Betriebstechnik

Aus BCC Contest- & Technik-Lexikon
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Grundlagen

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Im Contest geht es darum, so viele QSOs in einer vorgegeben Zeit wie möglich zu machen. Das heißt, die QSOs müssen so kurz wie möglich sein. Jede überflüssige Information verringert das Ergebnispotential, aber auch jede nicht gegebene Information, etwa wenn die Station, die auf der Frequenz weiterarbeitet, aus vermeintlicher Zeitersparnis ihr Rufzeichen nicht nennt und lediglich mit einem TU oder »dit dit« das QSO beendet. Dadurch werden Dupes oder Nachfragen provoziert. Im Zweifelsfall wird man die Station nämlich arbeiten. Dupes zuloggen ist kein Problem, sie werden halt einfach nicht gewertet. Aber sie kosten Zeit – für beide Stationen. Deshalb macht es auch absolut keinen Sinn, mit einer anderen Station über Dupe oder nicht Dupe zu diskutieren. Entweder das QSO war vorher von einer der beiden Stationen nicht richtig geloggt dann macht es Sinn, das QSO erneut zu loggen. Wenn es tatsächlich schon korrekt geloggt war, dann hat erneutes Loggen keine Auswirkung auf das Ergebnis. Die Diskussion hätte wegen der Zeitverschwendung diese Auswirkung schon. Das QSO muss korrekt geloggt sein. Durch die UBN-Auswertung haben sich schon manche Verschiebungen der Platzierung ergeben. Es kommt darauf an, ein geschultes und geübtes Gehör zu haben aber auch ohne zu »Schmieren« morsen und sprechen zu können. In vielen Contesten ist Cluster-Betrieb erlaubt. Den Meldungen kann man aber nicht vorbehaltlos vertrauen. Die Gefahr ist einfach zu groß, einen Hör- oder Schreibfehler eines anderen zu übernehmen und das passiert öfter als man sich auf den ersten Blick vorstellen kann. Die Station muss auf den bevorstehenden Contest eingerichtet sein. Die Möglichkeiten sind dabei natürlich oft arg begrenzt. Aber dann kann man sich zum »Gewinnen-wollen« auf solche Conteste konzentrieren, zu denen die Station passt. Für lokale bzw. Europa-Conteste braucht man nicht unbedingt hohe Monsterantennen. Mit einem Mehrelement 40 m-Fullsize-Beam wird man im Weihnachtscontest nicht sehr erfolgreich sein können. Niedrige Antennen haben einen steileren Abstrahlwinkel und produzieren in DL oder in EU bessere Signale als gestockte KW-Beams. Manche Conteste bieten Teilnahmeklassen für eingeschränkte Antennen an. Mit dem Transceiver muss der OP natürlich vertraut sein. Bei Multi-Op Betrieb ist das gar nicht so selbstverständlich. Zusatzgeräte wie Sprachrecorder oder automatische Antennenumschaltung können sehr hilfreiche Einrichtungen sein, sofern sie auch bediensicher sind. Ein ergonomisch eingerichteter Operator Platz beugt zu schneller Ermüdung vor, und eine gewisse Planung des Ablaufs, von den Bandöffnungen bis hin zur Planung der Schlafperioden sind für ein optimales Ergebnis unerlässlich. Eines der wichtigsten Werkzeuge ist das Logging-Programm. Der PC kann heute weit mehr als nur die Routinearbeit abnehmen, sondern dem Operator auch wertvolle Entscheidungshilfen für die Umsetzung der gewählten Strategie geben. Waren anfangs Contestprogramme nur mehr oder weniger komfortable QSO-Editoren mit eingeschlossenem Dupecheck, so sind sie heute zu regelrechten Contest-Management-Programmen geworden. Ständige Anzeigen der QSO-Rate und der Multiplikatorwertigkeit bis hin zu Bandmaps und Radio- oder Rotorsteuerung helfen dem Operator seinen Betrieb ständig zu optimieren und seine Entscheidungen den sich laufend verändernden Bedingungen anzupassen. Wie mit dem Radio muss man auch bei der Software mit den Funktionen vertraut sein, wenn man sie wirkungsvoll nutzen will. Aber gibt es da nicht genügend Conteste zum Üben? Wenn der PC die Routinearbeit abnimmt, entsteht natürlich Freiraum um die Betriebstechnik weiter zu entwickeln und zu verbessern. Single-Operator 2 Radio (SO2R) ist daraus entstanden. SO2R-Betrieb fordert ein Höchstmaß an Konzentration und technischer Ausstattung, kann aber mit zweimal Low Power den Kilowatts durchaus Paroli bieten. Die Einführung von Bandwechselbeschränkungen in manchen Contesten wird diesen Trend nicht aufhalten, sondern die Weiterentwicklung für den SO2R Betrieb auf ein und demselben Band stimulieren.

Planung und Strategie

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Eine gute, professionelle Planung eines Contesteinsatzes ist bestimmt kein Luxus oder Gaudi die ich mir leiste, sondern wird meine Wirksamkeit um Einiges erhöhen. Aber was soll ich denn da groß planen, wenn ich nur möglichst viele QSOs mit möglichst vielen Ländern arbeiten muss? Der Ansatz liegt bei »möglichst vielen« und den beiden Faktoren in der Gleichung: Score = QSO x Multiplikatoren. Bei 6-Band-Betrieb sind das schon 12 Faktoren. Alleine diese 12 Faktoren zu optimieren kann der Zufall nicht, höchstens die Evolution. Aber die braucht dafür Jahrmillionen. Ich muss das also selbst in die Hand nehmen. Wenn ich bei Allband-Betrieb mehr oder weniger der MUF folgen muss, um das optimale Band zu nutzen, werde ich bei Singleband-Betrieb nur der Sonne folgen müssen, um die Öffnung in die verschiedenen Gebiete der Erde maximal zu nutzen. Bei Singleband-Betrieb habe ich einen Freiheitsgrad weniger, was die Optimierung einfacher macht. Das verpflichtet mich aber dann dazu, alles auf diesem Band zu arbeiten was auftaucht. Es darf keine Entschuldigung geben, einen Multiplikator nicht gearbeitet zu haben, schon gar nicht, wenn der Konkurrent ihn hat. Es waren 48 Stunden ungeteilte Zeit und Gelegenheit. Ich muss mich auf einen Marathon einstellen. Natürlich muss ich das Band, das ich mir ausgesucht habe, gut kennen. Ich sollte Experte auf diesem Band sein. Ich muss wissen:

  • Zu welchen Zeiten sind Peaks in welche Gebiete zu erwarten?
  • Wann überhaupt ist mit Öffnungen zu rechnen?
  • Wie stark werden die Signale zu erwarten sein, die ich zu suchen habe?
  • Welche Vorzugsfrequenzen werden von welchen Ländern/Sprachgruppen verwendet?
  • Welche raren Stationen sind regelmäßig und vorzugsweise auf diesem Band, und zu welcher Zeit?
  • Welche Charaktereigenschaften hat das Band, und wie kündigen sich Wechsel in den Ausbreitungsbedingungen an?

