Betriebstechnik: Unterschied zwischen den Versionen

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Im WAE-DX-Contest gibt es neben den QSO-Punkten und Multipliktoren auch die Möglichkeit, QTC-Punkte zu erwerben. Ein QTC ist eine kompakte Information über ein zuvor getätigtes QSO. Es wird von einer DX-Station an eine europäische Station gesendet. Damit wird im Contest sozusagen ein echter Nachrichteninhalt übertragen. [http://dl1mgb.com/contest/wae.php Hörbeispiele zum Ausprobieren] gibt es auf der Webseite von DL1MGB.
Im WAE-DX-Contest gibt es neben den QSO-Punkten und Multipliktoren auch die Möglichkeit, QTC-Punkte zu erwerben. Ein QTC ist eine kompakte Information über ein zuvor getätigtes QSO. Es wird von einer DX-Station an eine europäische Station gesendet. Damit wird im Contest sozusagen ein echter Nachrichteninhalt übertragen. [http://dl1mgb.com/contest/wae.php Hörbeispiele zum Ausprobieren] gibt es auf der Webseite von DL1MGB.
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* Running
* Search & Pounce
* Multissuchen
* Multis schicken
* SO2R
* SO2V
* Duelling CQ
* ...


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Version vom 19. Februar 2021, 19:59 Uhr

Betriebstechnik für Einsteiger

Muss ich CW können, um erfolgreich zu sein?

Nein, aber es hilft in vielen Contesten. Natürlich benötigt man für SSB-Conteste oder für die Teilnahme in einer SSB-Klasse keine CW-Kenntnisse. In einigen Contesten ist es möglich, nur mit SSB-QSOs eine Mixed-Mode-Klasse zu gewinnnen, z.B. im DARC-Weihnachtscontest. Aber oft kann man in CW zusätzliche Multiplikatoren erreichen. CW ist sehr nützlich. Gerade bei einem nicht ganz so gewaltigen Signal erlaubt CW Verbindungen, die in SSB kaum oder gar nicht möglich wären - vor allem auf UKW und den unteren KW-Bändern.

Wie gut muss ich CW können, um an einem CW-Contest teilzunehmen?

Durch das einfache QSO-Schema und die häufigen Wiederholungen ist CW im Contest relativ ungefährlich. Wichtig ist, dass man das eigene Call erkennt, wenn die angerufene Station einen verstanden hat. Oft ist die CW-Geschwindigkeit mit 25 bis 35 WpM (5er Gruppen pro Minute) recht hoch. Meist kann man aber jedes Rufzeichen nach einigen Versuchen zusammenbekommen. Das übt und man wird schnell besser. Der Lohn sind meist wertvolle Multiplikatoren, die das Ergebnis sofort sichtbar erhöhen. In einigen Contesten ist die Kontrollnummer bei jedem QSO gleich. Schwieriger ist es bei laufenden Nummern. Hier kann man aber auch bei den vorangegengen QSOs mitzählen oder nachfragen.

CW im Contest ist in jedem Fall einfacher als ein Standard- oder Schwatz-QSO in CW.

Etwas stressfreier als auf den Bändern lässt sich "Contest-CW" mit der Freeware "MorseRunner" trainieren. Dabei ist man ein CQ-Rufer, der es in absolut naturgetreuer Geräuschkulisse mit QRN, QSB und QRM mit einem einstellbar großen oder kleinen Andrang von Anrufern aller Art zu tun bekommt. Auch die CW-Geschwindigkeit kann man nach seinen eigenen Fähigkeiten einstellen - ebenso wie bei dem Programm RufzXP, das pro Durchgang 50 Rufzeichen sendet. Nach richtig erkannten Calls wird die Geschwindigkeit höher, bei Fehlern wieder niedriger, so dass man meistens im Grenzbereich seines aktuellen CW-Könnens trainiert.

Warum tauschen Contester nur Rapport und eine andere Nummer aus und nicht Name und QTH?

