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Aus BCC Contest- & Technik-Lexikon


Technik

Wie kann ich meinen Computer mit der Station verbinden?

Es gibt einige gute Gründe, Station und Computer zu verbinden. Zunächst ist die automatische CW-Erzeugung zu nennen. Hierbei wird meist die COM-Schnittstelle (RS232, oder RS232 aus USB) oder die LPT-Schnittstelle genutzt. Ein einfaches Interface kommt mit einem Transistor und einem Widerstand aus. Es gibt einige Abhängigkeiten zu beachten. Beispielsweise unterstützt nicht jedes Betriebssytem die direkte Hardwareansteuerung der Schnittstellen - wichtig für einfache Interfaces oder für 2 Interfaces an einer Schnittstelle. USB-Emulatoren/Adapter machen mehr Probleme als direkt eingebaute Schnittstellen, z.B. bei der CW-Tastung über das RTS-Pin. Gerade um eine "ruckelnde" Ausgabe von CW unter Windows zu verhindern, wurde die Hardware WinKey entworfen.

Gerade bei CW-Tastung mit Computer: bitte die vorhandenen Timer richtig einstellen! Der Sender sollte besser computergesteuert wenige Millisekunden vor dem ersten Zeichen (Dit) hochtasten. Das gilt besonders, wenn noch eine PA dahintersteht ("heißes Schalten"). Nichts ist hässlicher, als wenn das ersten Zeichen von einer VOX "angefressen" wird ("... war es DM oder SM...?").

Die Erzeugung und Dekodierung von PSK31 und RTTY erfolgt durch den Computer. Hierfür sind die NF-Ein- und Ausgänge mit der Soundkarte zu verbinden. Dies kann direkt geschehen oder - besser - mit galvanischer Trennung und Pegelanpassung, um eine Zerstörung der empfindlichen Soundkartenelektronik durch HF-Einstrahlungen zu verhindern. Auch das „Mithören“ von CW mit dem Computer ist dann möglich, erlaubt aber keinen wirklich flüssigen Contestbetrieb.

Die meisten Transceiver verfügen über eine CAT-Schnittstelle (CAT steht für Computer Aided Transceiver-Control), über die VFO- und Betriebsarteneinstellungen in beide Richtungen ausgetauscht werden können. Teilweise werden zusätzliche CAT-Interfaces benötigt, die zwischen Transceiver und Computer geschaltet werden. Die CAT-Steuerung macht besonders viel Sinn im Zusammenhang mit einem Contestprogramm, das diese z.B. für DX-Cluster und Band Maps nutzt.

Benötige ich einen Beam, um am Contest teilzunehmen?

Nein, aber ein Beam kann das Ergebnis deutlich verbessern. Allerdings kann man gerade auf den unteren Bändern in Europa auch mit Drahtantenen viele QSOs fahren und viele Multiplikatoren sammeln. Mit Monoband-Groundplanes hat man auf den oberen Bändern gut strahlende Antennen. Erfahrungen zeigen, dass auch mit Groundplanes Spitzenplätze möglich sind, z.B. im IOTA-Contest oder im WAG.

Benötige ich eine Antennenfarm, um am Contest teilzunehmen?

Nein, aber eine kleine Auswahl passender Antennen kann das Ergebnis deutlich verbessern. Mit einer FD4, W3DZZ oder einer G5RV mit Antennentuner für alle KW-Bänder gut brauchbar, kann man viele schöne QSOs fahren. Mit zwei Dipolen und drei Angelruten-Groundplanes ist man schon oben dabei. Für ein Contestwochenende kann man schon mal einige provisorische Antennen aufbauen. Das macht Spaß und lohnt sich. Schließlich ist nicht jede Antenne bei jedem Contest gleich nützlich: die etwas erhöht aufgebaute Angelruten-Groundplane für 40 m hilft beim WAE für die verlangten DX-QSOs - im Weihnachtswettbewerb ist sie vor allem für Stationen in der Mitte DLs auf den notwendigen Kurzdistanzen von weniger als 500 Kilometern einem niedrigen Dipol unterlegen. Generell sind passende Antennen angematchten "Irgendwie-Antennen" vorzuziehen. Zwar kann man mit dem Antennentuner fast immer den TRx überzeugen, die volle Leistung abzugeben - aber meist strahlt dann die Zuleitung ordentlich Leistung in die Erde. Das zieht Hamster an :-)

Welche Art von Station benötigt man und worauf muss ich achten, um teilzunehmen?