Bei der Frage nach der Bandöffnung sind neben Erfahrung das Planungsprogramm »PP« [56] des BCC eine ausgezeichnete Hilfe. Auf der Basis dieser Zahlenwerte kann für jedes Band eine Bandöffnungskurve zu den wichtigsten Gebietenauf einem DIN A4 Blatt erstellt werden. Die Kurven der verschiedenen Funklinien, dargestellt in verschiedenen Farben, größere Signal zu Rauschabstände als Verbreiterung schraffiert, long path als negativen Kurvenlauf, ergeben ein erstklassiges Instrument, um während des Contestverlaufs einen ständigen Überblick über die augenblickliche Bandsituation zu haben. Die Kurve ist eine große Hilfe bei der Multiplikatorensuche und hilft vermeiden, dass zeitlich kurze Öffnungen z. B. nach KH6 im Getümmel einfach verschwitzt werden. Auch schon die Erstellung der Kurven kann einige Besonderheiten der Öffnungszeiten erkennen lassen, die beim einfachen Betrachten der Zahlenhaufen nicht so ohneweiteres zu sehen sind. Als Nächstes werde ich mir einen Zeitplan aufstellen. Nicht nur, um meine Pausen vorher festzulegen, sondern um mir eine ständige Kontrolle zu ermöglichen, ob ich mein gesetztes Ziel erreichen werde. Wer hat sich nicht schon nach der ersten Halbzeit gefragt: Wo liege ich denn? Ich zeichne mir eine Soll-Kurve, die mir zeigt, wie viele QSOs, Multiplikatoren und Gesamtpunkte ich zu jeder vollen Stunde haben werde. Während des Contests kann stündlich der Ist-Wert eingetragen werden. Aus dem Soll-Ist-Vergleich kann ich dann Maßnahmen ableiten. Die Vorgaben müssen natürlich wie alle Planungen realistisch sein, sonst verfehlen sie absolut ihren Zweck des Ansporns und der Regelfunktion. Bei dem Europarekord von LX7A konnte aufgrund des Soll-Ist-Vergleichs sogar ein Antennenproblem erkannt werden. Übrigens, auch 5000 m-Läufer rennen nicht einfach so schnell sie können. Sie haben auch einen Plan, wo sie zu welcher Zeit sein müssen. Wo ich die Plandaten hernehmen soll? Ich werde mich an den Vorjahresergebnissen oder an den zu schlagenden Konkurrenten orientieren und möchte besser sein; bei fallenden Sonnenflecken das Ergebnis eventuell nur halten. Ich weiß, zu welchen Zeiten welches Band läuft. Zusammen mit den Kurven der Linienvorhersagen lege ich Zeitspannen und Zeiträume zum Multiplikatorsuchen fest. Wenn ich im Verlauf des Contests feststelle, dass ich gut im Rennen liege, wird das ein ungeheurer Ansporn sein und mein Durchhaltevermögen stärken. Entferne ich mich von der Zielvorgabe, weiß ich dass meine Berechnungsgrundlagen für die QSO/Multi-Wertigkeit driften und ich kann ggf. meine Strategie korrigieren. Was ist QSO/Multi-Wertigkeit? Bei meiner Planung lege ich ein Ziel fest, z. B. knapp über dem Vorjahressieger. Damit weiß ich schon, wie viele QSOs und Multiplikatoren geboten, machbar und zu schlagen sind. Ich kann ausrechnen und abschätzen, welcher QSO-Schnitt gesamt und in verschiedenen Phasen erreicht werden kann/muss. Anhand des avisierten Zieles kann ich leicht errechnen, wieviele QSOs ein Multiplikator wert ist, und damit auch, wieviele Minuten verlorene QSO-Zeit er wert ist. Unter Berücksichtigung der Trefferwahrscheinlichkeit beim Suchen und der verschiedenen Bandbelebungsphasen kann ich jetzt errechnen, wie viele Minuten zu welchen Phasen ich in die Multi-Suche investieren kann. Formel für QSO Wertigkeit:t = Q/M * W/R Wobeit die Zeit in Minuten, Q die Zahl der QSOs, M die Zahl der Multiplikatoren, R die QSO-Rate in QSOs pro Minute und W der Zeitaufwand in Minuten pro Multiplikator ist, um einen neuen Multiplikator zu finden. Klar, dass ein gutes Contestprogramm mir diese Rechenarbeit abnimmt und ständig den aktualisierten Wert anzeigt. Ist mir dieser Mechanismus erst einmal klar, kann ich leicht bei Zielabweichungen korrigieren. Sicher werde ich damit nicht die Zahl der gearbeiteten Länder und QSOs exakt im Voraus errechnen können. Zu viele unkontrollierbaren Einflüsse und Störgrößen, nicht zuletzt auch eine Portion Glück bei der Multiplikatorsuche beeinflussen das Geschehen. Aber auf der Basis einer gut überlegten und gesunden Planung werde ich gezielt auf ein optimales Ergebniszusteuern!

