den Betrieb nur oberhalb dieser Frequenz.

Betrieb als CQ-rufende Station

Ein kurzer CQ-Ruf sollte etwa so aussehen:

<SP> CQ CQ TEST DE DJ4KW DJ4KW CQ <SP>

DE ist sinnvoll, da viele Programme das auswerten, um das nachfolgende Rufzeichen zu erkennen. Statt TEST wird oft auch der Contestname verwendet, im WPX-Contest beispielsweise

<SP> CQ CQ WPX DE V31GW V31GW CQ <SP>

Das abschließende CQ macht Stationen die erst zum Schluss auf die Frequenz kommen klar, dass man einen CQ-Ruf und nicht eine Tastenübergabe macht. Wie schon oben geschrieben werden solche Texte durch Makros nach einem Tastendruck automatisch erzeugt, der CQ-Ruf beispielsweise mit der Funktionstaste F1.

Betrieb als Anrufer

Ruft man eine Station an, genügt es bei guten Bedingungen, das eigene Rufzeichen zwei mal zu senden, ob eine häufigere Rufzeichennennung nötig ist, muss man von Fall zu Fall entscheiden. Auf keinen Fall sendet man das Rufzeichen der Gegenstation; das kostet nicht nur Sendezeit, sondern stört auch die Rufzeichenerkennung der Gegenseite, die eventuell das so empfangene eigene Rufzeichen als Anrufer wertet.

<SP> DE DKØIU DKØIU <SP>

Zum Abschluss Leerzeichen und/oder Zeilenvorschub nicht vergessen, dennnach dem Abschalten des Senders entstehen durch Rauschen oder gleichzeitig empfangene Stationen weitere Zeichen sodass auf der Gegenseite beispielsweise folgendes ankommen kann, was das Empfangsprogramm als langes Rufzeichen aufnimmt:

DE DKØIUPWJYZ

Rapport-Austausch

Idealerweise wird das Rufzeichen der anrufenden Station automatisch erkannt, weil ihm DE vorausgeht oder es wird durch Mausklick übernommen. (Ist das Rufzeichen wie eben beschrieben durch weitere Zeichen verlängert, wird es entweder mit der Tastatur korrigiert oder es wird bequemer einfach erneut CQ gerufen.) Der Rapport wird etwa folgendermaßen gesendet:

<SP> DKØIU 599 123 123 DKØIU <SP>

oder

<SP> DKØIU 599-123-123 DKØIU <SP>

Man leitet die Sendung mit zwei bis drei nicht druckbaren Zeichen ein (Leerzeichen, Zeilenschaltung) um dem Empfangssystem Zeit zur Synchronisation zu geben (bei den mechanischen Maschinen konnte das eine halbe Zeile lang dauern). Danach wird nur das Rufzeichen des Anrufers genannt, denn es haben eventuell mehrere gerufen, das eigene Rufzeichen ist ohnehin vom CQ-Ruf her bekannt. Da es hier oft Fehler mit der Synchronisation oder Störungen durch weitere Anrufer gibt, wiederholt man das Rufzeichen des Partners am Ende des Durchgangs und endet mit Leerzeichen/Zeilenschaltung, ohne PSE K oder BK. Ob die Zahlen mit Leerzeichen oder Minuszeichen getrennt werden, wird kontrovers diskutiert. Minus soll Benutzer von »Unshift on Space« vor Umschaltung auf Buchstaben schützen und dem Sender zeitintensive Umschaltungenauf Ziffern ersparen. Ob man stattdessen die natürliche Schreibweise wählt,kann jeder für sich entscheiden – es ist letztlich Geschmackssache. Begrüßungen, womöglich noch mit Entnahme des Namens aus einer Rufzeichenliste –etwa HI CLUBSTATION– gehören in den normalen QSO-Verkehr und haben im Contest nichts zu suchen, sie benötigen nur kostbare Zeit und stören eine eventuell vorhandene automatische Rapportauswertung. 599 (nicht 5NN !) ist für das Empfangsprogramm das Start-Zeichen für den Beginn der Auswertung der Contest-Nummer, ansonsten hilft der OP mit der Maus nach und klickt auf die Zahl. Die Contest-Nummer muss wiederholt werden, um auf der Gegenseite einen eventuellen Übertragungsfehler an dieser kritischen Stelle auszuschließen. Eine einzige Ziffer falsch aufgenommen veranlasst die Contest-Auswerter später, das ganze QSO als ungültig zu werten, verbunden eventuell mit dem Verlust eines Multiplikatorpunkts und einem zusätzlichen Punktabzug für schlampiges Arbeiten. Bei schwierigen Bedingungen, insbesondere auf 80 m und 40 m, muss die Contest-Nummer häufiger wiederholt werden, bis die Gegenseite mindestens zwei bis drei mal die selbe Zahl empfängt. Gelegentlich fällt dann eine Ziffernumschaltung aus und statt der Ziffern erscheinen Buchstaben. Ein Blick auf die Tastatur hilft, sie zu entschlüsseln, wie weiter oben beschrieben; Q ist 1, W 2 usw. Gute Contest-Programme können das auch; sie übersetzen die mit der Maus angeklickte Buchstabenfolge in Ziffern und übernehmen sie als Contest-Nummer. Die Gegenseite bittet eventuell um Wiederholung, etwa mit ?? AGN ??. Im Normalfall bestätigt sie mit einer geeigneten Abkürzung OK, CFM oder TU (das eigentlich korrekte QSL ist nicht geeignet, da manche das als Bitte um eine Bestätigungs-Karte verstehen) und sendet ihren Rapport in zum Beispiel folgender Form:

<SP> OK 599 321 321 DKØIU <SP>

Ob man noch das Rufzeichen des CQ-Rufers voranstellt, hängt von den Bedingungen ab; ebenso die Zahl der Wiederholungen der Contest-Nummer und ob Minuszeichen eingesetzt werden. Redundante Verzierungen wie UR vor dem Rapport,DEvor dem eigenen Rufzeichen oderQSL?undBKdanach verschwendenwertvolle Contestzeit;DEist nur beim Anruf sinnvoll. Wer redundante Informa-tionen senden will, tut das besser indem relevante Information wie die Contest-Nummer oder das eigene Rufzeichen öfter wiederholt wird, was insbesondereauf den niedrigen Bändern Sinn macht.Ist alles richtig aufgenommen, bestätigt der CQ-Rufer und setzt gleich mitdem nächsten CQ-Ruf fort:<SP> DKØIU TUCQ DE ....AusTUentnimmt die Gegenseite, dass ihr Rapport angekommen ist und geloggtwurde. Gleich mit dem CQ-Ruf fortzufahren verhindert, dass andere Stationendie zuvor gearbeitete Station rufen und die Frequenz zu übernehmen versuchen.Wichtige TippsSchwacher oder gestörter EmpfangEingangs wurde erwähnt, dass man beimFernschreiben im Contest bewusst auf die Wahl fehlerkorrigierender Verfahren verzichtete. Meist sind die Bedingungen so gut, dass Rufzeichen und Rappor-te nur einmal wiederholt werden müssen um sicher geloggt zu werden. Unterschwierigen Bedingungen gibt es aber viele Übertragungsfehler, sodass die Feh-lerkorrektur hier schon die Verbindung abbrechen würde. Für den Contesterbringt aber vielleicht eine schwache fast unlesbare Station gerade den entschei-denden neuen Multiplikatorpunkt. Das Rufzeichen lässt sich, bevor man anruft,anhand von DX-Cluster-Meldungen und empfangenen Fragmenten aus der »Mas-ter«-Datei bekannter Contest-Stationen erraten. Als CQ-Rufer hat man richtiggeraten, wenn die anrufende Seite nicht durch mehrmaliges Rufzeichennennenprotestiert. Beim Rapport beobachtet man die schwache oder gestörte Stationvorher, welche Contest-Nummern sie gibt. Die Contest-Nummer erhöht sichbeispielsweise im WAE immer um eins. Wurde man als Anrufer angenommen,kann man egal wie viel man von der Gegenseite verstanden hat, immer denEmpfang der Contest-Nummer mitOKquittieren. Schwieriger wird es dage-gen, wenn man als CQ-Rufer von einer leisen Station angerufen wird und mitSchwierigkeiten das Rufzeichen verstehen oder ein Fragment plausibel ergänzenkann. Die Contest-Nummer muss dann einwandfrei verstanden und kann nichterraten werden. Der empfangene Text muss durch Mithören akustisch bewertetwerden, um festzustellen, welchen Zeichenfolgen man trauen kann. Man kanndie Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Zeichen richtig empfangen wurden, ausihrer Umgebung beurteilen. Zeigt der Empfangsbildschirm etwaYXKØIU OK 1234 1287 13/-ist es wahrscheinlich, dass die Contest-Nummer 1234 und nicht 1287 die richtigeist, dennKØIU OKsieht fürDKØIUrichtig aus und 12 wiederholt sich.Pile-Up im ContestWas macht man, wenn mehr als eine Station gleichzeitiganrufen? Sofern nicht eine Station deutlich stärker ist, kann weder ein Programmnoch ein Modem etwas richtig mitschreiben. Hier nicht sofortQRZ ?? DE DJ4KWrufen, alle Anrufer würden gleich wieder rufen. Im Contest gibt es nicht genugfreie Frequenzen umSPLITzu arbeiten. Eventuell hilft Betätigen derRITund einAnrufer, der sich etwas neben die Masse gesetzt hat, kommt besser lesbar durch.Besser einfach abwarten. Einer sendet vielleicht am längsten und kann zumSchluss aufgenommen werden, oder nachdem alle aufgegeben haben startet einerals erster lesbar mit einem erneuten Ruf. Hat man ein genügend langes Fragmentaufgenommen, und kann man nicht wie oben beschrieben das Rufzeichen erraten,hilft nur für das Fragment gezielt QRZ zu rufen; beispielsweiseGW3?? GW3??und dann ganz konsequent zu bleiben. USA und Japan sind da sehr diszipliniert,Süd-Europäer weniger.http://www.bavarian-contest-club.de/handbuch 1.5 ErfolgreicherRTTY-Betrieb1-45Mehrfach-VerbindungenWas macht man, wenn eine bereits gearbeitete Stati-on erneut anruft? Hier gehen die Experten-Meinungen auseinander, wie auchbei anderen Betriebsarten. Eine empfohlene Einstellung ist, die rufende Stationeinfach noch mal zu arbeiten, denn es dauert viel zu lange, der Gegenstation zuerklären, dass sie bereits im Log sei, länger als ein normales QSO. In 50 % derFälle ruft die Gegenstation sogar berechtigt nochmals an, weil das erste QSO beiihr tatsächlich nicht richtig geloggt wurde. Sie mitSRI QSO B4 QRZ DE DJ4KWabzuweisen hat nur eine Diskussion oder einen erneuten Anruf zur Folge undletztlich einen Punktverlust, weil die Auswerter das erste scheinbar richtige QSOmangels eines korrekten Gegenstücks als ungültig werten werden. Die anderen50 % sind echte Duplikate, sie markiert die Software alsDUPE. Auswerter bittendie so gekennzeichneten QSOs nicht aus dem Log zu entfernen. Es gibt norma-lerweise keinen Punktabzug, obwohl entweder das erste oder das zweite QSOungültig ist.Suchen oder CQ rufen?CQ zu rufen lohnt sich auch für schwächere Stationen,sofern man in den zu Contest-Zeiten überfüllten Bandsegmenten einen Platzfindet. Eine übliche Vorgehensweise ist, das Bandsegment zunächst mindestenszwei mal abzusuchen und CQ-Rufer zu arbeiten, dann sich eine Frequenz zusuchen und selbst zu rufen. Wenn dann die QSO-Rate signifikant abfällt, lohntes sich, noch mal zu suchen oder einen Bandwechsel vorzunehmen. Es ist sehrwichtig, die Ausbreitungsbedingungen zu beobachten. Oft lohnt es sich, beimersten Öffnen eines Bandes auch mal einige Minuten allein CQ zu rufen.