Das Ziel ist es, möglichst viele QSOs in einer möglichst kurzen Zeit zustande zu bringen. Das QSO ist der Beweis, dass man miteinander über Funk Informationen austauschen konnte. Aus diesem Grund werden alle aus dieser Sicht überflüssigen Informationen weggelassen. Du solltest die Contestausschreibungen lesen, um zu erfahren, welche Informationen ausgetauscht werden müssen.

Warum ist der Rapport im Contest immer "5NN"?

Auch wenn die Regeln normalerweise den Austausch eines Signal-Rapports enthalten, interessiert es fast niemanden, wie der der wirkliche Rapport ist. Hinzu kommt, dass speziell im CW-Contest die automatische Regelung von vielen abgeschaltet und dafür Handregelung genutzt wird, dann zeigt das S-Meter ohnehin nichts an. Oder auf den Lowbands werden spezielle Antennen genutzt, wie Beverages oder kleine Loops, die bis zu 20 dB geringere Pegel liefern, so dass S-Meter-Rapporte völlig unzutreffend wären. Um den Betrieb zu vereinfachen und zu beschleunigen, sende einfach „59“ oder „5NN“, auch wenn das Signal sehr schwach ist. In CW wird oft nicht 599 sondern 5NN gesendet. Der Buchstabe N ist der Kurzcode für 9 und deutlich schneller gesendet als 9 (Cut Numbers).

Was sind "Cut Numbers"?

Im Morsealphabet bestehen alle Ziffern aus fünf Strichen oder Punkten. Zahlen zu senden verbraucht dadurch recht viel Zeit. Wenn man genau eine Zahl erwartet, kann man auch die abgekürzten Zifferncodes senden und so viel Zeit sparen.

Number Normal Morse     Cut Number        Equivalent character 
0 dah-dah-dah-dah-dah   dah               T 
1 di-dah-dah-dah-dah    di-dah            A 
2 di-di-dah-dah-dah     di-di-dah         U 
3 di-di-di-dah-dah      di-di-di-dah      V 
4 di-di-di-di-dah       di-di-di-di-dah   4 
5 di-di-di-di-dit       dit               E 
6 dah-di-di-di-dit      dah-di-di-di-dit  6 
7 dah-dah-dit-dit-dit   dah-dah-dit       G 
8 dah-dah-dah-di-dit    dah-di-dit        D 
9 dah-dah-dah-dah-dit   dah-dit           N 

Die abgekürzten Ziffern ersetzen Folgen von Strichen durch einen Strich (außer bei der 5).

Meist werden jedoch nur die Ziffern 9 und 0 abgekürzt. In Contesten wie z.B. dem WPX, bei dem der Austausch aus RST + NR besteht, hat es sich eingebürgert, die 599 als 5nn zu geben; die laufende Nummer wird hierbei 3-stellig gegeben, mit führenden Nullen und diese werden wiederum als T abgekürzt. Aus 599 020 wird also oft "5nn t20".

Was bedeutet es, wenn eine Station im CW-Contest "TEST DL6MHW" oder "DL6MHW TEST" sendet?

Das ist ein kurzer CQ-Ruf, der Anrufer möchte von anderen Stationen angerufen werden. TEST ist die Abkürzung für CONTEST. Ein vollständiger Anruf wäre "CQ CONTEST DE DL6MHW K". Da man, um viele QSOs zu fahren, alles Überflüssige weglässt, wirst Du meist die kurze Variante des CQ-Rufs hören.

Wie soll ich auf einen solchen Anruf antworten?

Sende einfach Dein Rufzeichen. Und zwar nur ein Mal, wenn die Bedingungen gut sind. Wenn die Bedingungen schlecht sind und wenig Andrang herrscht, evtl. auch zweimal und evtl. mit "de" davor, so dass sich die CQ-rufende Station auf Dein Signal einstellen kann, ehe der erste wichtige Buchstabe kommt. Auf keinen Fall sollte man folgendermaßen antworten: "DL6MHW DL6MHW DE JA3XYZ JA3XYZ JA3XYZ K". Die CQ-rufende Station kennt ihr Rufzeichen und meist ist sie auch in der Lage, das Call der anrufenden Station sofort korrekt aufzunehmen. Bei einem solch langen Anruf würde ein guter Contester sicher einen anderen Anrufer bevorzugen, evtl. schon ein anderes QSO komplettiert haben.