Operating

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Eines der wesentlichsten Elemente ist, dass man seine Geräte (Radio) und seine Werkzeuge (Contestprogramm) kennt. Zunächst einmal muss man mit dem Empfänger vertraut sein. Jeden Schalter und Regler muss ich im Schlaf beherrschen. Erst wenn meine Ohren mit dem Empfänger eine Einheit bilden, kann ich auch das Letzte aus ihm herausholen. Jeder Empfänger hat sein eigenes Rauschen, seinen eigenen Charakter. Ich muss an ihn gewöhnt sein! Ich muss ihn spielen können, dann kann ich aus ihm Signale lesen, die andere kaum noch ahnen. Ich muss den VFO (oder die RIT) sofort in die richtige Richtung drehen können, wenn eine Station neben der Frequenz liegt und auch auf Anhieb die richtige Frequenz treffen, nicht erst einkreisen müssen. Ich muss Filter, Passband, Notch und alle Möglichkeiten des RX nutzen können, sinnvoll und auf Anhieb. Ohne erst ausprobieren zu müssen, muss ich wissen was passiert, wenn ich den QRMer auf die Filterflanke schiebe. Dafür reicht es bestimmt nicht aus, mal eben die Betriebsanleitung zu lesen. Man macht sich oft lustig über die vielen Tasten und Funktionen an modernen Radios und tut sie als total überflüssig ab. Der FT-1000MP ist eine echte Contestmaschine, für den Contest entwickelt. Wer kann wirklich damit umgehen? Ähnlich der Sender und die PA. Das Abstimmen muss in Sekundenschnelle geschehen. Eine Minute Abstimmversuche kann drei oder mehr QSOs kosten. Ich hab mal den WAE gegen YU3EY wegen 15 QSOs verloren! Es gab schon Unterschiede im Ergebnis zwischen 1. und 2. Platz wegen 1/2 QSO! Ein aufgeklebter Zettel hinter dem Abstimmknopf mit Markierungen der Einstellungen für jedes Band kann sehr hilfreich sein. Und ich muss wissen, auf welcher Frequenz mein Sendesignal liegt, und wie ich mein Signal in die Filterkurve der Gegenstation schieben kann. Das Zweitwichtigste ist mein Werkzeug, das Contestprogramm. Wie sind die Funktionstasten belegt? Bin ich überhaupt mit allen Funktionen vertraut? Zwar hat fast jedes Programm eine Online-Hilfe und wie wunderbar ist es dann, mitten im Contest eine neue Funktion zu entdecken. Aber die hätte man besser vorher finden und von Anfang an richtig einsetzen sollen. Auch hier hilft nur Üben, vorher Ausprobieren und wieder Üben. Auch hier helfen Sticker oder Aufkleber, mit denen man die Funktionstasten beschriften kann. Wenn man sich dann einmal an eine Belegung gewöhnt hat, sollte man die beibehalten. Nach Möglichkeit auch, wenn man mit anderen Programmen in anderen Contesten (z. B. RTTY) arbeitet. G3NOM will mich nie wieder mit einer deutschen Tastatur an HS0AC lassen. Bei der deutschen Tastatur sind gegenüber der englischen Y und Z vertauscht. Die Funktion »DEFINEKEY« hätte das Problem gelöst. Aber mein Fehler war,dass ich sie damals nicht kannte. Die Geräteanordnung auf dem Operatortisch: Wo früher das Papierlog und der Transceiver im Mittelpunkt standen, stehen heute die Tastatur und der Bildschirm. Das Radio wurde auf den zweiten Platz verdrängt. Papierloggen: Sollte noch jemand mit Papier loggen wollen, hier einige Tipps. Richtwert für die Schreibfläche: Das DIN A4 Log soll diagonal Platz haben. Rechts davon die Taste (natürlich nur für Rechtshänder), weiter rechts die QSO-Checkliste. Links neben dem Log die Multiplikatorcheckliste. Bei Allband-Betrieb auf einem Beistelltisch (links) vorbereitet Ablagekästchen für schnellen Logaustausch bei Bandwechsel. Der Empfänger/Transceiver soll leicht links der Operatorposition stehen. Die rechte Hand ist immer an der Taste bzw. am Log. Der Schreibstift (ein leichter Druckbleistift) wird nie aus der Hand gelegt. Somit müssen alle Empfängerregler mit der linken Hand bedienbar sein. Der gebenden und schreibenden Hand ist jederzeit absolute Priorität einzuräumen! Computerloggen: Im Mittelpunkt steht der Bildschirm in bequemer Augenhöhe. Auf Reflektionen von Lichtquellen (Fenster, Lampen) achten. Vor dem Bildschirm steht die Tastatur. Dort werden die meisten Operationen ausgeführt. Eine gute Tastatur ohne klemmende oder prellende Tasten ist wie bei der Morsetaste keine Fehlinvestition. Alles Papier ist bis auf einen kleinen Notizzettel verschwunden. Ein Bleistift liegt in greifbarer Nähe. Immer auf den gleichen Platz legen. Wenn er gebraucht wird, dann aber sofort ohne zu suchen. Das Radio steht rechts neben dem Bildschirm (für Rechtshänder), etwas nach vorne gezogen, sodaß die Regler bequem erreicht werden können. An der rechten Kante des Radios den CW Geber so hinstellen, daß er den Zugriff zum äußersten Regler des Radios nicht blockiert aber noch schnell erreichbar ist. Er wird nicht so oft gebraucht werden. Aber wenn doch, dann muss er da sein und nicht erst herbeigezogen werden müssen. Die Fläche vor dem Radio bleibt frei, so dass alle häufig zu bedienenden Regler mit aufliegendem Arm bequem erreichbar sind. Das ist die Voraussetzung für einen ermüdungsfreien Dauerbetrieb. Die Regler sollen zur Tischplatte hin aber auch genügend Freiraum haben, so dass man –ohne die Fingerknöchel abzuschaben – daran drehen kann. Das Rotorsteuergerät soll links stehen. Das Drehen der Antenne dauert manchmal recht lange und Rechtshänder können sich so in dieser Zeit die rechte Hand für kompliziertere Bewegungen wie Bandwechsel oder loggen frei halten. Wird eine Speichertaste verwendet, diese ebenfalls links hinstellen, dann kann während der Sendung bequem die Geschwindigkeit variiert werden. Rechts stehen dann Geräte, die einen komplizierteren Bedienungsablauf brauchen, wie z. B. der Transceiver. Dass ich meine Taste beherrschen muss, ist wohl selbstverständlich. Rutschfester Stand und Reinigen der Kontakte sollen aber auch nicht vergessen werden. Der Kopfhörer soll leicht sein, federleicht. Diese klobigen, schweren Stereohörer schirmen zwar gut gegen Lokal-QRM ab, sind aber wahrhaftige Konditionskiller und verursachen Genickstarre (außer bei Leuten, die im regelmäßigen 12-Stunden-QRL Blechhüte tragen!). Ich spanne meinen Kopfhörer vor dem Contest über einen Globus. Das mindert den Spanndruck. Nach 48 Stunden meine ich trotzdem, die Ohrmuscheln würden bei der kleinsten Berührung abbrechen. Vorsicht: Bei leisen Signalen dreht man die NF auf und vergisst, die Lautstärke wieder zurückzunehmen. Das kann auf die Dauer zu Gehörschäden führen. Ich habe mir auf diese Weise ein Frequenzloch eingebrannt. Zwar kann ich das jetzt als erstklassigen Notchfilter verwenden, es muss aber nicht unbedingt nachgeahmt werden. Mittlerweile habe ich mich auf Lautsprecherbetrieb umgestellt und höre genauso gut, vorausgesetzt, der Lautsprecher steht links. Lautsprecher-betrieb bietet eine weitere, kaum bekannte Möglichkeit: Durch leichtes Hin- und Herdrehen des Kopfes kann die unterschiedliche Phasenlage verschiedener NF-Frequenzen beim Auftreffen auf die Ohren dazu benutzt werden, unerwünschte Signale auszublenden. Für den SSB-Betrieb ist bei Computerloggen unbedingt eine Kopfhörer-Mikrofon-Garnitur und ein Fußschalter notwendig. Es müssen beide Hände frei bleiben, sodass auch beim Sprechen geloggt werden kann. Bei VOX Betrieb könnte gerade im entscheidenden Moment durch ein Störgeräusch der Sender anspringen. Nicht zuletzt ist eine bequeme Sitzgelegenheit und genügend Beinfreiheit fürstundenlanges Ausharren äußerst wichtig! Entspannte Haltung. Bei meinem Weltrekordversuch 1987 bei EA8ID musste mir meine XYL bei Halbzeit eine Stunde die Schultern massieren und mit so einem scheußlich kaltem Krampflösespray behandeln. Das mit »still 27 hours to go!« und noch ach so fern vom Ziel. Noch einige Bemerkungen zu Antennen: Viele Elemente bringen zwar einen schönen Gewinn, aber auf Kosten des Öffnungswinkels. Wer hat noch nicht davon geträumt, für den Contest einen Rundstrahler mit 20 dB Gewinn zu haben? Leider gibt’s den nicht. Es kommt hier ganz auf den einzelnen Contest an, welche Antennenkonfiguration besser ist. Im ARRL braucht man als Europäer nur eine Antennenrichtung, genau wie eine außereuropäische Station im WAE die Antenne nicht zu drehen braucht, und nichts spricht gegen 6 und mehr Elemente. Müssen aber Multiplikatoren aus allen Richtungen geloggt werden (und Europa liegt nun mal im Mittelpunkt der Contestwelt), würde ich gestockte Systeme einer Antenne mit vielen Elementen vorziehen. Einige Elemente mehr können eine bescheidene Lage nicht ausgleichen! Ein größerer Öffnungswinkel der Antenne allerdings kann mir zu mehr Multiplikatoren verhelfen. Eine andere oft praktizierte Lösung großer Conteststationen ist eine separate Multiplikator-Antenne. Der Rotoranschlag bei 360° oder 180° ist nicht unbedingt vorteilhaft. 180° ist sogar äußerst ungünstig für Europa. Von Ost- nach West-Afrika braucht einüblicher Rotor fast eine Minute Drehzeit! Wenn das Band nach Afrika offen ist, dann ist es nach Ost- und nach West-Afrika offen. Für 360° Rotoren hat sich der Anschlag bei 20° bewährt. Dort liegt ungefähr die Grenze zwischen Long und Short Path in den Pazifik, und ein Umschwenken dauert so nur 180°! Allerdings sollte man sich die korrigierten Gradzahlen auf die Großkreiskarte schreiben.Denn nach 12 Stunden kann man diese 20° rechnerisch nicht mehr beherrschen. Die ganze Kraft soll sich auf den Betrieb konzentrieren und nicht auf Kopfrechnen. Noch besser ist natürlich ein Rotor mit einem Drehbereich von beispielsweise 450°. Aber auch dann schreibt man vielleicht besser die Gradzahlen über 360° noch mal hin.