Single-Operator-Betrieb

Low Power

High Power

SO2R

2BSIQ

Multi-Operator-Betrieb

Multi Single

Multi Two

Multi Multi

Assisted oder Non-Assisted

Logistik und Ergonomie

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Unter Logistik verstehen wir die Bereitstellung allen Materials, welches einen reibungslosen Contestbetrieb ermöglicht. Das beschränkt sich nicht auf die Geräte, es beinhaltet auch die Verpflegung mit leichter, vorbereiteter Kost und Getränken. Die hier aufgeführten Punkte sind keineswegs vollständig und sollen nur ein Anreiz zum Nachdenken sein! Fangen wir bei dem Operator an. Dessen Hauptfeind ist die Müdigkeit. Deshalb muss alles nur Denkbare getan werden, um einer zu schnellen Ermüdung vorzubeugen. Leider kann man nicht »vorschlafen«. Das Mindeste aber ist, dass man ausgeschlafen ist und keine durchzechte Nacht hinter sich hat. Die Betriebsumgebung muss so angenehm wie möglich sein. Keine Einladung zum Nickerchen, aber ich muss locker und bequem sitzen können und genügend Bewegungsfreiheit haben. Alle Bedienelemente müssen in gut erreichbarer Nähe sein. Die Stunde wird kommen, wo ich zu müde bin, um schon wieder mit dem Zweit-VFO suchen zu wollen, oder wo das Heben der Hand, um eine Taste ander Elektronik zu betätigen, eine schiere Überwindung kostet. Dieser Zeitpunk tmuss so weit wie möglich hinausgezögert werden. Für gute Belüftung sorgen, nicht der Geräte wegen. Sauerstoff hilft gegen Abschlaffen. Bei Sauerstoffmangel droht schleichende Müdigkeit. Wenn der Sekundenschlaf beim CQ einsetzen sollte, einmal aufstehen und im Stehen weiterfunken. Leichte Kost! Öfter und weniger essen. Keinen Druck auf den Magen kommen lassen. Langsam auch bei Getränken. Die müssen ja wieder raus und wie gesagt, eine Minute kann 3 oder mehr QSOs kosten. Die Happen rechtzeitig vorbereiten oder vorbereiten lassen. Keine Zeit mit Butterbrotschmieren verplempern. Vorsicht mit Bohnenkaffee! Zwar macht der im Augenblick recht munter und hält die Augen eine zeitlang offen, jedoch kann ich mich damit nicht zwei Tage auf den Beinen halten! Nämlich mit voller Konzentration und mit äußerster Anspannung, ohne ein »Umkippen« des Körpers befürchten zu müssen. Der Kipppunkt wird je nach Kondition irgendwann am Sonntag Mittag sein. Coca-Cola ist so gut wie Gift. Der Zucker macht durstig und setzt einen zeitraubenden Kreislauf in Gang. Traubenzucker oder Schokolade kann dagegen verbrauchte Energie sofort zurückbringen. Eine Leselampe erweist sich als sehr wirkungsvoll im Kampf gegen die Müdigkeit. Helles weiches Glühlampenlicht, Beleuchtungsstärke ca. 500 lx – keine Leuchtstofflampe. Die Lampe so anbringen, dass sie keine Reflexionen am Computer-Monitor oder an den Geräten hervorruft! Ich sollte meine Kondition einschätzen können und wissen, wie viel Schlaf ich brauche, um voll reaktionsfähig zu bleiben, und um die erforderliche Ruhepause in eine Zeit der geringsten Bandaktivität zu legen. Diese Ruhepausen tendieren bei jungen OPs gegen Null und steigen mit zunehmendem Alter tatsächlich an. Kriterium sollte sein: Kann ich am Sonntag früh auf 15 m hunderte verschwindend schwache Japaner noch ohne Schwierigkeiten lesen? Die Schlafforschung hat ergeben, dass der Mensch zyklisch 90 Minuten Tiefschlaf und eine kurze Periode Flachschlaf durchläuft. Aus der Tiefschlafphasegerissen ist man todmüde. Während der Flachschlafphase geweckt ist man fit. Probieren Sie das mal aus: Wenn Sie morgens 30 Minuten vor der Weckerzeit von selbst aufwachen und aufstehen sind Sie fit (Sie können ja die 30 Minuten am Radio spielen), wenn Sie sich noch einmal umdrehen und in die nächste Tiefschlafphase sinken sind Sie beim Weckerrasseln todmüde. Was sehr wichtig ist: Die innere Einstellung zum Wettbewerb, der Kampfgeistund der Wille zum Sieg. Eine gewissenhafte Vorbereitung und Betriebsplanung kann die angemessene Motivation bringen. Aber auch mentales Training, geistiges Vorverarbeiten der kommenden Ereignisse sollte nicht als lächerlich abgetan werden! Oft versuche ich, schon 30 Minuten vor Contestbeginn mit allen Vorbereitungen fertig zu sein und sitze ruhig da, sammle mich, gehe die einzelnen Phasen in Gedanken durch. Fange dann langsam an, mich auf dem Band zu orientieren – wo sind die Multiplikatoren – oder ich lasse den Rest der Welt wissen: Da bin ich!