Du kannst Deinen normalen Transceiver benutzen. Jeder typische 100-Watt-Transceiver bietet gute Voraussetzungen. Wenn man sich einen speziellen Contest-Transceiver anschaffen möchte, muss man vor allem auf die Empfängereigenschaften achten. Im Contest muss man noch leise Signale in unmittelbarer Nachbarschaft dicker Signale aufnehmen können.

Günstig ist es, für die einfache Bedienung wichtiger Funktionen entsprechende Knöpfe auf der Frontplatte zu haben. Wenn man für die Änderung einer Einstellung durch drei Menü-Ebenen navigieren muss, geht Zeit verloren. Oder man hat später im Contest, wenn die Konzentration nachlässt, keine Lust mehr dazu, eine wichtige Einstellung zu modifizieren, um ein leises Signal hörbar zu machen. In diesem Sinne sind IC-706 und Co. nur bedingt zu empfehlen, auch wenn sie sonst einen guten Job machen.

Weiterhin wichtig sind ordentliche Filter, möglichst weit vorn im RX-Zweig. Schmale Filter helfen, im belegten Band besser zu hören. In CW benötigt man zwingend ein 500-Hz-Filter. Auch ein 250-Hz-Filter ist sehr nützlich. In SSB hilft ein steilflankiges 2,1 oder 1,8-kHz-Filter, auch wenn die Audioqualität eingeschränkt wird.

Wichtig ist ausserdem, keinen Störaustaster (Noise blanker) einzuschalten, denn starke Nachbarstationen erzeugen in den meisten (eigenen) Empfängern "Geister"-Splatter, die überhaupt nicht vorhanden sind!

Nur gute HF-Vorverstärker möglichst nahe an der Antenne sind bei dünnen Signalen (vor allem im VHF- und UHF-Bereich) sinnvoll. Und nur um die Dämpfung in den Kabeln, Kupplungen, Antennenschaltern, Steckern usw. zwischen Antenne und RX auszugleichen. Nicht mehr! Deshalb sollten diese Verstärker einstellbar (variable gain) sein. Gerade so, dass das S-Meter ohne Empfangssignal (nur vom Antennenrauschen) leicht von 1 anhebt. Bei zu hoher Verstärkung (leider sind viele Vorverstärker fest und oft zu hoch eingestellt!) könnten sonst im eigenen RX durch starke Stationen nebenan Probleme auftreten. Also dann nicht gleich diesen starken Stationen, deren Nutzsignal ohne Vorverstärker schon über S9 liegt, Splatter und ähnliches "in die Schuhe schieben"!

Die derzeit bevorzugten Transceiver sind Elecraft K2, Icom IC-756 Pro 3, Ten-Tec Orion and Yaesu FT-1000 (D, MP, Mark V) oder der inzwischen schon recht betagte Kenwood TS-850. Leider wird oftmals übersehen, dass sogar ein sogenannter "guter" TX eine breite Rauschglocke (auch bei Betrieb über Transverter auf den UHF- und VHF-Bändern) erzeugen kann, die dem Betreiber selbst oft nicht bekannt ist. Diese lässt sich nur mit sehr guten Spektrum-Analysern feststellen, weil sie oft unter der Empfindlichkeitsgrenze dieser Spekys liegt! Aber sie verhindert oft noch in weiter Entfernung und oft übers gesamte Band, dass andere Stationen sehr dünne Signale, die in dieser Rauschglocke liegen, aufnehmen können! Also bitte vorher mit einer Station testen, bei der Du mit mindestens S9+25, maximal mit S9+40 (Dein eigenes richtig ausgesteurtes SSB-Nutzsignal) ankommst. Wenn dann Deine Kontrollstation in seinem RX während Deines eingeschalteten TX in SSB-Stellung, aber zugedrehtem(!) Mike, einen Rauschanstieg bei mehr als +-10 kHz Abstand von Deinem Nutzsignal wahrnimmt, ist dieser T(R)X für Konteste nicht zu empfehlen!