CQ-Rufen

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Es gibt zwei prinzipielle Möglichkeiten des Contestverkehrs: 1. Calling (CQ rufen) 2. Search & Pounce (S&P, Stationen selber suchen) Die erste Variante, Calling, wird mir bei gutem Signal, guter Betriebsweise und halbwegs attraktivem Rufzeichen eine höhere QSO-Rate (1 bis 6 QSOs/Minute) einbringen als S&P. Es ist recht bequem, Serien zu fahren und macht sehr viel Spaß ein Pile-up zu bewältigen, begehrt zu sein. Stundenlanges Pile-up gut zu bewältigen wird mir aber nicht unbedingt den Sieg einbringen. Es werden Multiplikatoren fehlen. Was tun? Ein großer Teil der Multiplikatoren, die sogenannten Standards, aber auchsehr rare Stationen werden mich im Pile-up anrufen. Ich muss sie aber auch hören! Allzu oft werden die Exoten von den Big Guns zugedeckt, denn als Exote braucht man nicht diesen Materialaufwand zu betreiben. Ihr großer Nachteil ist außerdem, dass sie aus einer anderen Antennenrichtung kommen. Wie oft konnte ich schon beobachten, wie ein »seltener Vogel« versucht hat, ein Pile-up zu knacken. Ohne Chance, wenn die Antenne des »CQers« zu weit ab steht, oder dessen Antennenöffnungswinkel zu schmal ist. Man kann, nein man muss dem entgegen wirken. Man achte bewusst auf schwache Stationen und auf Prefixe. Die meisten Länder haben jetzt glücklicherweise für Gastlizenzen den Landespräfix vor das Heimatrufzeichen gestellt. Ein Bruchstrich erweckt immer Aufmerksamkeit und verheißt etwas Besonderes. Nur wird leider unsinnigerweise (und bei uns als Verstoß gegen die VO Funk) von manchen Stationen ein »/QRP« an das Rufzeichen angehängt. Leider bringt es keinerlei Vorteil darauf hinzuweisen, dass man leise sein möchte, aber es ist Verschwendung wertvoller Zeit. Wenn ich die Station höre, werde ich sie arbeiten, auch wenn sie leise ist. Wenn es extra Punkte für QRP-Stationen gibt, dann geht das aus dem Contest-Austausch hervor (z. B. bei QRP Contesten). Weiterhin kann man regelmäßig die Antenne leicht zur Seite drehen, um vielleicht einen Multiplikator herauszuhören. Zeitabstände von 30 Minuten oder mehr sind dabei bestimmt zulange. Selbst der Geduldigste wird dann schon weitergedreht haben und sich denken »lousy operator«. Hat man ein großes Pile-up, schadet das Wegdrehen überhaupt nicht. Es kann vielmehr helfen, das Pile-up zu reduzieren, was die QSO-Rate wieder erhöht, denn bei großen Pile-ups muss öfter ein Rufzeichen nachgefragt werden. Als Nächstes sollte ich gelegentlich, nämlich nach meinem Fahrplan, Multiplikatoren »locken«, d. h. die Antenne auf das jeweilige Zielgebiet richten und dann mit verminderter Tastgeschwindigkeit bzw. in der jeweiligen Landessprache rufen. Die Zielgruppe, die ich jetzt anlocken will, wird kaum das CW bis zur Perfektion beherrschen. Der OM, den ich suche, hat einfach nur Spaß daran und wird übers Band drehen, um etwas Interessantes zu finden, wird also nicht in den Contest einsteigen. Ihm muss ich mich anbieten, es ihm leicht machen mich anzurufen. Ich muss ihn zu einem Anruf »verführen«!

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==Was ist "Running"?==

Wenn eine Station auf einer Frequenz sitzt, dort CQ ruft und eine Station nach der anderen arbeitet, nennt man das Running-Betrieb. Auf diese Weise kann man, wenn alles stimmt, sehr viele QSOs fahren und eine hohe Rate erreichen. Man braucht ein gutes Signal oder muss „attraktiv“ sein, um von anderen Station gefunden zu werden, wobei dies vom Contest und den aktuellen Bedingungen abhängt.
Wenn man CQ rufen will, hört man wie auch sonst, ob eine Frequenzlücke auch wirklich frei ist, fragt dann (SSB) oder gibt QRL? oder nur ? (CW) und legt los. Wenn dann gleich oder kurz darauf eine andere Station kommt und sagt/behauptet, schon immer hier CQ gerufen zu haben (weil sie vielleicht für das Arbeiten eines Multis "kurz" woanders war), hängt der weitere Verlauf von den Temperamenten der Beteiligten ab - also offener Kampf, wer bei gleichzeitigem CQ-Rufen mehr Antworten bekommt oder Methode "Der Klügere gibt nach". Solche gelegentlichen Konflikte gehören vor allem bei Contesten mit hoher Beteiligung genauso dazu wie Stationen, die langsam von Nachbarfrequenzen immer näher an die eigene CQ-Frequenz heranrutschen, weil sie selber QRM ausweichen. Verbissene Dispute kosten meist mehr Zeit, QSOs und Nerven als ein QSY.