Ethik

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Keine andere Sportart stellt derart hohe Ansprüche an die Ethik und Charakterfestigkeit der Wettkampfteilnehmer wie der Contest. Dazu möchte ich einige Gedanken aufgreifen, die K5ZD in einem Leitartikel des National Contest Journal[48] der ARRL formuliert hatte:

Der Contest als Gesamtleistung setzt sich zusammen aus den Geräten wie Empfänger, Sender, Antennen und dem Können des Operators. Das Log ist eine Aufzeichnung der erbrachten Leistungen während des Contests. Die technische Ausrüstung, der Standort usw. beeinflussen das Ergebnis ohne Frage, wie bei anderen Sportarten solche Einflüsse auch existieren. Aber was letztendlich den Ausschlag gibt, das ist der Operator! Wer ein Contestlog einreicht, bestätigt mit seiner Unterschrift – mit seinem Ehrenwort – dass er die Regeln des Wettbewerbs eingehalten hat. Genau so vertraut jeder Teilnehmer darauf, dass der andere sich an die Regeln hält. Dieses gegenseitige Vertrauen schafft die Voraussetzung dafür, dass Conteste überhaupt möglich werden. Im Contest gibt es keinen Schiedsrichter, der die Teilnehmer in all seinen Aktionen beobachtet und beurteilt, um dann einen Sieger zu ermitteln. Einzig und allein das geschriebene Log des Teilnehmers, seine eigenen Aufzeichnungen zum Verlauf des Wettbewerbs, können zur Ermittelung des Siegers herangezogen werden. Das Log enthält lediglich Rufzeichen, Rapporte und Zeiten. Es sagt nichts über die Strapazen, Störpegel, die Erschöpfung oder die Freude bei jeder einzelnen Verbindung. Der Auswerter erwartet ja auch eine nüchterne und exakte Aufzeichnung dessen, was an Verbindungen getätigt worden ist. Diese Aufzeichnungen sollen auf das Können des Teilnehmers schließen lassen. Die Kontrollfunktion des Auswerters konzentriert sich auf die Aufdeckung von Fehlern. In den meisten Fällen ist das auch der Fall. Die Mehrzahl der Contester beachtet die Regeln und arbeitet schlicht nach bestem Wissen und Gewissen. Sie nehmen zu ihrem eigenen Vergnügen am Contest teil, geht es doch anscheinend nur um Diplome, Trophäen oder Selbstbestätigung im Wettkampf. Wie wir jedoch alle wissen geht es doch um mehr als nur Diplome, sonst würde es den Contest als Wettkampf gar nicht geben. Es geht um Erfolg, Ansehen, Ehre. Weil nämlich Menschen beteiligt sind, Persönlichkeiten und Ichs. Der Wettkampf ist das Re-sultat des persönlichen Wunsches, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, sich mit anderen zu messen und besser zu sein. Wenn nun bei der Austragung dieses Wettkampfes nie jemand dabei ist, der die Aktionen bewertet, wenn man immer alleine ist, kommt dann nicht die Versuchung, sich durch kleine Schwindeleien einen Vorteil zuverschaffen? Die Regeln der Conteste sind sehr kurz gehalten und lassen sich deshalb in vielfältiger Weise interpretieren. Das kommt noch zu der oben genannten Versuchung hinzu. Dies alles erfordert von jedem Teilnehmer, seine eigene ethische Grenze zu setzen. Und persönliche ethische Entscheidungen gibt es so viele wie es Persönlichkeiten gibt. Wie viel Leistung ist zuviel Leistung? Merkt es überhaupt einer, wenn ich in der QRP Klasse 100 W fahre? Wie steht das mit den Pausen-oder Verweilzeiten bei »welcher« Uhrzeiteintragung? Kümmert sich überhaupt jemand darum, wenn jemand die Bestimmungen seiner Lizenzklasse nicht einhält? Kann man einfach den letzten fehlenden Buchstaben im Call dazu »erfinden«? Kann man das Pile-up nicht einfach überspringen und die Station doch ins Log eintragen? Kann man die Calls seiner Freunde loggen, denn die hätte man mit Sicherheit gearbeitet, wenn sie nur da gewesen wären? Jeder der sich ernsthaft mit Contesten beschäftigt, wird auf diese Fragen stoßen und sich mit ihnen auseinandersetzen müssen. Aber mehr als nur davon betroffen zu sein, müssen wir aktiv das Setzen und Einhalten von sauberen Normen fördern und betreiben. Das höchste Gut eines Contesters in den Augen der Contest-Gemeinde ist seine Integrität, seine Charakterstärke. Nicht zuletzt gehört dazu, auch verlieren zu können. Nicht derjenige ist ein guter Contester, der am schnellsten ein Pile-up bewältigen kann, sondern derjenige, der die Rufzeichen und Kontrollnummern dabei auch richtig aufgenommen hat.

Mit den heutigen Möglichkeiten der elektronischen Contestauswertung ist es ein Leichtes, die Contestauswertung und Überprüfung maschinell zu betreiben. Mit der Vielzahl der Logeinsendungen und bei entsprechender Auswertung lassen sich vielerlei statistische Werte ermitteln. Zum Beispiel die durchschnittliche Prozentzahl der »Unique Calls«, nämlich Rufzeichen, die in der Gesamtheit der Log seines Contestes nur einmal vorkommen. Langjährige Erfahrungen mit solchen »Normalwerten« liegen in den USA bereits vor. Diese Zahlen haben sich weiter stabilisiert und können jedes »kreative« Log entlarven. Selbst die in der Non-Assisted Klasse unzulässige Nutzung von DX-Clustern oder ähnlichen Hilfsmittelnkann einer modernen rechnergestützten Auswertung nicht entgehen. Dabei soll es in erster Linie nicht darum gehen, jemanden wegen seiner Fehler bloßzustellen oder abzustrafen. Einige Contestauswerter machen die Loganalysen (Uniques, Hörfehler, Broken Calls, usw.) dem Teilnehmer zugänglich. Dieser erhält dadurch die Möglichkeit, seine Schwächen zu erkennen und an Verbesserungen seines Betriebs zu arbeiten. Die Qualität der Conteste steigt dadurch an und die vergebenen Strafpunkte sind eine wirkungsvolle Stimulation, die eigene Betriebstechnik zu verbessern. Oft trifft man auf die Meinung: Was nicht ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt. Oder: was man nicht kontrollieren kann, braucht man erst gar nicht verbieten. Ich denke, dies ist der falsche Ansatz. Die Moral, der Anstand, die Fairness und letztendlich der Respekt bleiben auf längere Sicht auf der Strecke. Denn Moral, Anstand und Fairness lassen sich nicht in Regeln formulieren. Das ist mehr eine Frage der Erziehung und der persönlichen Integrität. Zur Kontrolle der Regeleinhaltung braucht man keine Polizei oder Kontrolleure. »Peer Pres-sure« oder Gruppenzwang durch die Contest-Gemeinde können ebenfalls sehr wirkungsvoll sein. Und nicht zuletzt: Der Contest lebt von der Beteiligung vieler, er muss also viele ansprechen. Wenn die Regeln zu lang und zu kompliziert werden, dann wird der Contest uninteressant. Niemand wird Erfolge schätzen, die aufgrund eines unfairen Wettbewerbsvorteils erschlichen wurden! Man kann sich nicht Anerkennung und Ansehen mit der Preisgabe seiner ethischen Grundsätze erkaufen. Diejenigen sind zu bewundern, die treu zu dem Ehrenkodex des Contests stehen und ihre Freude am Contest aus der eigenen erbrachten Leistung beziehen. Deren Freundschaft suchen wir, mit ihnen wollen wir unsere Platzierung vergleichen und Erfahrungen austauschen