Welche Art von Antwort habe ich zu erwarten und was bedeutet sie?

Dein Rufzeichen, den 59/5NN-Rapport und eine vom Contest abhängige Kontrollnummer. Hier einige Beispiele:

  • "JA3XYZ 5NN14" im CQ-WW-DX-Contest, "5NN" ist der Rapport und "14" die CQ-Zone, in der DL liegt.
  • "JA3XYZ 5NNW37" im WAG-Contest, "5NN" ist der Rapport und "W37" der DOK, den DL-Stationen im WAG verteilen.
  • "JA3XYZ 5NN211" im WAE-Contest, "5NN" ist der Rapport und "211" die aktuelle QSO-Nummer
  • "JA3XYZ 5NN211 EU128" im IOTA-Contest, "5NN" ist der Rapport und "211" die aktuelle QSO-Nummer, und „EU128“ die IOTA-Nummer der Insel Fehmarn.
  • "JA3YXZ 5NN211/JO40AB" im UKW-Contest, "5NN" ist der Raport, "211" die aktuelle QSO-Nummer und "JO40AB" der QTH-Locator.

In CW wird die Null oft durch das Morsezeichen für T ersetzt. Oft wird die führende Null weggelassen so das aus der Zone „59905“ die „5NN5“ wird oder aus der Nummer „599007“ dann „5NN7“ wird. Die Nummer wird nur einmal gesendet. Bekommst Du sie beim ersten Mal nicht mit, so kann mit „?“ oder „NR?“ nachgefragt werden.

Wie sende ich meinen Rapport?

Du sendest Deinen Rapport gefolgt von der Kontrollnummer, also der Zone, dem DOK oder der Seriennummer. Es ist nicht notwendig, das eigene Rufzeichen zu wiederholen, wenn es von der Gegenstation korrekt aufgenommen wurde – das kann zur Verwirrung führen. Wenn das Rufzeichen fehlerhaft war, solltest Du Dein Call nochmal senden, damit es die Gegenstation korrigieren kann. Das könnte so aussehen „DL6MHW DL6MHW 599W37“.

Wie geht es weiter?

Die Station bedankt sich kurz und lässt einen CQ-Ruf folgen: "TU DL6MHW TEST". Das ist das Ende des QSOs. Du brauchst Dich als Anrufer nicht weiter zu bedanken. Kommt aber kein TU (oder einfach TEST..), ist zu vermuten, dass es Rückfragen gibt. Dranbleiben und zuhören. Stattdessen kannst Du weiterdrehen und die nächste Station anrufen. Falls Du versuchst, Namen oder QTH auszutauschen, wirst Du auf wenig Gegenliebe stoßen, es sei denn, Du bist ein seltener Multiplikator, mit dem sich der CQ-Rufer gut stellen möchte.

Wie frage ich nach, wenn ich die Nummer nicht sicher verstanden habe?

"NR?" ist ausreichend, oft tut es auch ein „?“ an der richtigen Stelle. Wenn man sie dann aufgenommen hat, kann man das mit einem „TU“ signalisieren.

Was bedeutet es, wenn eine angerufene Station mit "DUP" oder "B4" antwortet?

Das bedeutet, dass die Station Dich bereits auf diesem Band oder dieser Betriebsart im Log hat. "B4" steht für "before". Wenn man der Überzeugung ist, dass man diese Station wirklich nicht im Log hat, so kann es in betriebsschwachen Zeiten helfen nach Nummer oder Uhrzeit zu fragen um den Fehler einzugrenzen. Das kann auch im Interesse der Gegenstation sein, denn das fehlende QSO wird sicher bei der Auswertung gestrichen.