Im WAG kann man in CW mit QRP Running-Betrieb machen. Im WWDX reichen auf 20 m in SSB 750 Watt und ein kleiner Beam kaum aus. Folgende Faktoren verbessern die Chance, mit Running-Betrieb Erfolg zu haben:
*CW statt SSB: gefühlte 10 dB
*750 Watt statt 100 Watt: gefühlte 10 dB
*Beam statt Dipol: gefühlte 10 dB
*Seltener Multi sein: gefühlte 10 dB (WAG reicht schon ein W-DOK, im WWDX ist es natürlich nützlich, in der Karibik zu funken; EU-Länder mit niedriger Contestbeteiligung sind aber auch sehr gefragt, z.B. OZ)
*YL-Stimme (in SSB): gefühlte 10 dB
Am besten funkt man also als YL mit 750 (1500) Watt und Beam aus der Karibik! (Fast) alles machbar...

Für den erfolgreichen „Running“-Betrieb muss man auch einen guten, d.h. flotten bzw. flüssigen Betriebsstil zeigen. Wenn man mit vielfachen Nachfragen und Call-Nennungen nur langsam funkt, verlieren wartende Contester schnell die Geduld. Wenn Du kein seltener Multi bist, drehen sie wahrscheinlich weiter. Der im UKW-Contest teilweise übliche Betriebstil ist vielen KW-Contestern schon zu schleppend.

Search & Pounce

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Zur Betriebsart S&P sollte man spätestens dann übergehen, wenn die QSO-Rate unter einen bestimmten Schnitt fällt, der je nach Contest, Band und Tageszeit verschieden ist. Bei ausreichendem Angebot an Stationen kann ich auch mit S&P einen Schnitt von 1 bis 2 QSO/Minuteoder sogar mehr erreichen. Jetzt wird sich der Dupe-Check des Contestprogramms als ungeheuer wertvoll erweisen, ja sogar notwendig sein. Und jetzt kann ich meinen zweiten VFO voll zur Wirkung bringen. Ich sollte nämlich nicht unötig auf einer Frequenz warten, bis ein QSO endlich abgeschlossen ist, sondern augenblicklich mit dem zweiten VFO weitersuchen. Mit etwas Geschick und Übung geht das sehr flott, die QSO-Rate kann wieder steigen. Viele Stationen arbeiten in einem Rhythmus und ich kann mich dann leicht einfühlen, wann das QSO zu Ende sein wird. Es hat mir schon mal den Vorwurf eingebracht, ich würde mit zwei Sendern gleichzeitig arbeiten, weil mein Signal am oberen, das andere am unteren Bandende war. Für den Beobachter war nicht auszumachen, daß die Sendungen abwechselnd erfolgten. Man kann sogar während eines QSOs, wenn der Partner nicht zuden allerschnellsten gehört, schon den nächsten anrufen, sozusagen zwei QSOs gleichzeitig fahren, obwohl man nur einen Sender hat. Sehr hilfreich ist bei dieser Technik die Funktion »BandMap« eines Contestprogramms mit Radiosteuerung. Jede Station wird mir mit der Frequenz angezeigt, auf der sie zuletzt gearbeitet hat und ob ich sie bereits geloggt habe. Gefüllt wird die Bandmap mit Stationen, die ich gearbeitet habe, mit Stationen, die ich ohne sie zu loggen eingegeben habe (z. B. <CTRL>-<Enter> bei Wintest), oder die im Packet-Cluster gemeldet waren (nur bei Assisted oder Multi-OP möglich). Ich muss dann nicht immer warten, bis die Gegenstation endlich ihr Rufzeichen gibt, sondern kann gleich entscheiden, ob es die Station in der Bandmap sein könnte. Die Einträge in der Bandmap werden nach einer bestimmten Zeit gelöscht, weil sie bald veralten. Dass diese Betriebsart sehr kräftezehrend ist, wird man mir wohl glauben. Sie kann aber auch sehr wirkungsvoll sein. Denn bei S&P werden die meisten Multiplikatoren gefunden. Nämlich diejenigen, die nur kurzfristig da sind, die nur Punkte vergeben möchten und dabei den bequemeren Weg des »Callers« vorziehen. So mühsam das S&P auch sein mag, es ist bitter notwendig. Man darf sich durch Pile-ups und lange Serien auf keinen Fall in einen Contest-Rausch hineintreiben lassen und das S&P vergessen. Deshalb den Fahrplan aufstellen und sich notfalls zwingen, eine Serie abzubrechen. Übrigens, man kann auch als »Caller« mit dem Zweit-VFO nebenbei Stationen suchen, falls nicht gerade ein Pile-up zu bewältigen ist! Sogar auf einem anderen Band, wenn man eine Multiband Antenne oder eine automatische Antennenumschaltung hat. Besonders in der Low-Power Klasse wird das S&P die Hauptbetriebsart sein. Bei der immer dichter werdenden Belegung der Bänder ist es schwer, eine Frequenz längere Zeit zu halten. Die Rate wird aber sinken, wenn das Band einmal abgegrast ist. Hier hilft es, oft das Band zu wechseln. Ich bin dann öfter auf einem frischeren Band und vor allem, ich bin ständig auf allen offenen Bändern präsent und es kann mir so kaum etwas entgehen (das Erfolgsrezept des CW Fielddays). Hier wird das revolutionäre an der modernen Computertechnik im Contest deutlich: Früher musste der Bandwechsel gedrillt werden, um auch bei Übermüdung jeden Griff in der immer wiederkehrenden Reihenfolge durchzuführen. Bei guter Übung dauerte er aber trotzdem zwischen 20 und 40 Sekunden. Heute geht der Bandwechsel mit einem einzigen Druck auf die Band-Taste des Transceivers: der 100 W Transceiver braucht keine Senderabstimmung, die Endstufe stimmt wie der Antennentuner automatisch ab, das Contestprogramm führt bei Radiosteuerung automatisch das Band im Log nach und der Antennenschalterschaltet automatisch aufgrund der Bandinformation vom Transceiver oder vom PC auf die richtige Antenne. Der Bandwechsel dauert nicht mal eine Sekunde. Bei 200 Bandwechseln in einem 48 Stunden Contest (ca. alle halbe Stunde) sind das ca. 6000 Sekunden oder 100 Minuten gewonnene Zeit, bei einer Rate von 2QSOs/Minute sind das beachtliche 200 zusätzliche QSOs. Bei einer Summe von 500 Multiplikatoren in diesem Contest können 17 mehr Multiplikatoren erwartet werden. Wen wundert’s also, dass die Scores immer weiter steigen. Das zeigt aber auch, es muss nicht immer eine größere Endstufe ran, um das Ergebnis zu verbessern. Entscheidend ist und bleibt die Betriebstechnik. Die Computerunterstützung setzt immer mehr Zeit- und Kraftreserven bei dem Operator frei, die sinnvoll genutzt zu immer höheren Scores führen. Diese Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen und wird uns auch in der Zukunft noch einiges bescheren.