Betriebstechnik für Einsteiger

Muss ich CW können, um erfolgreich zu sein?

Nein, aber es hilft in vielen Contesten. Natürlich benötigt man für SSB-Conteste oder für die Teilnahme in einer SSB-Klasse keine CW-Kenntnisse. In einigen Contesten ist es möglich, nur mit SSB-QSOs eine Mixed-Mode-Klasse zu gewinnnen, z.B. im DARC-Weihnachtscontest. Aber oft kann man in CW zusätzliche Multiplikatoren erreichen. CW ist sehr nützlich. Gerade bei einem nicht ganz so gewaltigen Signal erlaubt CW Verbindungen, die in SSB kaum oder gar nicht möglich wären - vor allem auf UKW und den unteren KW-Bändern.

Wie gut muss ich CW können, um an einem CW-Contest teilzunehmen?

Durch das einfache QSO-Schema und die häufigen Wiederholungen ist CW im Contest relativ ungefährlich. Wichtig ist, dass man das eigene Call erkennt, wenn die angerufene Station einen verstanden hat. Oft ist die CW-Geschwindigkeit mit 25 bis 35 WpM (5er Gruppen pro Minute) recht hoch. Meist kann man aber jedes Rufzeichen nach einigen Versuchen zusammenbekommen. Das übt und man wird schnell besser. Der Lohn sind meist wertvolle Multiplikatoren, die das Ergebnis sofort sichtbar erhöhen. In einigen Contesten ist die Kontrollnummer bei jedem QSO gleich. Schwieriger ist es bei laufenden Nummern. Hier kann man aber auch bei den vorangegengen QSOs mitzählen oder nachfragen.

CW im Contest ist in jedem Fall einfacher als ein Standard- oder Schwatz-QSO in CW.

Etwas stressfreier als auf den Bändern lässt sich "Contest-CW" mit der Freeware "MorseRunner" trainieren. Dabei ist man ein CQ-Rufer, der es in absolut naturgetreuer Geräuschkulisse mit QRN, QSB und QRM mit einem einstellbar großen oder kleinen Andrang von Anrufern aller Art zu tun bekommt. Auch die CW-Geschwindigkeit kann man nach seinen eigenen Fähigkeiten einstellen - ebenso wie bei dem Programm RufzXP, das pro Durchgang 50 Rufzeichen sendet. Nach richtig erkannten Calls wird die Geschwindigkeit höher, bei Fehlern wieder niedriger, so dass man meistens im Grenzbereich seines aktuellen CW-Könnens trainiert.

Warum tauschen Contester nur Rapport und eine andere Nummer aus und nicht Name und QTH?

Das Ziel ist es, möglichst viele QSOs in einer möglichst kurzen Zeit zustande zu bringen. Das QSO ist der Beweis, dass man miteinander über Funk Informationen austauschen konnte. Aus diesem Grund werden alle aus dieser Sicht überflüssigen Informationen weggelassen. Du solltest die Contestausschreibungen lesen, um zu erfahren, welche Informationen ausgetauscht werden müssen.

Warum ist der Rapport im Contest immer "5NN"?

Auch wenn die Regeln normalerweise den Austausch eines Signal-Rapports enthalten, interessiert es fast niemanden, wie der der wirkliche Rapport ist. Hinzu kommt, dass speziell im CW-Contest die automatische Regelung von vielen abgeschaltet und dafür Handregelung genutzt wird, dann zeigt das S-Meter ohnehin nichts an. Oder auf den Lowbands werden spezielle Antennen genutzt, wie Beverages oder kleine Loops, die bis zu 20 dB geringere Pegel liefern, so dass S-Meter-Rapporte völlig unzutreffend wären. Um den Betrieb zu vereinfachen und zu beschleunigen, sende einfach „59“ oder „5NN“, auch wenn das Signal sehr schwach ist. In CW wird oft nicht 599 sondern 5NN gesendet. Der Buchstabe N ist der Kurzcode für 9 und deutlich schneller gesendet als 9 (Cut Numbers).

Was sind "Cut Numbers"?

Im Morsealphabet bestehen alle Ziffern aus fünf Strichen oder Punkten. Zahlen zu senden verbraucht dadurch recht viel Zeit. Wenn man genau eine Zahl erwartet, kann man auch die abgekürzten Zifferncodes senden und so viel Zeit sparen.

Number Normal Morse     Cut Number        Equivalent character 
0 dah-dah-dah-dah-dah   dah               T 
1 di-dah-dah-dah-dah    di-dah            A 
2 di-di-dah-dah-dah     di-di-dah         U 
3 di-di-di-dah-dah      di-di-di-dah      V 
4 di-di-di-di-dah       di-di-di-di-dah   4 
5 di-di-di-di-dit       dit               E 
6 dah-di-di-di-dit      dah-di-di-di-dit  6 
7 dah-dah-dit-dit-dit   dah-dah-dit       G 
8 dah-dah-dah-di-dit    dah-di-dit        D 
9 dah-dah-dah-dah-dit   dah-dit           N 

Die abgekürzten Ziffern ersetzen Folgen von Strichen durch einen Strich (außer bei der 5).