Bei den grossen internationalen KW-Contesten von der CQ oder ARRL spielen gearbeitete Dupes keine Rolle. Während der Auswertung werden die doppelten QSOs automatisch ohne Punktabzug gestrichen. Es macht daher keinen Sinn, als CQ-rufende Station den Anrufer darauf aufmerksam zu machen, dass bereits ein QSO geführt wurde, da meistens daraufhin Rückfragen kommen. Das führt nur zu Verzögerungen und kostet wertvolle Betriebszeit. Läuft ein schöner Pileup, wird dadurch der QSO-Rhythmus gestört und es könnte passieren, dass eine wartende Station weiterdreht, also ein QSO verlorengeht. Also einfach das Doppel-QSO machen und weiter gehts.

Wie sieht ein komplettes Contest-QSO aus? (KW)

Hier ruft ZS1AN CQ ("running") und DK3W antwortet. Das Rufzeichen in eckigen Klammern ist das der sendenden Station. In runden Klammern sind Bemerkungen nachgestellt. Das Beispiel bezieht sich auf den CQWW Contest.

[ZS1AN] TEST ZS1AN (Abgekürzt für "CQ CONTEST DE ZS1AN") 
[DK3W]  DK3W (Nur Dein Rufzeichen)
[ZS1AN] DK3W 5NN38 (aufgenommenes Call + RST + CQ-Zone)   
[DK3W]  5NN14 ("599" und Zone "14") 
[ZS1AN] TU ZS1AN  TEST (Danke und weiter gehts) 

Folgendermaßen sieht es aus, wenn die rufende Station das Call falsch aufnimmt:

[ZS1AN] TEST ZS1AN 
[DK3W]  DK3W 
[ZS1AN] DK3A 5NN38 (Oops, ZS1AN hat das Call falsch)
[DK3W]  DK3W DK3W 5NN14 (Korrektur und Austausch)
[ZS1AN] DK3W TU ZS1AN TEST (Bestätigung, Dank und weiter)

Die anrufende Station hat den berechtigten Wunsch, das eigene Call einmal korrekt zu hören. Bei schlechten Bedingungen und leisem Signal kann die anrufende Station deshalb zur Sicherheit auch erst mal nur erneut ihr Call senden - ohne Nummer, also:

[ZS1AN] TEST ZS1AN 
[DK3W]  DK3W 
[ZS1AN] DK3A 5NN38 (Oops, ZS1AN hat das Call falsch)
[DK3W]  DK3W DK3W (nur Call, um ZS1AN auf den Fehler aufmerksam zu machen)
[ZS1AN] DK3W 5NN38 (so, diesmal richtig)
[DK3W]  5NN14 TU (Antwort und TU als Bestätigung des RST)
[ZS1AN] TU ZS1AN TEST (Bestätigung, Dank und weiter)

Folgende Regeln haben sich für die anrufende Station bewährt:

  • Sende niemals den Rapport, wenn Dein Call noch falsch ist. Das mag zwar nervig sein, aber im Pileup kann es vorkommen, dass trotz wiederholtem Call der gleiche Hörfehler auftritt. dann wäre ZS1AN der Meinung, dass er DK3A gearbeitet hat und antwortet mit TU. Nach diesem TU bricht der Ansturm erneut los und Du hast keine Chance mehr, das noch zu korrigieren. Das gilt insbesondere für RTTY.
  • sende niemals TU, solange Dir noch irgend etwas fehlt.

Wie sieht ein komplettes Contest-QSO aus? (UKW)

Auf UKW geht es wegen den geringeren QSO-Raten meist etwas langsamer zu als auf Kurzwelle. Viele nehmen sich die Zeit und begrüßen die anrufende Station noch mit GM, GA, GE und geben Rapport, laufende Nummer und Locator zweimal. Ohne große Floskeln sieht ein (CW) QSO auf UKW so aus:

[DA0RC] CQ TEST DA0RC (Abgekürzt für "CQ CONTEST DE DA0RC") 
[DP4K]  DE DP4K (DE: "aufwachen, hier kommt einer", Dein Call)
[DA0RC] DP4K 5NN38 / JO41RG K (aufgenommenes Call, RST + Nr / Locator)   
[DP4K]  R UR 5NN002 / JO41DM K (Bestätigung, RST + Nr / Locator) 
[DA0RC] TU DA0RC TEST (Danke und weiter gehts)

Was ist eine Seriennummer?