Ein eingeschalteter Sprach-Prozessor erhöht beim QSO-Partner die Silbenverstädlichkeit gerade bei schwachen Signalen erheblich. Jedoch sollte der Kompressionsgrad nicht zu hoch eingestellt sein (ca. 6 bis 10 dB ist ein guter Wert). Sehr empfehlenswert sind solche, die zusätzlich die Sprachspitzen kappen (begrenzen). Damit wird verhindert, dass die nachfolgenden Stufen (z.B. eine PA) auch nur kurzzeitig übersteuert werden und dadurch Splatter erzeugen. Sehr gut bewährt haben sich sogenannte HF-Clipper, die im ZF-Zweig des Senders (oder als separate Geräte zwischen Mike und TX) arbeiten. Sie erzeugen ausserdem wesentlich geringere NF-Verzerrungen.

Fast jeder moderne TX hat eine sogenannte ALC-Anzeige (Automatic Load Control). Diese zeigt an, wie hoch der Sender ausgesteuert werden darf. Der Maximalwert sollte keinesfalls überschritten werden, da ansonsten durch Übersteuerung der Endstufe(n) die Modulation verzerrt wird und sogar Splatter auftreten könnten. Sollte Deine eventuell zusätzlich betriebene Endstufe (PA) einen ALC-Ausgang haben, ist dieser mit der entsprechenden Buchse (falls vorhanden) am TX unbedingt zu verbinden. Damit ist sichergestellt, dass auch die PA nicht übersteuert wird. Während des Sendebetriebs empfiehlt es sich, die ALC-Anzeige immer im Blick (eingeschaltet) zu haben - besonders bei Operator-Wechsel in Contesten kann und soll so jeder OP gemäss seinem "Organ" den Mike-Gain-Regler auf seine Bedürfnisse einstellen.

Beachte bitte noch eines: Fair play! Das bedeutet auch, dass die maximal zulässige TX-Ausgangsleistung (gegebenenfalls aller gleichzeitig angesteuerten PAs zusammen) nicht überschritten wird! In DL 750 Watt.


Contest-Aufsteiger

Welche einfachen Antennenverbesserungen sind möglich?

Was erlaubt der Garten evtl. an provisorischen Antennen für ein Wochenende? Z.B. eine 40-m-Groundplane oder 80 m Inverted-L-Vertikal (>10 m vertikal plus >10 m horizontal) mit Fiberglasmasten und ihren "Radial-Fallstricken" sind für zwei Tage oft machbar und ab etwa 1500 km dem 10 m niedrigen Dipol normalerweise überlegen.

Ist für wichtige Richtungen (je nach Contest z.B. UA, JA oder W) noch ein Dipol oder eine Loop möglich? 3 dB können bei LP und erst recht bei QRP in bescheidenen Lagen bereits einen deutlichen Unterschied ausmachen. 1,25 Lambda lange Dipole sind bereits gute Richtantennen für eine wichtige Richtung.

Für besseren Empfang auf den Low-Bands als mit der Sendeantenne reicht manchmal schon ein Langdraht (ab 30 Meter Länge und 1:10 Übertrager zur Speisung) in einem Meter Höhe, z.B. im Gartenzaun.

Für VHF und UHF sind gute (Low Noise) Empfangsvorverstärker sinnvoll - aber nur um die Dämpfung in den Kabeln, Kupplungen, Antennenschaltern, Steckern usw. zwischen Antenne und RX auszugleichen. Nicht mehr! Deshalb sollten diese Verstärker einstellbar (Variable Gain) sein - gerade so, dass sich das S-Meter ohne Empfangssignal (nur vom Antennenrauschen) leicht anhebt. Bei zu hoher Verstärkung (leider sind viele Vorverstärker fest und viel zu hoch eingestellt!) können sonst im eigenen RX durch starke benachbarte Stationen Splatter auftreten, die durch Übersteuerung im eigenen RX-Eingang entstehen.

Wie nutze ich die Contest-Software besser?