Meist werden jedoch nur die Ziffern 9 und 0 abgekürzt. In Contesten wie z.B. dem WPX, bei dem der Austausch aus RST + NR besteht, hat es sich eingebürgert, die 599 als 5nn zu geben; die laufende Nummer wird hierbei 3-stellig gegeben, mit führenden Nullen und diese werden wiederum als T abgekürzt. Aus 599 020 wird also oft "5nn t20".

Was bedeutet es, wenn eine Station im CW-Contest "TEST DL6MHW" oder "DL6MHW TEST" sendet?

Das ist ein kurzer CQ-Ruf, der Anrufer möchte von anderen Stationen angerufen werden. TEST ist die Abkürzung für CONTEST. Ein vollständiger Anruf wäre "CQ CONTEST DE DL6MHW K". Da man, um viele QSOs zu fahren, alles Überflüssige weglässt, wirst Du meist die kurze Variante des CQ-Rufs hören.

Wie soll ich auf einen solchen Anruf antworten?

Sende einfach Dein Rufzeichen. Und zwar nur ein Mal, wenn die Bedingungen gut sind. Wenn die Bedingungen schlecht sind und wenig Andrang herrscht, evtl. auch zweimal und evtl. mit "de" davor, so dass sich die CQ-rufende Station auf Dein Signal einstellen kann, ehe der erste wichtige Buchstabe kommt. Auf keinen Fall sollte man folgendermaßen antworten: "DL6MHW DL6MHW DE JA3XYZ JA3XYZ JA3XYZ K". Die CQ-rufende Station kennt ihr Rufzeichen und meist ist sie auch in der Lage, das Call der anrufenden Station sofort korrekt aufzunehmen. Bei einem solch langen Anruf würde ein guter Contester sicher einen anderen Anrufer bevorzugen, evtl. schon ein anderes QSO komplettiert haben.

Welche Art von Antwort habe ich zu erwarten und was bedeutet sie?

Dein Rufzeichen, den 59/5NN-Rapport und eine vom Contest abhängige Kontrollnummer. Hier einige Beispiele:

  • "JA3XYZ 5NN14" im CQ-WW-DX-Contest, "5NN" ist der Rapport und "14" die CQ-Zone, in der DL liegt.
  • "JA3XYZ 5NNW37" im WAG-Contest, "5NN" ist der Rapport und "W37" der DOK, den DL-Stationen im WAG verteilen.
  • "JA3XYZ 5NN211" im WAE-Contest, "5NN" ist der Rapport und "211" die aktuelle QSO-Nummer
  • "JA3XYZ 5NN211 EU128" im IOTA-Contest, "5NN" ist der Rapport und "211" die aktuelle QSO-Nummer, und „EU128“ die IOTA-Nummer der Insel Fehmarn.
  • "JA3YXZ 5NN211/JO40AB" im UKW-Contest, "5NN" ist der Raport, "211" die aktuelle QSO-Nummer und "JO40AB" der QTH-Locator.

In CW wird die Null oft durch das Morsezeichen für T ersetzt. Oft wird die führende Null weggelassen so das aus der Zone „59905“ die „5NN5“ wird oder aus der Nummer „599007“ dann „5NN7“ wird. Die Nummer wird nur einmal gesendet. Bekommst Du sie beim ersten Mal nicht mit, so kann mit „?“ oder „NR?“ nachgefragt werden.

Wie sende ich meinen Rapport?

Du sendest Deinen Rapport gefolgt von der Kontrollnummer, also der Zone, dem DOK oder der Seriennummer. Es ist nicht notwendig, das eigene Rufzeichen zu wiederholen, wenn es von der Gegenstation korrekt aufgenommen wurde – das kann zur Verwirrung führen. Wenn das Rufzeichen fehlerhaft war, solltest Du Dein Call nochmal senden, damit es die Gegenstation korrigieren kann. Das könnte so aussehen „DL6MHW DL6MHW 599W37“.

Wie geht es weiter?

Die Station bedankt sich kurz und lässt einen CQ-Ruf folgen: "TU DL6MHW TEST". Das ist das Ende des QSOs. Du brauchst Dich als Anrufer nicht weiter zu bedanken. Kommt aber kein TU (oder einfach TEST..), ist zu vermuten, dass es Rückfragen gibt. Dranbleiben und zuhören. Stattdessen kannst Du weiterdrehen und die nächste Station anrufen. Falls Du versuchst, Namen oder QTH auszutauschen, wirst Du auf wenig Gegenliebe stoßen, es sei denn, Du bist ein seltener Multiplikator, mit dem sich der CQ-Rufer gut stellen möchte.

Wie frage ich nach, wenn ich die Nummer nicht sicher verstanden habe?

"NR?" ist ausreichend, oft tut es auch ein „?“ an der richtigen Stelle. Wenn man sie dann aufgenommen hat, kann man das mit einem „TU“ signalisieren.

Was bedeutet es, wenn eine angerufene Station mit "DUP" oder "B4" antwortet?

Das bedeutet, dass die Station Dich bereits auf diesem Band oder dieser Betriebsart im Log hat. "B4" steht für "before". Wenn man der Überzeugung ist, dass man diese Station wirklich nicht im Log hat, so kann es in betriebsschwachen Zeiten helfen nach Nummer oder Uhrzeit zu fragen um den Fehler einzugrenzen. Das kann auch im Interesse der Gegenstation sein, denn das fehlende QSO wird sicher bei der Auswertung gestrichen.