Erfolgreicher SSB-Betrieb

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

In SSB-Contesten erfolgreich zu sein bedeutet

  • klar und eindeutig, knapp und präzise, der Situation angemessen zu sprechen,
  • auch unter schwierigen Umständen wirkungsvoll Rufzeichen und QSO-Nummern zu übermitteln, und
  • sich auf sein Gegenüber oder das Pile-up einzustellen und es so zu dirigieren, dass eine maximale QSO-Rate erreicht wird.

Mehr dazu auf der Seite Erfolgreicher SSB-Betrieb

Erfolgreicher CW-Betrieb

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Der große Vorteil der Betriebsart CW im Contest ist die geringere Beeinträchtigung durch QRM – vorausgesetzt man verfügt über entsprechende CW-Filter. Durch die begrenzte Bandbreite von CW finden selbst in einem schmalen Bandsegment wie dem 40m-Band sehr viele Stationen nebeneinander Platz. Auch ist die Sendeleistung bei Telegrafie nicht ganz so entscheidend, korrektes Timing, Aufmerksamkeit und Konzentration werden hier besser belohnt als beim SSB-Betrieb. Heute wird Morsetelegrafie weitgehend aus dem Contestprogramm direkt erzeugt. Nur wenige OMs greifen noch zur Morsetaste und dann nur, wenn eine besondere Situation es erfordert. Viele brauchen nicht mal mehr das, sondern nutzen dann den sog. Keyboard-Modus.

Mehr dazu auf der Seite Erfolgreicher CW-Betrieb.

Erfolgreicher RTTY-Betrieb

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen; mechanischer RTTY-Betrieb auslagern)

Mehr dazu auf der Seite Erfolgreicher RTTY-Betrieb

Single-Operator-Betrieb

Single Operator ist nicht nur die älteste, sondern auch die meist verbreitete Klasse aller Conteste. Man genießt die ungeteilte Freude eines Erfolgs, ist aber auch der Alleinschuldige, falls es nicht so gelaufen ist, wie geplant. Eine besondere Herausforderung ist es, als Single Operator in der Low Power-Klasse – üblicherweise ist dabei die Ausgangsleistung auf 100 W begrenzt – teilzunehmen. Darüber, worauf auf dem Weg zu einer erfolgreichen Contest-Teilnahme als SOLP zu achten ist, handelt das nächste Kapitel. Freilich, die eine oder andere Ausführung wird man mit Sicherheit auch in der High Power-Klasse hilfreich finden.

Mehr dazu auf der Seite Single-Operator-Betrieb

Multi-Operator-Betrieb

Die vorausgegangenen Informationen in diesem Kapitel betreffen Betriebstechnik allgemein, unabhängig von der Teilnahmeklasse. Hier wird nun auf Besonderheiten beim Multi-Operator-Betrieb eingegangen.

Mehr dazu auf der Seite Multi-Operator-Betrieb

Assisted oder Non-Assisted

Logistik und Ergonomie

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Unter Logistik verstehen wir die Bereitstellung allen Materials, welches einen reibungslosen Contestbetrieb ermöglicht. Das beschränkt sich nicht auf die Geräte, es beinhaltet auch die Verpflegung mit leichter, vorbereiteter Kost und Getränken. Die hier aufgeführten Punkte sind keineswegs vollständig und sollen nur ein Anreiz zum Nachdenken sein! Fangen wir bei dem Operator an. Dessen Hauptfeind ist die Müdigkeit. Deshalb muss alles nur Denkbare getan werden, um einer zu schnellen Ermüdung vorzubeugen. Leider kann man nicht »vorschlafen«. Das Mindeste aber ist, dass man ausgeschlafen ist und keine durchzechte Nacht hinter sich hat. Die Betriebsumgebung muss so angenehm wie möglich sein. Keine Einladung zum Nickerchen, aber ich muss locker und bequem sitzen können und genügend Bewegungsfreiheit haben. Alle Bedienelemente müssen in gut erreichbarer Nähe sein. Die Stunde wird kommen, wo ich zu müde bin, um schon wieder mit dem Zweit-VFO suchen zu wollen, oder wo das Heben der Hand, um eine Taste ander Elektronik zu betätigen, eine schiere Überwindung kostet. Dieser Zeitpunk tmuss so weit wie möglich hinausgezögert werden. Für gute Belüftung sorgen, nicht der Geräte wegen. Sauerstoff hilft gegen Abschlaffen. Bei Sauerstoffmangel droht schleichende Müdigkeit. Wenn der Sekundenschlaf beim CQ einsetzen sollte, einmal aufstehen und im Stehen weiterfunken. Leichte Kost! Öfter und weniger essen. Keinen Druck auf den Magen kommen lassen. Langsam auch bei Getränken. Die müssen ja wieder raus und wie gesagt, eine Minute kann 3 oder mehr QSOs kosten. Die Happen rechtzeitig vorbereiten oder vorbereiten lassen. Keine Zeit mit Butterbrotschmieren verplempern. Vorsicht mit Bohnenkaffee! Zwar macht der im Augenblick recht munter und hält die Augen eine zeitlang offen, jedoch kann ich mich damit nicht zwei Tage auf den Beinen halten! Nämlich mit voller Konzentration und mit äußerster Anspannung, ohne ein »Umkippen« des Körpers befürchten zu müssen. Der Kipppunkt wird je nach Kondition irgendwann am Sonntag Mittag sein. Coca-Cola ist so gut wie Gift. Der Zucker macht durstig und setzt einen zeitraubenden Kreislauf in Gang. Traubenzucker oder Schokolade kann dagegen verbrauchte Energie sofort zurückbringen. Eine Leselampe erweist sich als sehr wirkungsvoll im Kampf gegen die Müdigkeit. Helles weiches Glühlampenlicht, Beleuchtungsstärke ca. 500 lx – keine Leuchtstofflampe. Die Lampe so anbringen, dass sie keine Reflexionen am Computer-Monitor oder an den Geräten hervorruft! Ich sollte meine Kondition einschätzen können und wissen, wie viel Schlaf ich brauche, um voll reaktionsfähig zu bleiben, und um die erforderliche Ruhepause in eine Zeit der geringsten Bandaktivität zu legen. Diese Ruhepausen tendieren bei jungen OPs gegen Null und steigen mit zunehmendem Alter tatsächlich an. Kriterium sollte sein: Kann ich am Sonntag früh auf 15 m hunderte verschwindend schwache Japaner noch ohne Schwierigkeiten lesen? Die Schlafforschung hat ergeben, dass der Mensch zyklisch 90 Minuten Tiefschlaf und eine kurze Periode Flachschlaf durchläuft. Aus der Tiefschlafphasegerissen ist man todmüde. Während der Flachschlafphase geweckt ist man fit. Probieren Sie das mal aus: Wenn Sie morgens 30 Minuten vor der Weckerzeit von selbst aufwachen und aufstehen sind Sie fit (Sie können ja die 30 Minuten am Radio spielen), wenn Sie sich noch einmal umdrehen und in die nächste Tiefschlafphase sinken sind Sie beim Weckerrasseln todmüde. Was sehr wichtig ist: Die innere Einstellung zum Wettbewerb, der Kampfgeistund der Wille zum Sieg. Eine gewissenhafte Vorbereitung und Betriebsplanung kann die angemessene Motivation bringen. Aber auch mentales Training, geistiges Vorverarbeiten der kommenden Ereignisse sollte nicht als lächerlich abgetan werden! Oft versuche ich, schon 30 Minuten vor Contestbeginn mit allen Vorbereitungen fertig zu sein und sitze ruhig da, sammle mich, gehe die einzelnen Phasen in Gedanken durch. Fange dann langsam an, mich auf dem Band zu orientieren – wo sind die Multiplikatoren – oder ich lasse den Rest der Welt wissen: Da bin ich!