Ein erster Tipp: einmal zwei Tassen Kaffee/Tee investieren und das Manual von vorne bis hinten durchlesen - nicht um alle Funktionen zu verstehen, sondern um Möglichkeiten und Ideen zu entdecken, auf die man selber nicht gekommen wäre, z.B. dass das Programm eventuell einzelne Buchstaben des eigenen Calls langsamer geben kann, was nicht nur bei Calls wie WB6BSH nützlich sein kann.

Welche Technik-Verbesserungen sind sinnvoll?

  • Filter-Ausstattung (500 Hz und 270 Hz für CW), evtl. 2,1 und/oder 1,8 kHz für SSB
  • Headset
  • Fußtaste um (bei SSB) auf Sendung zu gehen - statt PTT am Handmikrofon
  • siehe auch unter an anderer Stelle in dieser FAQ (Punkt 6.4)

Wie mache ich nicht nur viele QSOs, sondern mehr Punkte?

Man sollte sich intensiv um Multiplikatoren bemühen. Bereits vor dem Contest ist es sinnvoll, zu schauen, welche besonderen Multiplikatoren verfügbar sind. Weiterhin sollte man sich mit den Ausbreitungsbedingungen vertraut machen, damit man weiss, wann es auf welchem Band in welche Richtung geht. Hier spielt allerdings auch jahrelange Erfahrung eine wichtige Rolle.

In vielen Contesten ist es legitim, auch Stationen ausserhalb des Contests zu arbeiten, insbesondere um Multiplikatoren zu sammeln. Es macht also Sinn, eine aktive DXpedition anzurufen. In einigen Fällen bekommt man eine Contest-Nummer. In anderen kann man als Nummer 000 (z.B. im WAG) notieren.

Meist kann man Multiplikatoren wie folgt einteilen:

  • Einfache Multiplikatoren wie OK oder EA: hier sollte man versuchen, sie auf allen entsprechenden Bändern zu arbeiten. Fehlt ein einfacher Multi im letzten Contestdrittel, so kann versucht werden, eine Station aus diesem Multi zum QSY auf ein anderes Band zu bewegen. In einem weltweiten Contest gehören hier G, OK oder EA aber auch K oder UA9 dazu.
  • Schwierige, seltene Multis: dies sind Multis aus Ländern mit einer geringen Amateurfunkpopulation, die in DX sind. Der Andrang ist groß, das Signal eher nicht. Hier lohnt sich einige Mühe, insbesondere, wenn man sich nicht sicher ist, dass es sich um eine Vollzeitcontestteilnahme handelt.
  • DX-peditionen bieten oft einen exklusiven Multiplikator und sind verlässlich über den ganzen Contest hinweg QRV. Da sie oft im Multi-Multi-Betrieb unterwegs sind, macht es auch Sinn, nach einem anderen Band zu fragen, wenn das Pile-Up nicht eher dünn ist.

Man sollte aber auch darauf achten, dass man sich nicht zu sehr in einen Multi verbeisst. Oft gehen P40E auf 40 m nach 2 Stunden oder am zweiten Tage innerhalb weniger Anrufe, während man am Contestanfang viele Minuten erfolglos ruft. Gleiches gilt für interessante Multis, die "gespottet" werden und in dem dann einsetzenden Pile-Up der Großen für Normalstationen einige Zeit lang kaum zu erreichen sind.

Wichtig sind Erfahrungen, und das bedeutet, auch immer dabei zu sein.

Die oft unterschiedliche Punktezahl pro QSO ist der nächste Schritt zu einer größeren Ausbeute. Volle Bänder mit vielen einfach zu arbeitenden Stationen verleiten schnell dazu, mit viel Spaß und hoher Rate in die Vollen zu gehen. Anstatt aber etwa im WPX ein volles 20-m-Band mit vielen europäischen "Ein-Pünktern" abzugrasen, lohnen sich zusätzliche Stunden vor allem auf 40 m, wo jede Station aus OK, S5, HA oder SP 2 Punkte einbringt. Sich im WWDX durch ein volles 80-m-Band zu arbeiten, bringt eine hohe Rate und zunächst viele Multis, im Schnitt pro QSO aber nur ein Drittel der Punkte im Vergleich zur mehr oder weniger mühsamen Suche nach den letzten DX-Stationen auf 15 und 20 m. Oft ist man aber erst nach dem Contest schlauer, welche Variante unter den gegebenen Bedingungen zeiteffektiver war.