Bei den grossen internationalen KW-Contesten von der CQ oder ARRL spielen gearbeitete Dupes keine Rolle. Während der Auswertung werden die doppelten QSOs automatisch ohne Punktabzug gestrichen. Es macht daher keinen Sinn, als CQ-rufende Station den Anrufer darauf aufmerksam zu machen, dass bereits ein QSO geführt wurde, da meistens daraufhin Rückfragen kommen. Das führt nur zu Verzögerungen und kostet wertvolle Betriebszeit. Läuft ein schöner Pileup, wird dadurch der QSO-Rhythmus gestört und es könnte passieren, dass eine wartende Station weiterdreht, also ein QSO verlorengeht. Also einfach das Doppel-QSO machen und weiter gehts.

Wie sieht ein komplettes Contest-QSO aus? (KW)

Hier ruft ZS1AN CQ ("running") und DK3W antwortet. Das Rufzeichen in eckigen Klammern ist das der sendenden Station. In runden Klammern sind Bemerkungen nachgestellt. Das Beispiel bezieht sich auf den CQWW Contest.

[ZS1AN] TEST ZS1AN (Abgekürzt für "CQ CONTEST DE ZS1AN") 
[DK3W]  DK3W (Nur Dein Rufzeichen)
[ZS1AN] DK3W 5NN38 (aufgenommenes Call + RST + CQ-Zone)   
[DK3W]  5NN14 ("599" und Zone "14") 
[ZS1AN] TU ZS1AN  TEST (Danke und weiter gehts) 

Folgendermaßen sieht es aus, wenn die rufende Station das Call falsch aufnimmt:

[ZS1AN] TEST ZS1AN 
[DK3W]  DK3W 
[ZS1AN] DK3A 5NN38 (Oops, ZS1AN hat das Call falsch)
[DK3W]  DK3W DK3W 5NN14 (Korrektur und Austausch)
[ZS1AN] DK3W TU ZS1AN TEST (Bestätigung, Dank und weiter)

Die anrufende Station hat den berechtigten Wunsch, das eigene Call einmal korrekt zu hören. Bei schlechten Bedingungen und leisem Signal kann die anrufende Station deshalb zur Sicherheit auch erst mal nur erneut ihr Call senden - ohne Nummer, also:

[ZS1AN] TEST ZS1AN 
[DK3W]  DK3W 
[ZS1AN] DK3A 5NN38 (Oops, ZS1AN hat das Call falsch)
[DK3W]  DK3W DK3W (nur Call, um ZS1AN auf den Fehler aufmerksam zu machen)
[ZS1AN] DK3W 5NN38 (so, diesmal richtig)
[DK3W]  5NN14 TU (Antwort und TU als Bestätigung des RST)
[ZS1AN] TU ZS1AN TEST (Bestätigung, Dank und weiter)

Folgende Regeln haben sich für die anrufende Station bewährt:

  • Sende niemals den Rapport, wenn Dein Call noch falsch ist. Das mag zwar nervig sein, aber im Pileup kann es vorkommen, dass trotz wiederholtem Call der gleiche Hörfehler auftritt. dann wäre ZS1AN der Meinung, dass er DK3A gearbeitet hat und antwortet mit TU. Nach diesem TU bricht der Ansturm erneut los und Du hast keine Chance mehr, das noch zu korrigieren. Das gilt insbesondere für RTTY.
  • sende niemals TU, solange Dir noch irgend etwas fehlt.

Wie sieht ein komplettes Contest-QSO aus? (UKW)

Auf UKW geht es wegen den geringeren QSO-Raten meist etwas langsamer zu als auf Kurzwelle. Viele nehmen sich die Zeit und begrüßen die anrufende Station noch mit GM, GA, GE und geben Rapport, laufende Nummer und Locator zweimal. Ohne große Floskeln sieht ein (CW) QSO auf UKW so aus:

[DA0RC] CQ TEST DA0RC (Abgekürzt für "CQ CONTEST DE DA0RC") 
[DP4K]  DE DP4K (DE: "aufwachen, hier kommt einer", Dein Call)
[DA0RC] DP4K 5NN38 / JO41RG K (aufgenommenes Call, RST + Nr / Locator)   
[DP4K]  R UR 5NN002 / JO41DM K (Bestätigung, RST + Nr / Locator) 
[DA0RC] TU DA0RC TEST (Danke und weiter gehts)

Was ist eine Seriennummer?

Viele Conteste velangen die Übermittlung einer Seriennummer nach dem Rapport. Dies ist sozusagen die QSO-Nummer, die man beginnend bei 1 mit jedem QSO hochzählt. Meist ist sie dreistellig mit führenden Nullen. Aber auch vierstellige Nummern sind keine Seltenheit. In CW werden oft die abgekürzten Zeichen für Ziffern benutzt ("TT1" oder sogar "TTA" für "001"). Multi-Multi-Stationen zählen die Seriennummer auf jedem Band separat. So kannst Du auf 20 m die 451 erhalten und einige Stunden später auf 160 m die 143.

Was ist "Multiplier Passing" oder „Verschicken“?

Beim "Multiplier Passing" fordert man nach dem gerade getätigten QSO die Gegenstation dazu auf, auf ein anderes Band zu wechseln, mit der Absicht ein weiteres QSO mit ihr zu machen. Der Sinn hierbei ist es, schnell einen (möglicherweise weiteren) Multiplikator arbeiten zu können. Wird man selbst gefragt, so muß man selbst entscheiden, ob man der Station den Gefallen tun will (vielleicht ist das QSO ja für einen selbst auch ein neuer Multiplikator). Andernfalls kann man den Vorschlag natürlich auch höflich ablehnen.

Die anfragende Station schlägt meist eine konkrete Frequenz vor, auf die man zu wechseln gedenkt, also z.B. "PSE QSY 14055". Bei Multi-Multi-Stationen ist das die Frequenz der anderen Bandstation – man kann dort fast sofort hereinrufen und wird schnell gehört. Auf diese Weise kann man auch über mehrere Bänder geschickt werden. Diese Methode ist am wirkungsvollsten, wenn man anrufende Stationen um QSY bittet. Wenn jemand selbst CQ ruft, ist er meist nicht geneigt, die Frequenz zu verlassen, um sie nicht zu verlieren.

Was ist "Running"?