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==Wie sieht eine ergonomische Station aus?==

Eine Station ist dann ergonomisch, wenn alle wichtigen und sinnvollen Handgriffe auch nach 23 Stunden Funkbetrieb ohne Mühe bewältigt werden können. 

*Wichtige Bedienelemente wie Antennenumschalter oder VFO-Knopf, aber auch Filterwahl und RIT sollten leicht zugänglich sein, sich z.B. da befinden, wo die rechte Hand aufliegt. 
*Grosse Funkgeräte haben grosse Knöpfe und lassen sich leichter bedienen. Man muss nicht durch drei Menü-Ebenen navigieren, um ein anderes Filter auszuwählen. Dazu hat man nach 23 Stunden nämlich keine Kraft mehr.
*bei einem M/S, M/2 oder M/M Contest mit mehreren Transceivern ist es geschickt, wenn alle Transceiver identisch sind. So können die Operator leicht an jedem Platz arbeiten, ohne sich neu auf den jeweiligen TRX einstellen zu müssen. Ein TenTec Orion bedient sich nun mal etwas anders als ein FT-1000. 
*Der Computer darf den Blick auf den TRx nicht verstellen. Ein Notebook sollte für Rechtshänder also eher links stehen.
*Eine normalgroße Tastatur und eine Maus sind leichter zu bedienen als eine kleine Laptop-Tastatur mit Touchpad. Ausreichend Platz auf dem Tisch ist sehr hilfreich.
*Ein ordentlicher Bürostuhl macht das lange Sitzen erträglicher.
*Reflexfreie oder -arme Beleuchtung verhindert Augen-ermüdende Reflexe auf dem Monitor, Flatscreen ist dabei empfehlenswert, auch wegen der relativ großen Störfestigkeit.
*große Monitore sind zu empfehlen - auf einem 19-Zoll-Display sind die Buchstaben einfach größer und leichter zu lesen als auf einem 14-Zoll-Laptop. 
*Fliegengitter vors Fenster! Es gibt nichts Nervigeres als Mücken (und die telefonierende XYL, hi) im Shack und diverse Krabbeltiere in der PA, besonders im Hochspannungsteil! 
*bequeme Kleidung 
*vorher für möglicherweise notwendige Heizung oder Hilfsmittel sorgen - das vermeidet kalte Füße um 04:00 Uhr morgens.
* VOX- und PTT-Betrieb am Mike sind oft hinderlich oder unbequem. LTT (Latsch To Talk), also ein Fussschalter erleichtert den Betrieb ungemein!

Ethik

(aus dem BCC-Handbuch, unbedingt überarbeiten und ausdünnen)

Keine andere Sportart stellt derart hohe Ansprüche an die Ethik und Charakterfestigkeit der Wettkampfteilnehmer wie der Contest. Dazu möchte ich einige Gedanken aufgreifen, die K5ZD in einem Leitartikel des National Contest Journal[48] der ARRL formuliert hatte:

Der Contest als Gesamtleistung setzt sich zusammen aus den Geräten wie Empfänger, Sender, Antennen und dem Können des Operators. Das Log ist eine Aufzeichnung der erbrachten Leistungen während des Contests. Die technische Ausrüstung, der Standort usw. beeinflussen das Ergebnis ohne Frage, wie bei anderen Sportarten solche Einflüsse auch existieren. Aber was letztendlich den Ausschlag gibt, das ist der Operator! Wer ein Contestlog einreicht, bestätigt mit seiner Unterschrift – mit seinem Ehrenwort – dass er die Regeln des Wettbewerbs eingehalten hat. Genau so vertraut jeder Teilnehmer darauf, dass der andere sich an die Regeln hält. Dieses gegenseitige Vertrauen schafft die Voraussetzung dafür, dass Conteste überhaupt möglich werden. Im Contest gibt es keinen Schiedsrichter, der die Teilnehmer in all seinen Aktionen beobachtet und beurteilt, um dann einen Sieger zu ermitteln. Einzig und allein das geschriebene Log des Teilnehmers, seine eigenen Aufzeichnungen zum Verlauf des Wettbewerbs, können zur Ermittelung des Siegers herangezogen werden. Das Log enthält lediglich Rufzeichen, Rapporte und Zeiten. Es sagt nichts über die Strapazen, Störpegel, die Erschöpfung oder die Freude bei jeder einzelnen Verbindung. Der Auswerter erwartet ja auch eine nüchterne und exakte Aufzeichnung dessen, was an Verbindungen getätigt worden ist. Diese Aufzeichnungen sollen auf das Können des Teilnehmers schließen lassen. Die Kontrollfunktion des Auswerters konzentriert sich auf die Aufdeckung von Fehlern. In den meisten Fällen ist das auch der Fall. Die Mehrzahl der Contester beachtet die Regeln und arbeitet schlicht nach bestem Wissen und Gewissen. Sie nehmen zu ihrem eigenen Vergnügen am Contest teil, geht es doch anscheinend nur um Diplome, Trophäen oder Selbstbestätigung im Wettkampf. Wie wir jedoch alle wissen geht es doch um mehr als nur Diplome, sonst würde es den Contest als Wettkampf gar nicht geben. Es geht um Erfolg, Ansehen, Ehre. Weil nämlich Menschen beteiligt sind, Persönlichkeiten und Ichs. Der Wettkampf ist das Re-sultat des persönlichen Wunsches, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, sich mit anderen zu messen und besser zu sein. Wenn nun bei der Austragung dieses Wettkampfes nie jemand dabei ist, der die Aktionen bewertet, wenn man immer alleine ist, kommt dann nicht die Versuchung, sich durch kleine Schwindeleien einen Vorteil zuverschaffen? Die Regeln der Conteste sind sehr kurz gehalten und lassen sich deshalb in vielfältiger Weise interpretieren. Das kommt noch zu der oben genannten Versuchung hinzu. Dies alles erfordert von jedem Teilnehmer, seine eigene ethische Grenze zu setzen. Und persönliche ethische Entscheidungen gibt es so viele wie es Persönlichkeiten gibt. Wie viel Leistung ist zuviel Leistung? Merkt es überhaupt einer, wenn ich in der QRP Klasse 100 W fahre? Wie steht das mit den Pausen-oder Verweilzeiten bei »welcher« Uhrzeiteintragung? Kümmert sich überhaupt jemand darum, wenn jemand die Bestimmungen seiner Lizenzklasse nicht einhält? Kann man einfach den letzten fehlenden Buchstaben im Call dazu »erfinden«? Kann man das Pile-up nicht einfach überspringen und die Station doch ins Log eintragen? Kann man die Calls seiner Freunde loggen, denn die hätte man mit Sicherheit gearbeitet, wenn sie nur da gewesen wären? Jeder der sich ernsthaft mit Contesten beschäftigt, wird auf diese Fragen stoßen und sich mit ihnen auseinandersetzen müssen. Aber mehr als nur davon betroffen zu sein, müssen wir aktiv das Setzen und Einhalten von sauberen Normen fördern und betreiben. Das höchste Gut eines Contesters in den Augen der Contest-Gemeinde ist seine Integrität, seine Charakterstärke. Nicht zuletzt gehört dazu, auch verlieren zu können. Nicht derjenige ist ein guter Contester, der am schnellsten ein Pile-up bewältigen kann, sondern derjenige, der die Rufzeichen und Kontrollnummern dabei auch richtig aufgenommen hat.