Wie kann ich mich besser vorbereiten?

  • Bandbeobachtung
  • Zeitplanung
  • Training (Morserunner, QTC auf WAE-Homepage)

Wie wird mein Antennensystem reif für die Top-Ten?

Verwende Monoband-Antennen, sofern Platz dafür vorhanden ist. Selbst ein niedrig hängender 80-m-Monoband-Dipol ist besser als eine irgendwie angequetschte Windom oder G5RV (Nichts gegen diese Antennen, aber wenn Platz ist, siehe oben!) Sind Platz, Masten UND finanzielle Mittel vorhanden, auch die Beams auf Monobander umrüsten. Bei Beams: hoch, höher, noch höher! Dabei aber nicht die etwas niedriger hängenden und steil strahlenden Antennen z.B. für Europa-Betrieb vergessen --> gibt oftmals die noch fehlenden Multis.


Ist SO2R für mich sinnvoll?

Ohne jede Investition und Bastelei kannst Du das SO2R-Gefühl zuerst einmal so testen und trainieren: CQ-Run (WPX-Mode) im MorseRunner starten und das Audio-Signal auf einen Walkman-Minikopfhörer legen. Dann den Transceiver einschalten und dessen Audio-Signal auf einen großen Muschel-Kopfhörer legen, den Du Dir über die bereits "bestöpselten" Ohren aufsetzt. Während Du jetzt die MorseRunner-Anrufer arbeitest, versuchst Du im echten Empfänger möglichst viele Stationen durch Drüberdrehen ausfindig zu machen. Am Anfang ist das "Zwei-Seiten-Gebrabbel" etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür, was man für sich ausblenden kann und wo es sich lohnt, genauer hinzuhören. Bitte NICHT die Variante einiger Contester fahren, bei der auf einer QRG ein Dauer-CQ-Ruf läuft und auf der anderen QRG anrufende Stationen gearbeitet werden. Wenn man nach zwei oder drei Anrufen nicht gehört wird, muß es nämlich nicht unbedingt an der Antenne oder Technik liegen, es kann auch ein Dauer-Rufer sein!

Wie kann ich Running und S&P optimieren?

Running-Optimierung

  • Endstufe und gewinnbringende Antennen

S&P-Optimierung

  • DX-Cluster und intelligente Bandmap (die Farben sagen aus: ob schon gearbeitet; benötigter Multi; auf anderem Band gearbeiteter Multi)
  • schnelle Umschaltung der Antennen
  • eigenes Rufzeichen komplett, klar und deutlich in einem Zug geben

Was lässt sich noch planen und trainieren?

  • Sport, Schlaf
  • Passende Weltzonen-, Länder- oder QTH-Kennerkarten im Blickfeld positionieren

Wann macht man im 48-Stunden Contest am besten Pause?

Das ist eine schwierige Frage und eigentlich erst nach längerer Zeit wirklich zu beantworten. Kurz gesagt: die Pausen werden dann genommen, wenn "am wenigsten passiert". Es ist eine Abwägung über QSO-Zahl, QSO-Punktzahl und Multiplikatoren, das Ganze in Abhängigkeit von Sonnenaktivität, Ausbreitungsbedingungen, eigener Antennenanlage und auch ein wenig der verfügbaren Sendeleistung.

WPX

Hier gelten die Präfixe unabhängig vom Band, das eigene Land gilt eh nur einen Punkt, andererseits Europa auf den oberen Bändern bringt auch nur einen Punkt. Spannend wären also viele QSOs mit DX und viele Multis aus Europa. Es gibt keinen wirklichen Anreiz, viel Zeit auf 160 m zu verbringen. (160) 80 und 40 m bringen zwar pro QSO die doppelten Punkte, andererseits muss ich 12 Stunden Pause machen, als Single Operator jeweils in vollen Stunden (also 60 Minuten oder mehr am Stück). Was man in der Nacht (auf 80 m) verpasst, ist an Punkten am Tage (am frühen Morgen oder am Abend) auch noch aufzuholen. Warten auf die 160-m-USA-Öffnung lohnt die Mühe nicht - diese Multis haben wir sicher schon auf 40 m oder 20 m erreicht. Wer kann, kann also eigentlich in der Nacht beruhigt schlafen - nicht gar zu lange.