Wenn eine Station auf einer Frequenz sitzt, dort CQ ruft und eine Station nach der anderen arbeitet, nennt man das Running-Betrieb. Auf diese Weise kann man, wenn alles stimmt, sehr viele QSOs fahren und eine hohe Rate erreichen. Man braucht ein gutes Signal oder muss „attraktiv“ sein, um von anderen Station gefunden zu werden, wobei dies vom Contest und den aktuellen Bedingungen abhängt. Wenn man CQ rufen will, hört man wie auch sonst, ob eine Frequenzlücke auch wirklich frei ist, fragt dann (SSB) oder gibt QRL? oder nur ? (CW) und legt los. Wenn dann gleich oder kurz darauf eine andere Station kommt und sagt/behauptet, schon immer hier CQ gerufen zu haben (weil sie vielleicht für das Arbeiten eines Multis "kurz" woanders war), hängt der weitere Verlauf von den Temperamenten der Beteiligten ab - also offener Kampf, wer bei gleichzeitigem CQ-Rufen mehr Antworten bekommt oder Methode "Der Klügere gibt nach". Solche gelegentlichen Konflikte gehören vor allem bei Contesten mit hoher Beteiligung genauso dazu wie Stationen, die langsam von Nachbarfrequenzen immer näher an die eigene CQ-Frequenz heranrutschen, weil sie selber QRM ausweichen. Verbissene Dispute kosten meist mehr Zeit, QSOs und Nerven als ein QSY.

Im WAG kann man in CW mit QRP Running-Betrieb machen. Im WWDX reichen auf 20 m in SSB 750 Watt und ein kleiner Beam kaum aus. Folgende Faktoren verbessern die Chance, mit Running-Betrieb Erfolg zu haben:

  • CW statt SSB: gefühlte 10 dB
  • 750 Watt statt 100 Watt: gefühlte 10 dB
  • Beam statt Dipol: gefühlte 10 dB
  • Seltener Multi sein: gefühlte 10 dB (WAG reicht schon ein W-DOK, im WWDX ist es natürlich nützlich, in der Karibik zu funken; EU-Länder mit niedriger Contestbeteiligung sind aber auch sehr gefragt, z.B. OZ)
  • YL-Stimme (in SSB): gefühlte 10 dB

Am besten funkt man also als YL mit 750 (1500) Watt und Beam aus der Karibik! (Fast) alles machbar...

Für den erfolgreichen „Running“-Betrieb muss man auch einen guten, d.h. flotten bzw. flüssigen Betriebsstil zeigen. Wenn man mit vielfachen Nachfragen und Call-Nennungen nur langsam funkt, verlieren wartende Contester schnell die Geduld. Wenn Du kein seltener Multi bist, drehen sie wahrscheinlich weiter. Der im UKW-Contest teilweise übliche Betriebstil ist vielen KW-Contestern schon zu schleppend.

Was ist "Search and Pounce"?

Search and Pounce (S&P) bedeutet, über das Band zu drehen, nach Stationen zu suchen, die CQ Contest (oder TEST) rufen und sie anzurufen (zuzuschlagen), wenn man die rufende Station benötigt. Es ist der einfachste Weg für den Einsteiger ins Contesten. Man hat die Chance, so lange zuzuhören, bis man das Call der rufenden Station sicher hat. Man ist nicht unter Druck, man kann auf diese Weise recht viele QSOs in der Stunde machen und vor allem viele Multiplikatoren sammeln. Es lohnt sich auch, nach leisen Stationen zu lauschen, denn oft sind das gerade die DX-Multiplikatoren.

Was versteht man unter "Single Operator Two Radio"-Betrieb?

Obwohl es hierfür keine eigene Teilnahmeklasse gibt, benutzen einige Contester zwei Transceiver simultan. Dies wird als "Single Operator Two Radio" oder "SO2R" bezeichnet. Typischerweise wird mit einem Transceiver im Running-Betrieb gearbeitet, während man mit dem anderen Transceiver über ein anderes Band dreht und nach Multiplikatoren sucht. Dies ist z.B. möglich, wenn der Computer an der Running-Station gerade einen CQ-Ruf morst. Der technische Aufwand ist beträchtlich. Man benötigt räumlich und HF-mäßig entkoppelte Antennen und Stationen. Die Herausforderungen an die Betriebstechnik und die Psyche des OPs sind fast noch größer. Man muss in der Lage sein, voll konzentriert zwei verschiedene Signale zu entziffern und richtig zu reagieren. Zum Anhören von SO2R hat K5ZD seinen WW-DX-Einsatz im Jahr 2005 mitgeschnitten und in 30-Minuten-Schnipseln auf seine Homepage gestellt <ref>Audio-Mitschnitte von K5ZD, CQWWDX 2005: https://k5zd.com/cq-ww-cw-2005/ in CW und https://k5zd.com/audio-2005-cq-ww-ssb/ in SSB</ref>.

Was ist ein Sprint? (Weihnachtscontest)

Ein Sprint ist ein Contest, bei dem die CQ-rufende Station der anrufenden Station nach dem QSO die Frequenz überlässt, die nun ihrerseits mit einem CQ ein neues QSO initiiert. Damit wird vermieden, dass das Band von QRO-Stationen belegt wird. Beim Sprint ist es wichtig, das Call der CQ-rufenden Station sofort zu hören, denn oft gibt es keine zweite Chance, denn eine andere Station macht das QSO und die erste Station ist dann weg. Der populärste Sprint in DL ist der Weihnachtscontest, der vom DARC veranstaltet wird.

Was ist ein "QTC"?

Im WAE-DX-Contest gibt es neben den QSO-Punkten und Multipliktoren auch die Möglichkeit, QTC-Punkte zu erwerben. Ein QTC ist eine kompakte Information über ein zuvor getätigtes QSO. Es wird von einer DX-Station an eine europäische Station gesendet. Damit wird im Contest sozusagen ein echter Nachrichteninhalt übertragen. Hörbeispiele zum Ausprobieren gibt es auf der Webseite von DL1MGB.


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