Viele Conteste velangen die Übermittlung einer Seriennummer nach dem Rapport. Dies ist sozusagen die QSO-Nummer, die man beginnend bei 1 mit jedem QSO hochzählt. Meist ist sie dreistellig mit führenden Nullen. Aber auch vierstellige Nummern sind keine Seltenheit. In CW werden oft die abgekürzten Zeichen für Ziffern benutzt ("TT1" oder sogar "TTA" für "001"). Multi-Multi-Stationen zählen die Seriennummer auf jedem Band separat. So kannst Du auf 20 m die 451 erhalten und einige Stunden später auf 160 m die 143.

Was ist "Multiplier Passing" oder „Verschicken“?

Beim "Multiplier Passing" fordert man nach dem gerade getätigten QSO die Gegenstation dazu auf, auf ein anderes Band zu wechseln, mit der Absicht ein weiteres QSO mit ihr zu machen. Der Sinn hierbei ist es, schnell einen (möglicherweise weiteren) Multiplikator arbeiten zu können. Wird man selbst gefragt, so muß man selbst entscheiden, ob man der Station den Gefallen tun will (vielleicht ist das QSO ja für einen selbst auch ein neuer Multiplikator). Andernfalls kann man den Vorschlag natürlich auch höflich ablehnen.

Die anfragende Station schlägt meist eine konkrete Frequenz vor, auf die man zu wechseln gedenkt, also z.B. "PSE QSY 14055". Bei Multi-Multi-Stationen ist das die Frequenz der anderen Bandstation – man kann dort fast sofort hereinrufen und wird schnell gehört. Auf diese Weise kann man auch über mehrere Bänder geschickt werden. Diese Methode ist am wirkungsvollsten, wenn man anrufende Stationen um QSY bittet. Wenn jemand selbst CQ ruft, ist er meist nicht geneigt, die Frequenz zu verlassen, um sie nicht zu verlieren.

Was ist "Running"?

Wenn eine Station auf einer Frequenz sitzt, dort CQ ruft und eine Station nach der anderen arbeitet, nennt man das Running-Betrieb. Auf diese Weise kann man, wenn alles stimmt, sehr viele QSOs fahren und eine hohe Rate erreichen. Man braucht ein gutes Signal oder muss „attraktiv“ sein, um von anderen Station gefunden zu werden, wobei dies vom Contest und den aktuellen Bedingungen abhängt. Wenn man CQ rufen will, hört man wie auch sonst, ob eine Frequenzlücke auch wirklich frei ist, fragt dann (SSB) oder gibt QRL? oder nur ? (CW) und legt los. Wenn dann gleich oder kurz darauf eine andere Station kommt und sagt/behauptet, schon immer hier CQ gerufen zu haben (weil sie vielleicht für das Arbeiten eines Multis "kurz" woanders war), hängt der weitere Verlauf von den Temperamenten der Beteiligten ab - also offener Kampf, wer bei gleichzeitigem CQ-Rufen mehr Antworten bekommt oder Methode "Der Klügere gibt nach". Solche gelegentlichen Konflikte gehören vor allem bei Contesten mit hoher Beteiligung genauso dazu wie Stationen, die langsam von Nachbarfrequenzen immer näher an die eigene CQ-Frequenz heranrutschen, weil sie selber QRM ausweichen. Verbissene Dispute kosten meist mehr Zeit, QSOs und Nerven als ein QSY.

Im WAG kann man in CW mit QRP Running-Betrieb machen. Im WWDX reichen auf 20 m in SSB 750 Watt und ein kleiner Beam kaum aus. Folgende Faktoren verbessern die Chance, mit Running-Betrieb Erfolg zu haben:

  • CW statt SSB: gefühlte 10 dB
  • 750 Watt statt 100 Watt: gefühlte 10 dB
  • Beam statt Dipol: gefühlte 10 dB
  • Seltener Multi sein: gefühlte 10 dB (WAG reicht schon ein W-DOK, im WWDX ist es natürlich nützlich, in der Karibik zu funken; EU-Länder mit niedriger Contestbeteiligung sind aber auch sehr gefragt, z.B. OZ)
  • YL-Stimme (in SSB): gefühlte 10 dB

Am besten funkt man also als YL mit 750 (1500) Watt und Beam aus der Karibik! (Fast) alles machbar...