WAE

Wir unterscheiden WAE-CW/SSB und WAE-RTTY.

Da WAE (CW + SSB) reine DX-Conteste sind, wähle ich eine Pausenzeit, in der wenige QSOs ins Log kommen. Wählt man am ersten Tag eine etwas andere Zeit als am zweiten Tag, kann man damit alle Ausbreitungslinien einmal nutzen. Der Rest ist der Frage geschuldet: auf welchen Bändern komme ich am besten an die DX-Stationen heran und erreiche hohe QSO-Zahlen? Wer keine 80-m-Antennen hat, muss nicht in der Nacht funken, 40 m geht am Abend und am frühen Morgen immer noch. Sonntag abends auf 80 m nach Japan funken zu wollen, bringt weniger als am Samstag! Wenn bei uns Sonntag 21:00 Uhr ist, so ist es in Japan schon Montag 06:00 Uhr - da werden die ersten Japaner schon auf dem Weg zur Arbeit sein (nein - nicht alle)!

Im WAE-RTTY darf man alles arbeiten (nur QTCs gehen nur nach ausserhalb des eigenen Kontinents).

WWDX

Beim WWDX-160m - noch einfach zu beantworten: um die Mittagszeit ist Pause, wenn eine Pause schon sein muss. In der Nähe von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang jedoch niemals - den Greyline-Effekt wenigstens theoretisch versuchen! In diesen wenigen Minuten, gemessen an der Gesamtzeit, kann man Multiplikatoren erreichen, die sonst kaum machbar sind. Und wenn schon kein VK6 da ist, versucht wollen wir es doch haben - oder?

Vor- und Nachbereitung

Was sollte ich vor dem Contest machen?

  • Lies die Contestregeln und entscheide Dich für eine der Teilnahme-Klassen.
  • Überprüfe die Station und alle Antennen. (Siehe auch Punkt 6.4).
  • Günstig ist es, sich über die Ausbreitungsbedingungen zu informieren und einen Plan zu machen, wann man auf welchem Band wohin funken sollte (den Plan wird man wahrscheinlich anpassen müssen).
  • Informiere Dich über Frequenzbereiche, die laut Bandplan nicht für Conteste genutzt werden sollen.
  • Besorge etwas Contest-Nahrung (ich bevorzuge Bananen und Leitungswasser).
  • Bereite den Computer vor, insbesondere stelle den Contest im Log-Programm ein und kontrolliere, ob die Schnittstellen zur Station korrekt funktionieren.
  • Versuche vor dem Contest ordentlich zu schlafen. Eine ruhige Woche vor dem Contest ist auch zu empfehlen, auch wenn viele das nicht realisieren können.

Muss ich die Contestregeln lesen?

Nein, es steht nicht im Amateurfunkgesetz. Aber es erspart manch peinlichen Irrtum. Wenn man nach flüchtigem Zuhören im ARRL-Contest vermutet, dass Seriennummmern vergeben werden, so wird man spätesten beim ersten QSO mit seiner 599001 auf Unglauben stossen. Denn in den Regeln steht, dass man seine Sendeleistung gibt. Außerdem gilt nicht in allen Contesten "Jeder darf jeden arbeiten" - es gibt auch genug, in denen DLs z.B. nur für US-Stationen Punkte bekommen oder nur für außereuropäische Stationen (WAE CW/SSB) oder nur für Stationen aus dem Veranstalterland des jeweiligen Contests (z.B. SP, HB9, F). Auch ist es nicht verkehrt zu wissen, wieviel Punkte ich für welches QSO bekomme oder wie die Multiplikatoren ermittelt werden.

Was sollte ich nach dem Contest machen?

Um in die Ergebnisliste aufgenommen zu werden, muss man sein Log einschicken. Dies sollte im Cabrillo- oder beim DARC auch im STF-Format sein. Heutzutage kann man hierzu eigentlich immer E-Mail nutzen. Es gibt einen Einsendeschlusstermin, der in den Ausschreibungen angegeben ist. Diesen sollte man tunlichst einhalten. Am besten ist es, das Log gleich nach dem Ende eines Wettbewerbs einzusenden - dann kann man es nicht mehr vergessen.