Mit den heutigen Möglichkeiten der elektronischen Contestauswertung ist es ein Leichtes, die Contestauswertung und Überprüfung maschinell zu betreiben. Mit der Vielzahl der Logeinsendungen und bei entsprechender Auswertung lassen sich vielerlei statistische Werte ermitteln. Zum Beispiel die durchschnittliche Prozentzahl der »Unique Calls«, nämlich Rufzeichen, die in der Gesamtheit der Log seines Contestes nur einmal vorkommen. Langjährige Erfahrungen mit solchen »Normalwerten« liegen in den USA bereits vor. Diese Zahlen haben sich weiter stabilisiert und können jedes »kreative« Log entlarven. Selbst die in der Non-Assisted Klasse unzulässige Nutzung von DX-Clustern oder ähnlichen Hilfsmittelnkann einer modernen rechnergestützten Auswertung nicht entgehen. Dabei soll es in erster Linie nicht darum gehen, jemanden wegen seiner Fehler bloßzustellen oder abzustrafen. Einige Contestauswerter machen die Loganalysen (Uniques, Hörfehler, Broken Calls, usw.) dem Teilnehmer zugänglich. Dieser erhält dadurch die Möglichkeit, seine Schwächen zu erkennen und an Verbesserungen seines Betriebs zu arbeiten. Die Qualität der Conteste steigt dadurch an und die vergebenen Strafpunkte sind eine wirkungsvolle Stimulation, die eigene Betriebstechnik zu verbessern. Oft trifft man auf die Meinung: Was nicht ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt. Oder: was man nicht kontrollieren kann, braucht man erst gar nicht verbieten. Ich denke, dies ist der falsche Ansatz. Die Moral, der Anstand, die Fairness und letztendlich der Respekt bleiben auf längere Sicht auf der Strecke. Denn Moral, Anstand und Fairness lassen sich nicht in Regeln formulieren. Das ist mehr eine Frage der Erziehung und der persönlichen Integrität. Zur Kontrolle der Regeleinhaltung braucht man keine Polizei oder Kontrolleure. »Peer Pres-sure« oder Gruppenzwang durch die Contest-Gemeinde können ebenfalls sehr wirkungsvoll sein. Und nicht zuletzt: Der Contest lebt von der Beteiligung vieler, er muss also viele ansprechen. Wenn die Regeln zu lang und zu kompliziert werden, dann wird der Contest uninteressant. Niemand wird Erfolge schätzen, die aufgrund eines unfairen Wettbewerbsvorteils erschlichen wurden! Man kann sich nicht Anerkennung und Ansehen mit der Preisgabe seiner ethischen Grundsätze erkaufen. Diejenigen sind zu bewundern, die treu zu dem Ehrenkodex des Contests stehen und ihre Freude am Contest aus der eigenen erbrachten Leistung beziehen. Deren Freundschaft suchen wir, mit ihnen wollen wir unsere Platzierung vergleichen und Erfahrungen austauschen

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=Betriebstechnik für Einsteiger=

==Warum tauschen Contester nur Rapport und eine andere Nummer aus und nicht Name und QTH?==

Das Ziel ist es, möglichst viele QSOs in einer möglichst kurzen Zeit zustande zu bringen. Das QSO ist der Beweis, dass man miteinander über Funk Informationen austauschen konnte. Aus diesem Grund werden alle aus dieser Sicht überflüssigen Informationen weggelassen. Du solltest die Contestausschreibungen lesen, um zu erfahren, welche Informationen ausgetauscht werden müssen.

==Was ist eine Seriennummer?==

Viele Conteste velangen die Übermittlung einer Seriennummer nach dem Rapport. Dies ist sozusagen die QSO-Nummer, die man beginnend bei 1 mit jedem QSO hochzählt. Meist ist sie dreistellig mit führenden Nullen. Aber auch vierstellige Nummern sind keine Seltenheit. In CW werden oft die abgekürzten Zeichen für Ziffern benutzt ("TT1" oder sogar "TTA" für "001"). Multi-Multi-Stationen zählen die Seriennummer auf jedem Band separat. So kannst Du auf 20 m die 451 erhalten und einige Stunden später auf 160 m die 143.

==Was ist "Multiplier Passing" oder „Verschicken“?==

Beim "Multiplier Passing" fordert man nach dem gerade getätigten QSO die Gegenstation dazu auf, auf ein anderes Band zu wechseln, mit der Absicht ein weiteres QSO mit ihr zu machen. Der Sinn hierbei ist es, schnell einen (möglicherweise weiteren) Multiplikator arbeiten zu können. Wird man selbst gefragt, so muß man selbst entscheiden, ob man der Station den Gefallen tun will (vielleicht ist das QSO ja für einen selbst auch ein neuer Multiplikator). Andernfalls kann man den Vorschlag natürlich auch höflich ablehnen.

Die anfragende Station schlägt meist eine konkrete Frequenz vor, auf die man zu wechseln gedenkt, also z.B. "PSE QSY 14055". Bei Multi-Multi-Stationen ist das die Frequenz der anderen Bandstation – man kann dort fast sofort hereinrufen und wird schnell gehört. Auf diese Weise kann man auch über mehrere Bänder geschickt werden. Diese Methode ist am wirkungsvollsten, wenn man anrufende Stationen um QSY bittet. Wenn jemand selbst CQ ruft, ist er meist nicht geneigt, die Frequenz zu verlassen, um sie nicht zu verlieren.