Für den erfolgreichen „Running“-Betrieb muss man auch einen guten, d.h. flotten bzw. flüssigen Betriebsstil zeigen. Wenn man mit vielfachen Nachfragen und Call-Nennungen nur langsam funkt, verlieren wartende Contester schnell die Geduld. Wenn Du kein seltener Multi bist, drehen sie wahrscheinlich weiter. Der im UKW-Contest teilweise übliche Betriebstil ist vielen KW-Contestern schon zu schleppend.

Was ist "Search and Pounce"?

Search and Pounce (S&P) bedeutet, über das Band zu drehen, nach Stationen zu suchen, die CQ Contest (oder TEST) rufen und sie anzurufen (zuzuschlagen), wenn man die rufende Station benötigt. Es ist der einfachste Weg für den Einsteiger ins Contesten. Man hat die Chance, so lange zuzuhören, bis man das Call der rufenden Station sicher hat. Man ist nicht unter Druck, man kann auf diese Weise recht viele QSOs in der Stunde machen und vor allem viele Multiplikatoren sammeln. Es lohnt sich auch, nach leisen Stationen zu lauschen, denn oft sind das gerade die DX-Multiplikatoren.

Was versteht man unter "Single Operator Two Radio"-Betrieb?

Obwohl es hierfür keine eigene Teilnahmeklasse gibt, benutzen einige Contester zwei Transceiver simultan. Dies wird als "Single Operator Two Radio" oder "SO2R" bezeichnet. Typischerweise wird mit einem Transceiver im Running-Betrieb gearbeitet, während man mit dem anderen Transceiver über ein anderes Band dreht und nach Multiplikatoren sucht. Dies ist z.B. möglich, wenn der Computer an der Running-Station gerade einen CQ-Ruf morst. Der technische Aufwand ist beträchtlich. Man benötigt räumlich und HF-mäßig entkoppelte Antennen und Stationen. Die Herausforderungen an die Betriebstechnik und die Psyche des OPs sind fast noch größer. Man muss in der Lage sein, voll konzentriert zwei verschiedene Signale zu entziffern und richtig zu reagieren. Zum Anhören von SO2R hat K5ZD seinen WW-DX-Einsatz im Jahr 2005 mitgeschnitten und in 30-Minuten-Schnipseln auf seine Homepage gestellt <ref>Audio-Mitschnitte von K5ZD, CQWWDX 2005: https://k5zd.com/cq-ww-cw-2005/ in CW und https://k5zd.com/audio-2005-cq-ww-ssb/ in SSB</ref>.

Was ist ein Sprint? (Weihnachtscontest)

Ein Sprint ist ein Contest, bei dem die CQ-rufende Station der anrufenden Station nach dem QSO die Frequenz überlässt, die nun ihrerseits mit einem CQ ein neues QSO initiiert. Damit wird vermieden, dass das Band von QRO-Stationen belegt wird. Beim Sprint ist es wichtig, das Call der CQ-rufenden Station sofort zu hören, denn oft gibt es keine zweite Chance, denn eine andere Station macht das QSO und die erste Station ist dann weg. Der populärste Sprint in DL ist der Weihnachtscontest, der vom DARC veranstaltet wird.

Was ist ein "QTC"?

Im WAE-DX-Contest gibt es neben den QSO-Punkten und Multipliktoren auch die Möglichkeit, QTC-Punkte zu erwerben. Ein QTC ist eine kompakte Information über ein zuvor getätigtes QSO. Es wird von einer DX-Station an eine europäische Station gesendet. Damit wird im Contest sozusagen ein echter Nachrichteninhalt übertragen. Hörbeispiele zum Ausprobieren gibt es auf der Webseite von DL1MGB.


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