Die Logs als E-Mail sollten in der Betreffzeile das eigene Call enthalten. Zudem wird erwartet, dass die eigentliche Logdatei im Anhang (Attachment) den Dateinamen in der Form CALL.LOG hat. Manche Veranstalter fordern es ausdrücklich. Oft kommt auch eine automatisch erstellte Nachricht, die über die Annahme des Logs oder Fehler bei der Annahme informiert. Wenn gar keine Bestätigung über den Logeingang kommt, sollte man später noch einmal versuchen, das Log erneut einzureichen.

Unabhängig davon sollte in jedem Fall möglichst ein Log eingereicht werden, auch wenn es nur als Checklog (Kontrolllog) beim Veranstalter ankommt. Das wird in der Regel auch nach dem Einsendeschluss entgegengenommen. Hintergund ist die Arbeit der Auswerter, bei der sehr oft (immer?) alle Logs maschinell miteinander verglichen werden. Gerade bei wenigen QSOs werden diese dann oft als Hörfehler klassifiziert (siehe UBN), was bei Vorliegen eines Checklogs nicht passieren kann. Deshalb sollte man auch oder gerade bei wenigen QSOs ein Kontrolllog einsenden. Jeder Veranstalter freut sich auch über kleine maschinenlesbare Logs!

Wie lange muss ich auf die Ergebnisliste warten?

Die offiziellen Ergebnisse gibt es nach einigen Wochen oder Monaten, je nach Contest. Kurz nach dem Einsendeschluss werden für viele Conteste die „Claimed Scores“ veröffentlicht. Das sind die Ergebnisse, die die Teilnehmer für sich selbst an Hand ihrer Logs errechnet haben. Diese können aber durch Hörfehler oder sogar Rechenfehler niedriger oder höher sein, so dass es zu Verschiebungen im Endergebnis kommt. Schon kurz nach dem Contest veröffentlichen viele Contest-Teilnehmer ihre Ergebnisse mit oft sehr interessanten, lehrreichen oder amüsanten Kommentaren in den E-Mail-Reflektoren 3830, BCC oder RRDXA.

Was soll ich tun, wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich ein Call korrekt aufgenommen habe?

Wenn man auf CQ-Rufe antwortet, sollte man erst rufen, wenn man das Call sicher hat. Wenn man selbst CQ ruft, sollte man nachfragen, bis das Call sicher ist. In CW geht das kurz und knapp mit "CALL?" oder schlicht mit "?". Bei schlechten Bedingungen muss man ggf. mehrfach nachfragen. Das ist aber besser, als durch ein falsch gehörtes Rufzeichen Punkte oder einen Multi zu verlieren oder sogar mit Strafpunkten (Penalties) bestraft zu werden.

Was ist ein "UBN-Report"?

In einem UBN-Report listet der Contest-Veranstalter und -Auswerter die bei der Logkontrolle erkannten Fehler auf. Die wesentlichen Fehler sind:

  • U (Unique callsign) – Du hast ein Rufzeichen in Deinem Log, das kein anderer Contestteilnehmer gearbeitet hat. Dies ist ein Indiz für einen Hörfehler. Es ist aber auch gut möglich, dass es sich um ein reguläres QSO handelt, beispielweise um den freundlichen Punkt eines Nachbarn. Laute oder seltene Stationen haben oft viele Uniques. Uniques werden üblicherweise nur dann gestrichen, wenn sich ihnen ein korrektes Rufzeichen zuordnen läßt. Überdurchschnittlich hohe Unique-Raten sind oft ein Indiz für viele Hörfehler.
  • B (Bad callsign) – Du wertest ein QSO für ein Rufzeichen, das definitiv falsch ist und nicht im Contest aktiv war. Dies kann ein illegales Call wie Y28VG sein, oder es war ein Teilnehmer, den Du falsch geloggt hast (Hörfehler). Diese QSOs werden in der Regel gestrichen. In einigen Contesten gibt es Strafpunkte.
  • N (Not in log) – Du wertest ein QSO mit einer Station, die im Contest aktiv war und ein Log eingereicht hat. Dein QSO steht aber nicht in ihrem Log. Auch hier wird das QSO nicht gewertet, evtl. gibt es Strafpunkte. Stellt der Auswerter allerdings fest, dass Dein Rufzeichen fast richtig im Log der anderen Station ist, wird davon ausgegangen, dass der Fehler nicht bei Dir liegt. Du bekommst keinen Abzug – allerdings die Gegenstation.

Wegen der wesentlichen Fehler U, B und N wird der Bericht UBN-Report genannt. UBN-Reports wurden im Zuge der elektronischen Contestauswertung bei den CQWWDX-Contesten eingeführt; inzwischen bieten fast alle großen Wettbewerbe diese Auswertungen an.

Weiterführende Informationen unter: CQWW Public Log Checking Reports.

Was ist "NIL"?

NIL ist die Abkürzung für "Not In Log" - Du bist also nicht im Log der Station, die Du denkst, gearbeitet zu haben. Das kann zwei Gründe haben:

  1. Du hast Dich getäuscht und es wurde in Wirklichkeit eine andere Station gearbeitet
  2. Die Gegenstation hat Dein Call falsch aufgenommen und so steht bei der Gegenseite z.B. DL6MWH statt DL6MHW im Log

Was sind diese ungewöhnlichen Rufzeichen im Contest?

Es gibt zwei Gründe dafür, dass Contester ungewöhliche Rufzeichen benutzen.

  • Zunächst sind das Kurzrufzeichen, die im Contest Zeit sparen helfen, wie etwa DK3W.
  • Der zweite Grund liegt darin, dass ein aussergewöhnlicher Präfix viele Anrufer anlockt, insbesondere wenn Präfixe als Multiplikator zählen, wie im CQ-WPX-Contest.

Für manchen Einsteiger ungewöhnlich sind auch die Rufzeichen mancher DX-peditionsstationen, die dem Landeskenner des besuchten Landes das eigene Rufzeichen nach- bzw. voranstellen:

  • MM/DL6MHW aus Schottland
  • DL3ABL/C6A von den Bahamas

Gerade solche Rufzeichen sind oft das Multiplikatorsalz in der Contestsuppe. Achte also auf ungewöhnliche Rufzeichen!


Nordic-Activity-Contest

Was ist das Besondere?

Der Nordic-Activity-Contest (NAC) des dänischen Amateurfunkverbandes EDR<ref>Experimenterende Danske Radioamatører: http://www.edr.dk </ref> findet jedes Jahr wöchentlich in der Zeit von Januar bis Dezember statt. Ziel dieses Contests ist es, die Aktivität oberhalb der Kurzwellenbänder zu steigern. Teilnehmen kann man auf allen Bändern ab 6 m aufwärts (Contestbetrieb im 6-m-Band ist in DL nicht erlaubt). Da es sich um einen "nordic", also nordischen Contest handelt, befindet sich das Zentrum der Aktivität in Skandinavien und Nordwesteuropa.

Was brauche ich, um erfolgreich teilzunehmen?

Hier gilt im Grundsatz das gleiche wie für die DARC-VHF-, UHF- und Mikrowellen-Wettbewerbe: viel hilft viel. Je nach QTH und Überreichweiten reichen aber auch hier kleine Stationen.

Wann finden die Conteste statt und wie sind die Regeln?

Die Aktivität findet an den ersten vier Dienstagen sowie dem zweiten und dritten Donnerstag im Monat in der Zeit von 19 bis 23 CET (nicht UTC!) statt. Ausgetauscht werden im Gegensatz zu vielen anderen UKW-Contesten keine Seriennummern, sondern lediglich Rapport und Locator.

  • 1. Dienstag im Monat: 2 m
  • 2. Dienstag im Monat: 70 cm
  • 3. Dienstag im Monat: 23 cm
  • 4. Dienstag im Monat: Mikrowelle
  • 2. Donnerstag im Monat: 6 m
  • 3. Donnerstag im Monat: 4 m

Eine komplette Terminübersicht sowie die Teilnahmebedingungen mit der Berechnung der Endpunktzahl befinden sich unter https://vushf.dk/contest/rules/.